Die 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung war anders aber richtig gut

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Erst Ende August war ich beim SPOBIS Gaming & Media in Köln. Wenig später hat es mich nach Jena verschlagen. Dort erwartete mich mit der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung und ein ganz anderes Veranstaltungsformat, das sich hinter den Branchen-Größen nicht verstecken muss.

Hier erfährst Du, was mich begeistert hat, warum ich trotz des weiten Weges wieder nach Jena fahren würde und die Tagung für Dich eventuell der optimale Einstieg ins Sportbusiness ist.

Die „6“ steht für Tradition

Einmal jährlich und bereits zum sechsten Mal versammelten sich Sportbusiness-Experten in Jena, um über die Zukunft von Breiten- & Profisport zu diskutieren.

Damit können die Veranstalter der Friedrich Schiller-Universität in Jena auf eine erfolgreiche Historie zurückblicken.

Mich persönlich hat es beeindruckt, dass einige Gäste keine einzige der Tagungen verpasst haben und sich somit ein wahres Stammpublikum bildet. Das trifft natürlich nicht auf alle zu. Neben mir gab es viele weitere, für die es die erste Tagung in Jena war.

Insgesamt waren zwischen 100 und 150 Teilnehmer vor Ort.

Teilnehmer der Tagung

Große Konferenzen fühlen sich häufig an wie Klassentreffen. Jeder kennt jeden und ein paar davon mich – daran arbeite ich :-). Bei der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung war das anders.

Ich kannte niemanden und auch die Teilnehmer waren häufig nicht in Grüppchen unterwegs. Das machte es für mich und alle anderen wesentlich einfacher miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ich sprach vor allem mit Studierenden, Interessierten, Wissenschaftlern und (ehrenamtlichen) Funktionären in der zweiten Riege der Sportinstitutionen. Nach Verantwortlichen von Bundesligisten sucht man in Jena vergeblich.

Auf den ersten Blick waren keine klassischen Berühmtheiten unter den Teilnehmern wie auf einigen anderen Konferenzen. Für mich war diese Zusammensetzung jedoch sehr charmant.

In den Gesprächen mit anderen Teilnehmern wurde – zwar von außen, aber dennoch auf hohem Niveau – sehr viel über Bundesliga-Fußball diskutiert.

Außerdem bin ich mir sicher, dass ich auch auf der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung Kontakte knüpfen konnte, die mich weiterhin begleiten.

6. Sportmanagement-Tagung 2017
Impressionen von der 6. Sportmanagement-Tagung 2017 [@ Christoph Worsch]

Digitalisierung im Sport mal anders

Das Thema der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung konnte sich sehen lassen. Es ging um die Digitalisierung im Sport.

Das Programm wurde dabei absichtlich zweigeteilt. Während es im ersten Teil ausschließlich um den Breitensport ging, wurde der Fokus gen Abend auf den Profisport gelegt.

Beide Teile waren dabei gleichlang, was ich ebenfalls sehr charmant gelöst fand und die 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung von anderen Veranstaltungen abhebt.

Digitalisierung im Breitensport

In Bezug auf den Breitensport ging es beispielsweise um die Digitalisierung der Fitness-Branche. Neben zahlreichen Online-Angeboten für Sporttreibende digitalisieren sich die physischen Fitnessstudios ebenfalls.

Hierzu kann ich sogar ein Beispiel bringen, was ich aktuell am eigenen Leib erfahre. Zum nahenden Winter habe ich mich in einem Fitnessstudio in Hamburg angemeldet.

Internetfähige Fitnessgeräte

Dort mache ich vorerst einen Zirkel aus 9 Geräten, die allesamt mit dem Internet und einem Chip, den ich dann ums Handgelenk trage, kommunizieren.

Auf Basis meiner Maximalkraft, die ich in einem sehr anstrengenden Prozess ausreize, wird ein optimaler Trainingsablauf erstellt.

Damit nicht genug: Meine Trainingsdaten werden sofort in die App des Herstellers hochgeladen, sodass ich auf meinem Smartphone sehen kann, wie ich trainiert habe.

Dabei sind kleine Spielereien natürlich selbstverständlich und ich kann mir beispielsweise das biologische Alter meines Körpers anzeigen lassen.

Für alle Neugierigen: Ich bin biologisch 3 Jahre älter als ich wirklich bin. Vermutlich sollte ich weniger Bloggen und mehr Sport treiben, aber wir wissen, dass ich nicht weniger Bloggen werde :-).

Digitales Vereinsmanagement

Über das digitale Management von Vereinen könnte man vermutlich einen eigenen Blog betreiben. Anfragen diesbezüglich gerne an mich, ich helfe bei der Umsetzung :-).

Für viele Mitglieder – mich eingeschlossen – sind Vereine ungefähr auf einem ähnlichen Digitalisierungsgrad wie Behörden.

Hintergrund ist, dass enorm viele, analog vorliegende Daten noch nicht digitalisiert sind. So gibt es auch heute noch Vereine, deren Mitgliederkartei eine tatsächliche Kartei mit handgeschriebenen Karten ist.

Die diskutierten Vorschläge reichen vom noch intelligenteren Mitgliederausweis bis hin zu Kameras, die die Mitglieder automatisch erkennen.

Mir hat diese Diskussion vor allem gezeigt, wie viel Potenzial in der Digitalisierung von Vereinen vermutlich noch liegt. Anders als beim professionellen Fußball bin ich diesbezüglich auch nicht so kritisch, dass die Digitalisierung noch nicht soweit fortgeschritten ist.

Auf Ebene der Vereine im Breitensport gibt es (aktuell noch) keine großen Konkurrenten, die die Organisation von Sport für die Sporttreibenden abwickeln. Trotzdem sollte lieber heute als morgen mit der konsequenten Digitalisierung begonnen werden.

Diese wird auf keinen Fall ein Selbstläufer, was vor allem an den Hindernissen liegt, die überwunden werden müssen.

Kommen wir nun aber zum Profisport.

Digitalisierung im Profisport

Zur Digitalisierung im professionellen Fußball habe ich bereits einiges geschrieben. Viele dieser Gedanken wurden auf der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung nochmals bestätigt. Ich möchte mich aber nicht wiederholen.

Deshalb findest Du hier die Links zu horizonterweiternden Perspektiven, der Grundvoraussetzung, der Notwendigkeit und meinem kostenfreien eBook zur Digitalisierung des Fußballs.

Digitale Geschäftsmodelle

Eine Diskussion zu möglichen digitalen Geschäftsmodellen durfe auf der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung natürlich nicht fehlen.

Dabei ging es allerdings weniger um die Diskussion einzelner Modelle als vielmehr um das Gesamtbild, was Fußballclubs in Zukunft abgeben. Prof. Dr. Julian Kawohl von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sieht Fußballclubs zukünftig als Entertainment-Konzerne.

In diesem Rahmen spielt Fußball natürlich weiterhin eine wichtige Rolle, aber eben nur eine von mehreren. ESports sei hier nur stellvertretend für die weiteren Aktivitäten genannt.

Was für den deutschen Markt noch nach einer Vision klingt, die in den kommenden Jahren wohl kaum umgesetzt wird, ist im englischen Markt bereits Realität. Zur Förderung von Innovationen eröffnen die Clubs der Premier League eigene Organisationseinheiten. So hat der FC Arsenal beispielsweise gerade erst kürzlich sein Innovation Lab vorgestellt.

Beispiel Darmstadt 98

Ja Du hast richtig gelesen. Es geht hier um Digitalisierung im Fußball und ich spreche von Darmstadt 98. Warum? Weil der letzte Vortrag der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung die Digitalisierung im Profisport am Beispiel des Bundesligaabsteigers beschrieb.

Dabei wurde mir sofort erneut klar, warum ich diesen Blog und alles drumherum mit so viel Leidenschaft vorantreibe: Martin Kling von der Software AG startete mit einem emotionalen Video mit Gänsehaut-Potenzial in seinen Vortrag. Damit wollte er allen Teilnehmern beweisen, welches Potenzial an Emotionen der kleine Club aus Darmstadt in sich vereint.

Die Spannung war gefühlt zu keinem Zeitpunkt während der Tagung so spürbar. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich während des Videos Gänsehaut bekommen habe und hinterher breit gegrinst habe.

Anschließend ging es um die rasante Entwicklung, die die Darmstädter in den letzten Jahren durchgemacht haben. Durch die Aufstiege bis in die Bundesliga ist die gesamte Organisation massiv gewachsen.

Vor einigen Jahren gab es laut Aussage des Vortragenden lediglich einen Mitarbeiter, der für Notebooks zuständig war. Eine IT-Abteilung suchte man vergeblich.

Dieser Umstand verdeutlicht, wie anpassungsfähig die Clubs heutzutage sein müssen. Einerseits ist es natürlich eine Chance, den IT-Bereich neu aufzubauen. Andererseits ist es kein Geheimnis, dass Clubs wie der FC Bayern oder Borussia Dortmund finanziell aus ganz anderen Mitteln schöpfen können.

Der Vortrag lehrte jedoch in jedem Fall eines: Digitalisierung kann bereits in kleinen Schritten angegangen werden. Nicht ohne Grund ist Darmstadt 98 gemäß einer Studie der SRH-Hochschule Heidelberg der Bundesligist mit der höchsten Interaktionsrate bei Facebook.

Fazit zur Sportmanagement-Tagung

Wissenschaft hat häufig das Vorurteil nicht ganz up-to-date zu sein. Dieses Vorurteil wurde bei der 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung in keinster Weise bestätigt.

Bereits in den ersten Minuten fielen alle relevanten Stichwörter zur Digitalisierung im Fußball. ESports war auch hier nur ein Teil des Ganzen.

Diese Kombination aus Wissenschaft & Praxis sowie der kleine, familiäre Teilnehmerkreis machten die 6. Jenaer Sportmanagement-Tagung zu etwas ganz Besonderem.

Ich habe oben angekündigt, dass ich Dir verrate, warum die Konferenz für Dich der optimale Einstieg ins Sportbusiness sein kann:

In dem von mir beschrieben Rahmen war es viel einfacher und unkomplizierter mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Diese machten alle einen sehr offenen Eindruck und waren meiner Ansicht nach leichter greifbar als auf herkömmlichen Branchen-Treffen.

Die Erfolgschancen eines Gesprächs oder sogar gemeinsamer Aktivitäten / Projekte werden dadurch erhöht, dass nicht bei jedem Verantwortlichen viele Sportmanagement-Studierende Schlange stehen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die 7. Jenaer Sportmanagement-Tagung!


Digitalisierung des Fußballs

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