Hierüber sprach ich bei der Spielmacherkonferenz 2019 mit dem Titan

Hierüber sprach ich bei der Spielmacherkonferenz 2019 mit dem Titan

Mit der Spielmacherkonferenz 2019 hat der Konferenz-Sommer endlich begonnen. Die kommenden Wochen bin ich viel unterwegs. Wann und wo genau, erfährst Du über mein Instagram Profil (Tipp: Jetzt folgen!)

Dabei ist es wie immer mein Ziel, Dir das Gefühl zu geben, live dabei gewesen zu sein.

Im Vergleich zu anderen Konferenzen ist die Spielmacherkonferenz noch in den Kinderschuhen. Schließlich wurde das Event erst 2017 gestartet. Ich war damals bereits als Speaker mit an Bord.

Gleiches gilt für das letzte Jahr 2018 als ich den Kaderplaner und Chef-Scout Johannes Spors vom Hamburger SV interviewt habe.

Dieses Jahr hatte ich gleich mehrere Auftritte und war insgesamt drei Mal auf der Bühne. In diesem Beitrag möchte ich Dir verraten, um welche Themen es dabei ging.

Außerdem möchte ich Dir nicht vorenthalten, was mein persönliches Highlight auf der Spielmacherkonferenz 2019 war: Ein Gespräch mit Oliver Kahn.

Fangen wir aber der Reihe nach an.

Fußballstadt Hamburg

Für mich als Hamburger war die Spielmacherkonferenz 2019 ein Heimspiel. Alle anderen großen Sportbusiness-Konferenzen finden meistens woanders statt.

Deshalb unterstütze ich den Ansatz der beiden Gründer-Zwillinge Christoph und Sebastian Lemm, Hamburg zur Fußballstadt zu machen, sehr gerne.

Anders als in den Vorjahren fanden diese Jahr bereits am Abend vor der Konferenz einige sogenannte Side-Events statt. Diese wurden von Partnern organisiert und beschäftigten sich beispielsweise mit den Themen eSports (Lagardère Sports oder Macromedia Hochschule) oder Kommunikation (Berufsverband der deutschen Sportmanager).

Ich habe keines dieser Events besuchen können, weil ich als Partner der Spielmacherkonferenz 2019 zum Speakers Dinner eingeladen war.

Dort werden neben den Speakern und Moderatoren vor allem die Sponsoren der Konferenz zusammengebracht. Stilecht haben wir dabei den Abend auf einem Schiff im Hamburger Hafen ausklingen lassen.

Speakers-Dinner im Hamburger Hafen vor der Spielmacherkonferenz 2019 [Foto: Roman Halfen]
Speakers-Dinner im Hamburger Hafen vor der Spielmacherkonferenz 2019 [Foto: Roman Halfen]

Warum erzähle ich Dir das? Weil ich möchte, dass Du Dir ein umfassendes Bild der anderthalb Tage machen kannst.

Wichtig ist bei der Spielmacherkonferenz 2019 nämlich wie immer nicht nur, was auf den Bühnen passiert.

Das Speakers Dinner fühlte sich an, wie ein Klassentreffen. Das finde ich persönlich beeindruckend, da ich erst seit gut zwei Jahren regelmäßig auf Konferenzen dieser Art bin. Zu Anfang fühlt man sich selbst wie ein Fremdkörper.

Mit jeder Konferenz wird man in die große Sportbusiness-Familie jedoch etwas mehr aufgenommen. Deshalb möchte ich Dich ermutigen, auch regelmäßig diese Konferenzen zu besuchen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass sie Dich inhaltlich sowieso interessieren würden – sonst wärst Du ja nicht hier :-).

Kommen wir nun aber zu den Inhalten.

Zukunft des Europäischen Fußballs

Für mich ging es morgens gleich mit einer Diskussion zu folgendem Thema los:

„The Future of Football in Europe – Do we need to rethink the entire system?”

Titel meiner ersten Diskussion bei der Spielmacherkonferenz 2019

Diese Frage habe ich mit Georg Pangl von den European Leagues und Robert Müller von Vultejus von Lagardère Sports diskutiert. Die einhellige Antwort von beiden Seiten war:

„Ja, wir müssen das System anpassen. Der europäische Fußball steht an einem Scheideweg.“

Spielmacherkonferenz 2019
Diskussion zur Zukunft des Europäischen Fußballs bei der Spielmacherkonferenz 2019 [Foto: Felix Liebel]

Ich möchte ganz kurz ausführen, warum wir drei das so sehen.

Reformvorschlag für die Champions und Europa League

Hintergrund ist eine geplante Reform der europäischen Wettbewerbe (Champions und Europa League). Der Vorschlag beinhaltet, dass die Startplätze für die Wettbewerbe nicht mehr auf Basis des Abschneidens in den nationalen Ligen vergeben werden.

Vielmehr sollen die Clubs der Vorsaison größtenteils gesetzt sein. Lediglich ein ganz kleiner Anteil (konkret vier von 32 Clubs) werden über die Meisterschaften für die Champions League qualifiziert. Aktuell liegt dieser Anteil bei 30 von 32 Clubs.

Lediglich der Vorjahressieger sowie der Gewinner der Europa League sind gesetzt.

Konsequenzen dieser Reform in aller Kürze

Mit der Reform würden die europäischen Wettbewerbe zu einem (fast) geschlossenen System werden. Einerseits birgt dieses System enorme Vorteile für die Clubs, die Teil des Systems sind.

Schließlich können diese Teams mit festen Einnahmen aus den europäischen Wettbewerben rechnen, die die nationalen Umsätze bei weitem übersteigen werden.

Andererseits wird es für die Clubs außerhalb des Systems enorm schwer, dieses zu betreten. Erstens sind besagte Clubs finanziell und wirtschaftlich abgeschlagen. Zweitens gibt es kaum Wege zur Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe.

In meiner Wahrnehmung würde die Reform die Machtverhältnisse im europäischen Fußball konservieren und die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergehen lassen.

Glücklicherweise handelt es sich dabei „nur“ um einen Vorschlag, der von vielen Seiten angegriffen wird. Etwas beängstigend finde ich jedoch, dass die großen Clubs – die vermeintlich Teil des geschlossenen Systems wären – sich in einer Stellungnahme zurückhalten.

Oliver Kahn bei der Spielmacherkonferenz 2019

Mein ganz persönliches Highlight bei der Spielmacherkonferenz 2019 war ein Gespräch mit Oliver Kahn. Als Georg, Robert und ich die Bühne verlassen haben, wurden wir Backstage vom Titan angesprochen.

Er hat uns ein Kompliment für die Diskussion gegeben und ist inhaltlich gleich eingestiegen. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass Oliver immer wieder mit einer offiziellen Position beim FC Bayern München in Verbindung gebracht wird.

Spielmacherkonferenz 2019
Backstage Diskussion mit Oliver Kahn über die Zukunft des Europäischen Fußballs bei der Spielmacherkonferenz 2019 [Foto: Jan Axmann]

Der Rekordmeister wäre bei einer Reform mit Sicherheit Teil des geschlossenen Systems und somit einer der Profiteure.

Inhaltlich ist Oliver hierzu der Meinung, dass es schwierig wird den Trend der Reform zu stoppen. Er ist keinesfalls ein uneingeschränkter Freund davon, wirft aber ein, dass das „Kind vielleicht erstmal in den Brunnen fallen“ muss, bevor konsequenter gehandelt wird.

Bei dieser Diskussion erschienen die Bilder seiner Karriere vor meinem geistigen Auge. Der mittlerweile 50-Jährige hat seine Hausaufgaben aber definitiv gemacht. Nicht nur durch das Studium in Harvard machte er inhaltlich einen sehr fitten Eindruck.

Details zur besagten Reform veröffentliche ich in der kommenden Woche.

Gesundheits-Innovationen beim DFB

In meiner zweiten Diskussionsrunde saß ich mit zwei Vertretern der DFB Akademie (Tobias Haupt) und Philips (Thomas Schönen) auf der Bühne.

Die beiden haben bei der Spielmacherkonferenz 2019 ihre seit Anfang des Jahres laufende Kooperation vorgestellt. Philips unterstützt die DFB Akademie in Bezug auf Gesundheit mit neuester Medizintechnik.

Noch bevor die beiden auf die Bühne gekommen sind, wurde folgendes Video gezeigt:

Philips wird Gesundheitstechnologie-Partner der DFB-Akademie

Startschuss! ☺ Die #DFBAkademie und Philips sind ab sofort Kooperationspartner im Bereich Gesundheitstechnologie. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit 💪 Alle Infos ➡ http://dfb.social/Philips

Gepostet von DFB-Akademie am Dienstag, 15. Januar 2019
Einblick in die Zusammenarbeit zwischen der DFB-Akademie und Philips

Darin ist bereits erkennbar, inwiefern Philips die Nationalmannschaft wieder zur alten Stärke zurückhelfen möchte. Es werden nicht nur neue Geräte entwickelt, sondern auch die wichtigsten Interessensgruppen zusammengebracht.

Als neues Gerät wurde beispielsweise ein Mini-Ultraschall angesprochen, der direkt am Spielfeldrand eingesetzt werden kann.

Auch wenn dieses Gerät günstiger ist, als ein komplettes Ultraschallgerät, wird nicht jeder Dorf-Club mit einem Mini-Ultraschall herumlaufen. Die Türen der DFB Akademie / von Philips stehen jedoch auch Amateursportlern offen, was ich sehr charmant finde.

Einblicke in die Partnerschaft zwischen Philips und der DFB-Akademie bei der Spielmacherkonferenz 2019
Einblicke in die Partnerschaft zwischen Philips und der DFB-Akademie bei der Spielmacherkonferenz 2019 [Foto: Felix Liebel]

Zusätzlich schreiben beide Partner einen Innovations-Award aus. Hierauf können sich Startups aus den Bereichen Health Care und Medizintechnik bewerben. Alle Infos zu dem Preis, der im September 2019 verliehen wird, findest Du hier.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass im September im Rahmen des Länderspiels gegen die Niederlande in Hamburg ein Hackathon stattfindet.

Über Hackathons habe ich bereits berichtet als es um die Zusammenarbeit zwischen klassischen Unternehmen und Startups ging.

Telekom sponsort SK Gaming

In meiner letzten Moderation bei der Spielmacherkonferenz 2019 ging es um eSports. Gemeinsam mit der Telekom Deutschland (Hiro Kishi) und dem Gründer / Chef von SK Gaming (Alexander Müller) sprach ich über deren Zusammenarbeit.

SK Gaming ist einer der erfolgreichsten eSports-Clans. Die aktuell größte Aktivität ist im Bereich League of Legends. Hier berichte ich von meinem ersten League of Legends Event, bei dem ich nicht mal die Regeln kenne.

Darüber hinaus ist der Clan aber auch in vielen anderen Disziplinen wie FIFA oder mobilen Spielen wiederzufinden.

Die Counter Strike Aktivitäten wurden allerdings im vergangenen Jahr eingestellt. Zeitgleich sind zwei Investoren (FC Köln sowie Mercedes Benz) beim eSports-Clan eingestiegen.

Einblicke in das Sponsoring der Telekom Deutschland bei SK Gaming auf der Spielmacherkonferenz 2019
Einblicke in das Sponsoring der Telekom Deutschland bei SK Gaming auf der Spielmacherkonferenz 2019 [Foto: Felix Liebel]

Auch die Telekom Deutschland kam zu ungefähr diesem Zeitpunkt dazu. Das Bonner Kommunikationsunternehmen ist übrigens auch Trikotsponsor beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München.

Im Bereich des Sponsorings macht die Telekom, dessen oberstes Ziel eine Erhöhung der Reichweite ist, somit keine halben Sachen. Alexander Müller wirft als größten Vorteil von eSports-Sponsoring ein, dass sowohl junge Zielgruppen erreicht, als auch tolle Geschichten erzählt werden können.

Telekom fällt dabei unter die Kategorie der endemischen Sponsoren. Dies bedeutet, dass sie direkt etwas mit dem eSports-Bereich zu tun haben. Schließlich braucht jedes eSports-Event und natürlich auch jeder Clan, eine gute Internet-Leitung.

Die Möglichkeiten, diesen Umstand kommunikativ aufzuladen, sind entsprechend fast unbegrenzt.

Fazit zur Spielmacherkonferenz 2019

Ich freue mich schon auf die Spielmacherkonferenz 2020. Das ist das beste Feedback, was es geben kann.

Neben den Diskussionen, die ich moderiert habe, habe ich weitere spannende Vorträge gehört. Wie immer bekommst Du die Einblicke darin auf meinen Profilen bei Twitter und Instagram. Folge mir dort jetzt, wenn Du das nicht bereits heute tust.

Abseits der inhaltlichen Dimension habe ich mich aber auch wirklich gefreut, so viele bekannte Gesichter zu treffen. Zu vielen hiervon pflege ich regelmäßig Kontakt und würde sie sogar (fast) als meine Freunde bezeichnen.

Es macht Spaß, die inhaltliche Leidenschaft mit Menschen zu teilen, die ich gernhabe.  


Möchtest Du auch im Rahmen eines Events oder einer anderen Veranstaltung mit mir zusammenarbeiten? Klicke hier, um eine Übersicht über meine Services sowie namhafte Referenzen zu bekommen.

So überzeugst Du analog Denkende von der Dynamik im Sportbusiness

So überzeugst Du analog Denkende von der Dynamik im Sportbusiness

Ich habe schon sehr häufig davon gesprochen, dass wir eine höhere Dynamik im Sportbusiness brauchen.

Dabei bin ich immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass die Bereitschaft für Innovation und Digitalisierung vor allem im Kopf beginnt.

Damit stehen und fallen meiner Meinung nach Zukunftsprojekte. Diese Vorhaben scheitern nämlich nur selten an der IT.

Wenn Du das Gefühl hast, dass in Deiner Organisation besagte Projekte an einzelnen Entscheidern scheitern, möchte ich Dir in diesem Beitrag helfen.

Du erfährst, welche beeindruckenden Entwicklungen dafür sprechen, dass die Dynamik im Sportbusiness zunehmen muss.

Ich bin mir sicher, dass sie Dir dabei helfen, analog denkende Entscheider von der Dynamik im Sportbusiness zu überzeugen.

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4 gemeinsame Tipps für mehr Erfolg in eSports und Social Media

4 gemeinsame Tipps für mehr Erfolg in eSports und Social Media

In diesem Beitrag erfährst Du, was eSports und Social Media voneinander lernen können.

Auf die Idee zu diesem Artikel bin ich bei SPORT & MARKE 2019 in Wien gekommen. Diese vom ESB Marketing Netzwerk organisierte Veranstaltung ist quasi der kleine SPOBIS in Österreich.

Wir haben bereits viel darüber diskutiert, was genau Digitalisierung im Sport überhaupt ist. Ich spreche dabei gerne von einem großen Veränderungsprozess.

Operativ werden diese Veränderungen beispielsweise durch neue Disziplinen (eSports) oder aber zusätzliche Kommunikationskanäle (Social Media) spürbar.

Auch darüber hinaus gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Disziplinen. Welche das sind und was beide Bereiche voneinander lernen können, erfährst Du in diesem Beitrag.

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Der große Vormarsch und das riesige Potenzial von TikTok im Sport

Der große Vormarsch und das riesige Potenzial von TikTok im Sport

Heute geht es um die Rolle von TikTok im Sport. Hast Du von der aktuellen Hype-App aus China schon einmal gehört?

Ganz gleich, ob Du die App schon kennst oder nicht, möchte ich Dir in diesem Beitrag zeigen, warum TikTok im Sport eine große Rolle spielen kann.

Du erfährst nicht nur, was TikTok ist. Zusätzlich verrate ich Dir, was die chinesische App grundsätzlich anders macht als andere soziale Netzwerke und welchen Content aus der Bundesliga Du schon dort findest.

Genau diese Punkte untermauern meine These, dass TikTok im Sport für viele Clubs und Marken eine große Chance sein kann.

Dabei geht es vor allem um die junge Zielgruppe, mit der wir uns in den letzten Beiträgen intensiv auseinandergesetzt haben.

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So sieht das neue Medienverhalten der jungen Generation wirklich aus

So sieht das neue Medienverhalten der jungen Generation wirklich aus

Nachdem wir uns bereits in der letzten Woche mit der Generation Z auseinandergesetzt haben, schauen wir uns heute das neue Medienverhalten etwas genauer an.

In der Studie, die ich letzte Woche beschrieben und neu interpretiert habe, ging es konkret um die Bundesliga.

Meine Interpretationen waren dabei nicht ausschließlich positiv.

In diesem Beitrag möchte ich Dir zeigen, warum durch das neue Medienverhalten wirklich bahnbrechende Änderungen auf den Fußball-Konsum zukommen.

Nicht umsonst bezeichnen Sportbusiness-Entscheider dieses sich ändernde Medienverhalten mit 72% als größte Gefahr für die Branche.

Ich sehe in diesen Änderungen eher eine Chance, als ein Risiko. Trotzdem sollte sich jeder mit dem sich ändernden Medienverhalten auseinandersetzen.

Deshalb habe ich in diesem Beitrag für Dich spannende Highlights über die junge Generation aus zahlreichen angesehenen Studien zusammengefasst.

In meiner Recherche habe ich mehrfach auf Inhalte von Charles Bahr zurückgegriffen. Der 16-Jährige hat eine Agentur gegründet, die es Marken erleichtern soll, auf die Generation Z zu zugehen.

Sofern Du bei Twitter bist, kann ich Dir nur wärmstens empfehlen, Charles zu folgen.

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Die Generation Z liebt die Bundesliga – oder etwa doch nicht?

Die Generation Z liebt die Bundesliga – oder etwa doch nicht?

In diesem Beitrag schauen wir uns den Stellenwert der Bundesliga für die Generation Z an. Dabei handelt es sich um die Nachfolge-Generation der häufig diskutierten Generation Y.

Im Wesentlichen geht es also um die jungen Leute. Jeder, der in letzter Zeit im Stadion war, sieht vor allem eines: Menschen der älteren Semester.

Zukünftig muss aber auch die jüngere Generation angesprochen werden. Das haben die Sportbusiness Academy (SPOAC) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) zum Anlass genommen, um eine Studie aufzusetzen.

Dabei kam heraus, dass die jungen Leute die Bundesliga lieben. Zumindest wurden die erhobenen Zahlen so interpretiert. Das ist nicht grundsätzlich falsch.

Trotzdem möchte ich meine etwas andere Interpretation der Studienergebnisse hier mit Dir teilen.

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So kreativ wurden über die HSV-Anleihe 17,5 Millionen Euro eingesammelt

So kreativ wurden über die HSV-Anleihe 17,5 Millionen Euro eingesammelt

In den vergangenen Wochen haben Fans und Investoren die HSV-Anleihe gezeichnet. Über diese Aktion sind dem Hamburger SV insgesamt die geplante Summe von 17,5 Millionen Euro zugeflossen.

Damit werden die Rothosen jedoch nicht oben angreifen, um den Aufstieg in die Bundesliga zu forcieren. Das Geld dient einzig und allein der Rückzahlung einer älteren HSV-Anleihe aus dem Jahr 2012. Damals wurden ebenfalls 17,5 Millionen Euro eingesammelt.

Nicht nur sportlich, sondern vor allem auch wirtschaftlich und finanziell stehen die Norddeutschen immer wieder in der Kritik.

In meiner Wahrnehmung fiel es dem HSV diesmal folglich offensichtlich deutlich schwerer, das Geld von Fans und Investoren einzusammeln. In diesem Beitrag erfährst Du, wie die Verantwortlichen für das Investment geworben haben.

Details zur HSV-Anleihe

Genau wie ihr Vorgänger verspricht die aktuelle HSV-Anleihe eine Verzinsung von sechs Prozent pro Jahr und läuft insgesamt sieben Jahre. Bei der neuen HSV-Anleihe werden jedoch ab 2022 jährlich zusätzlich mindestens zehn Prozent des Nennbetrags getilgt.

Die Rückzahlung der Anleihe findet somit nicht auf einen Schlag, sondern über mehrere Stufen statt.

Ich habe auch einen geringen Geldbetrag in die HSV-Anleihe investiert, weil ich dabei sein wollte. Dies ist nicht mein erstes Investment in einen Fußballclub in Deutschland.

Zielgruppe der HSV-Anleihe

Auch wenn es sich bei der HSV-Anleihe um ein Finanzprodukt handelt, wird diese nicht in erster Linie renditehungrige Anleger anziehen.

Wie bei anderen Finanzierungsformen im Fußball baut der Club vor allem auf die Beteiligung der Fans. Diese investieren bekanntlich nicht nach rationalen, sondern vor allem nach emotionalen Prinzipien.

Dabei möchte ich in diesem Beitrag gar nicht bewerten, ob ich die HSV-Anleihe für ein gutes oder schlechtes Investment halte. Ich kann nur sagen, dass eine 6 prozentige Verzinsung in der aktuellen Niedrigzins-Phase vergleichsweise hoch ist.

Hinzu kommt die finanzielle Instabilität des Hamburger SV. Jedes Jahr bangt der Club erneut, wenn es um die Lizenzvergabe geht.

Besonders interessant ist hierbei ebenfalls, dass die Verzinsung genauso hoch ist wie bei der vorherigen Anleihe. Damals spielten die Hamburger noch in der höchsten deutschen Spielklasse und waren noch nie in der Relegation.

Europa war damals definitiv näher als der Abstieg.

Mittel zur Bewerbung der HSV-Anleihe

Genau deshalb nehme ich es so wahr, dass die Vermarktung der HSV-Anleihe kein Selbstläufer war. Insgesamt habe ich sechs verschiedene Werbeformen der HSV-Anleihe festgestellt.

Sechs Werbe-Formate für die HSV-Anleihe
Sechs Werbe-Formate für die HSV-Anleihe

In meinen Augen eignen sich die wenigsten davon zur Bewerbung eines Investments. Es wird somit klar, dass die Verantwortlichen vor allem auf die Emotionalität der Fans abzielen.

Werbung für die HSV-Anleihe

Die Bewerbung der HSV-Anleihe über die unterschiedlichen Kanäle ist für den Club nicht immer kostenlos.

Deshalb gehe ich die einzelnen Werbeformate jetzt einmal nacheinander durch.

Newsletter zur HSV-Anleihe

Ich habe die HSV-Anleihe gezeichnet, nachdem ich eine Mail mit den dazugehörigen Informationen bekommen habe.

Zwar wusste ich schon im Vorfeld, dass eine Anleihe gezeichnet werden sollte, die Mail hat mich aber zum richtigen Zeitpunkt nochmal dran erinnert.

Diese Werbeform ist sehr naheliegend. Über die Mailadressen kann der HSV seine Fans kostenlos und unkompliziert erreichen.

Bannerwerbung für die HSV-Anleihe

Sobald ich in den letzten Wochen die Webseite des HSV besucht habe, sprang mir ein Banner ins Gesicht.

Dieses forderte den Besucher recht direkt zur Zeichnung der Anleihe auf.

Bewerbung der HSV-Anleihe über ein Banner auf der Webseite
Bewerbung der HSV-Anleihe über ein Banner auf der Webseite

Es ist überhaupt nicht unüblich für wichtige Aktionen, die von Besuchern erwartet werden, ein Banner zu verwenden. Dieses erzielt eine sehr große Aufmerksamkeit.

Viele Internetseiten nutzen Banner, um die Newsletter-Anmeldung zu bewerben. Ich hatte das zu Beginn auch gemacht, möchte aber nicht zu penetrant wirken.

Solltest Du Dich dennoch für meinen Newsletter anmelden wollen, klicke einfach hier.

Radiowerbung für die HSV-Anleihe

Beim Radio sind Streuverluste unvermeidbar. Trotz der möglichen Regionalität werden viele Menschen, die als potenzieller Investor nicht in Frage kommen, die Anzeige hören.

Darunter sind Kinder, Anhänger vom FC St. Pauli oder Werder Bremen oder aber Menschen, die sich nicht für den Fußball interessieren.

Außerdem ist der Erfolg dieser Form von Werbung nur sehr schwer nachzuweisen. Für die Verantwortlichen dürfte es fast unmöglich sein, nachzuvollziehen, ob ein Investor die Radiowerbung gehört hat und / oder aus diesem Grund investiert.

Ich beispielsweise habe zwar investiert, habe die Werbung im Radio aber nicht gehört. 

Aufgrund der Partnerschaft zwischen dem Sender NDR 2 und dem HSV könnten sich die Kosten für dieses Werbeformat jedoch im Rahmen halten.

Derby-Poster als Anreiz

Durch den durchaus unerwarteten, sehr hohen Sieg im Derby gegen den Hamburger Stadtrivalen FC St. Pauli konnte mit Sicherheit die eine oder andere zusätzliche Anleihe gezeichnet werden.

Hierfür erstellte der HSV ein Poster mit der Anzeigetafel, die das 0:4 zeigte. Auf diesem Poster haben dann die drei Torschützen (Pierre-Michel Lasogga, Khaled Narey und Douglas Santos) unterschrieben.

Das Poster wiederum kann nicht gekauft werden. Lediglich Investoren, die Geld für eine Schmuckanleihe zur Verfügung stellen, erhalten kostenfrei eines dieser Poster.

Derbysieger-Poster als Anreiz zur Zeichnung der HSV-Anleihe
Derbysieger-Poster als Anreiz zur Zeichnung der HSV-Anleihe

Diese Form der Werbung ist zwar kreativ, zeigt aber auch, wie dringend die Verantwortlichen weiteres Geld aus der Zeichnung von neuen HSV-Anleihen brauchen. 

SEA für die HSV-Anleihe

Bei SEA gibt der Werbetreibende (in diesem Fall der HSV) Geld dafür aus, um oberhalb der organischen Suchergebnisse bei Google gezeigt zu werden.

Die jeweiligen Anzeigen sind dabei als solche gekennzeichnet und tauchen beispielsweise auf, wenn ein Fan nach „HSV-Anleihe“ sucht.

So kann sich der Werbetreibende sicher sein, dass er unter den relevanten Ergebnissen auftaucht. Im organischen (nicht bezahlten) Bereich ist der Algorithmus von Google nicht 100 Prozent nachvollziehbar.

Für diese Werbeform musste der HSV aber definitiv Geld ausgeben. Ich würde zu gerne wissen ob sich dieses Werbeformat in Bezug auf die HSV-Anleihe gelohnt hat.

Bandenwerbung für die HSV-Anleihe

Hast Du in den letzten Wochen ein Heimspiel des HSV verfolgt? Wenn ja, ist Dir vielleicht die Bandenwerbung für die HSV-Anleihe aufgefallen.

Dort stand sehr häufig:

Jetzt Anleihe zeichnen!

Text auf Banden bei Heimspielen des HSV

Für dieses Werbeformat musste der HSV kein Geld ausgeben. Unter Umständen musste er aber auf welches verzichten, da andere Partner, die Geld für die Banden zahlen, nicht gezeigt werden konnten.

Fazit zur HSV-Anleihe

Die kreativen Werbeformate haben sich ausgezeichnet. Der HSV hat am vergangenen Donnerstag (28.03.2019) bekanntgegeben, dass das angegebene Ziel von 17,5 Millionen Euro erreicht wurde.

Nach der Bewerbung der HSV-Anleihe muss der Club nun liefern. In den ersten Jahren sind es „lediglich“ sechs Prozent. Das sind aber auch immerhin schon 1,05 Millionen Euro pro Jahr.

Hinzu kommt ab 2022 die mindestens 10 prozentige Rückzahlung des Nennbetrags (somit weitere 1,75 Millionen Euro).

Ich drücke dem Club nicht nur als HSV-Fan, sondern auch als Sport-Fan, die Daumen, da ich nicht möchte, dass diese Finanzierungsform „verbrannt“ wird.

Vergleich macht Dominanz der Premier League zur Bundesliga deutlich

Vergleich macht Dominanz der Premier League zur Bundesliga deutlich

In diesem Beitrag schauen wir uns die Dominanz der Premier League im Vergleich zur Bundesliga an.

Dass es sportlich in England wesentlich besser läuft als hierzulande, wurde im Achtelfinale der Champions League deutlich.

Mit demFC Schalke 04, Borussia Dortmund und dem FC Bayern München schieden alle drei Bundesliga Teams im Achtelfinale aus.

Auffallend dabei ist, dass die Top Clubs der Bundesliga dabei allesamt gegen Teams aus der Premier League ausschieden.

Dies wirft die Frage der Dominanz der Premier League auf, der wir uns in diesem Beitrag auf kreative Art und Weise nähern wollen.

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So kritisch sehen Experten die Zukunft des Sportbusiness

So kritisch sehen Experten die Zukunft des Sportbusiness

Nachdem ich in den vergangenen Beiträgen häufig über die Vergangenheit und den Status Quo geschrieben habe, geht es heute um die Zukunft des Sportbusiness.

Nach dem außerordentlich positiven Feedback zum Beitrag über den DFL Wirtschaftsreport 2019 analysiere ich deshalb wieder für Dich einen Sportbusiness Report.

Diesmal geht es um eine von der Sport Business Academy (SPOAC) veröffentlichte Studie.

Darin befragten Professoren der angesehenen Privathochschule WHU sowie Redakteure der SPONSORs Experten zu Ihrer Einschätzung der Zukunft des Sportbusiness.

Insgesamt schätzen die Experten die Zukunft hierbei nach wie vor positiv, aber schlechter als noch im Vorjahr ein. In diesem Beitrag erfährst Du, warum das so ist.

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Ist dieser komplexe Liga-Spielmodus auch für die Bundesliga interessant?

Ist dieser komplexe Liga-Spielmodus auch für die Bundesliga interessant?

Inspiriert durch meine Reise nach Wien möchte ich mit Dir über den Liga-Spielmodus der Österreichischen Bundesliga sprechen.

Es geht mir nicht nur darum, den Spielmodus dort zu verstehen. Vielmehr möchte ich hinterfragen, ob der Modus nicht auch in Deutschland funktionieren könnte.

Kannst Du Dir einen komplett neuartigen Liga-Spielmodus vorstellen?

In Österreich ist dieser schon Realität. Es gibt zwar kein K.o.-System, aber der Liga-Spielmodus hat es trotzdem in sich. Und er erhöht die Spannung für alle Beteiligten.

Wenn Du also offen für neue Ansätze im Deutschen Profifußball bist, solltest Du unbedingt weiterlesen.

Neben meiner eigenen Meinung bringe ich auch verschiedene Perspektiven aus Österreich (Club-Verantwortliche & Fan) mit ein.

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