Ausflug zum DVV-Pokalfinale 2018 – dem größten Volleyball Event des Jahres

Ausflug zum DVV-Pokalfinale 2018 – dem größten Volleyball Event des Jahres

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Am Wochenende des 03. und 04. März war ich zu Gast in Mannheim. Dort fand in der SAP-Arena das DVV-Pokalfinale für die Männer und Frauen statt.

Genau wie das Format des nationalen Pokals im Fußball einen eigenen Namen hat (DFB-Pokal), wird es auch im Volleyball anders benannt und heißt eben DVV-Pokalfinale.

DVV ist hierbei die Abkürzung für den Deutschen Volleyball Verband, der den Pokal ausrichtet. Auf den ersten Blick sind die Strukturen somit mit denen des Fußballs zu vergleichen.

Auch wenn ich noch nie beim Finale des DFB-Pokals war, möchte ich das gesamte Event gerne mit dem Fußball vergleichen. Ich bin nach 48 Stunden Volleyball nämlich davon überzeugt:

Beide Sportarten können noch viel voneinander lernen, spielen aber wirtschaftlich in komplett anderen Ligen. Ich nehme Dich mit in die intensive Welt des Volleyballs.

Austragungsort vom DVV-Pokalfinale

Für das DVV-Pokalfinale bin ich das erste Mal in meinem Leben nach Mannheim gereist. Wenn Du mir bei Instagram folgst, hast bereits beeindruckende Bilder und Kurzvideos in meiner Story sehen können.

Die beiden besten deutschen Volleyball-Mannschaften sollten für beide Geschlechter in der SAP-Arena ausgespielt werden.

Diese fasst je nach Veranstaltung bis zu 15.000 Gäste. Damit ist die Multifunktionshalle die drittgrößte ihrer Art in Deutschland (nach Berlin und Köln). Sie bietet somit optimale Voraussetzungen für eine atemberaubende Atmosphäre.

Eindruck zur Stimmung beim DVV-Pokalfinale 2018
Eindruck zur Stimmung beim DVV-Pokalfinale 2018

Von der Atmosphäre mit über 11.000 Fans war ich sehr beeindruckt. Es war das erste Mal, dass ich ein professionelles Volleyball-Spiel live gesehen habe.

Als Kind / Jugendlicher habe ich selbst zwei Jahre aktiv gespielt und kenne mich mit den Regeln aus. Ich habe mich dementsprechend nicht so verloren gefühlt wie bei meinen Besuchen von eSports-Events :-).

Vor ca. 10 Jahren wurde die SAP-Arena für 70 Millionen Euro gebaut und von einem bekannten Gesicht im deutschen Profifußball finanziert: Dem SAP-Gründer Dietmar Hopp.

Der Eigentümer und Mäzen der TSG Hoffenheim hat die Stadt beim Bau maßgeblich unterstützt und übergibt die Immobilie nach und nach der Gemeinde.

Neben zahlreichen Konzerten und Events wie dem DVV-Pokalfinale spielen die Adler Mannheim (Eishockey) und die Rhein-Neckar Löwen (Handball) regelmäßig in der Arena.

Finanzielle Strahlkraft beim DVV-Pokalfinale

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, die Verantwortlichen mit der Frage zu belästigen, wie der Volleyball im Vergleich zu anderen Sportarten dasteht.

Dabei wurde Volleyball am aller häufigsten mit dem Handball verglichen. Einige sprachen auch Basketball an. Niemand verglich Volleyball mit Fußball.

Meiner Ansicht nach reicht ein Vergleich, um die Größenverhältnisse anzudeuten:

Der Sieger des DFB-Pokals erhält in der Saison 2017/18 circa 4,5 Millionen Euro. Insgesamt schüttet der DFB in etwa 50 Millionen Euro an alle teilnehmenden Vereine aus.

Nun zum Volleyball: Der Sieger im DVV-Pokalfinale darf sich über 6.000 Euro freuen. Pro Club. Nicht pro Spieler. Und der Zweitplatzierte erhält noch 4.000 Euro. Insgesamt werden je Geschlecht 20.000 Euro ausgeschüttet. Zuzüglich eventueller Gewinne, die jedoch nicht sonderlich groß sein dürften.

Diese Zahlen reichen meiner Ansicht nach, um die unterschiedliche finanzielle Stärke beider Sportarten miteinander ins Verhältnis zu setzen.

Besonders positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Ausgeglichenheit zwischen männlichen und weiblichen Volleyballern.

Ausgeglichenheit zwischen Männern und Frauen.

„Emanzipation“ beim DVV-Pokalfinale

Von verschiedenen Experten und Verantwortlichen der Volleyball-Branche habe ich aufgeschnappt, dass Frauen-Volleyball wesentlich beliebter ist als die Liga der männlichen Sportler.

Ich habe die Frage nach Gründen hierfür mehrfach aktiv gestellt. So richtig überzeugt bin ich von den Antworten noch nicht.

Das hat man mir gesagt:

  1. Ausgeglichenheit der Liga: Die Liga der männlichen Volleyballer sei demnach stark von zwei Teams dominiert. Die fehlende Spannung wirkt sich negativ auf jegliches Fan-Engagement aus.
  2. Dominanz im Jugendbereich: In der Altersgruppe der U20 sind demnach 4/5 der Athleten weiblich. Nur 1/5 sind (angehende) Männer.
  3. Professionalisierung: Die beiden vorher genannten Gründe führen dazu, dass die weiblichen Teams wesentlich professioneller aufgestellt sind.

Genau deshalb wurde das Finale der Männer nachmittags ausgespielt, während die Damen am frühen Abend (zur vermeintlich besseren Zeit) ran mussten. Das Spiel der Damen fand auch in den (TV-) Medien wesentlich mehr Anklang und war einfacher zu vermarkten.

Auf die Schnelle fällt mir keine andere Sportart ein, bei der die Frauen die Männer so offensichtlich dominieren.

Aufgrund meiner Reiseplanung konnte ich leider nur das Spiel der Männer sehen und kann nicht beurteilen, ob die Stimmung bei den Damen noch besser war. Mich hat die Atmosphäre (inkl. DJ, regelmäßigen musikalischen Beiträgen und Feuer-Show) sehr beeindruckt.

Innovationen beim DVV-Pokalfinale

Zugegeben, bisher hatte ich noch nicht viele Berührungspunkte mit dem professionellenla Volleyball. Nach diesem Wochenende kann ich jedoch sagen, dass die Verantwortlichen sich selbst stark hinterfragen.

Meiner Meinung nach ist genau das eine wesentliche Grundvoraussetzung für die eigene Weiterentwicklung.

Aus verschiedenen Gesprächen habe ich mitgenommen, dass die Branche sich selbst als „alt“ bezeichnet und sich selbst eine zu langsame Entwicklung attestiert.

Technische Innovationen beim DVV-Pokalfinale

Ich kann nur sagen, dass ich eine ziemlich Innovations-freudige Branche kennengelernt habe. Zusätzlich zum Hawk Eye, was genau wie im Tennis die Frage beantwortet, ob ein Ball im Aus war oder nicht, wurden weitere Innovationen getestet.

Jede Mannschaft hatte pro Satz zwei Mal die Möglichkeit einer sogenannten Challenge. Dabei konnte der Trainer eine gefallene Entscheidung anzweifeln. Diese wurde dann mit einem Challenge-Schiedsrichter (quasi Video-Schiedsrichter) überprüft und die passende Sequenz allen Zuschauern auf dem Video-Würfel gezeigt.

Lag das Team mit der Challenge richtig – und kommt es zur Korrektur der Fehlentscheidung – hat sie weiterhin zwei Challenges. Erst, wenn ein Team sich in einem Satz zwei Mal geirrt hat, hat sie keine Challenge mehr.

Ich mag dieses Konzept. Natürlich ist es nicht 1:1 auf den Fußball übertragbar, da unser gemeinsamer Lieblingssport wesentlich komplexere Abläufe (ohne Unterbrechung) beinhaltet.

Neben einer erhöhten Gereichtigkeit erhoffen sich die Verantwortlichen vor allem ein weiteres Element der Eventisierung des Spiels. Zukünftig wollen sie die Zuschauer über eine App befragen, wie sie die Situation gesehen haben. Das alles funktioniert natürlich nur live.

Was kann der Fußball hieraus lernen? Nun ja. Die gerade von mir beschriebenen Dinge waren neu. Und es gab keinerlei Proteste. Weder über die allgemeine Einführung, noch bei möglichen Verzögerungen und Problemen.

Dafür hatte der Stadionsprecher / DJ zuvor über eine Lautsprecheransage geworben. In meinen Augen ist das ein absolutes Positivbeispiel!

Vermarktungs-Tricks beim DVV-Pokalfinale

Darüber hinaus möchte ich noch auf einen raffinierten Trick eingehen, den ich sehr bewundere. Leider hat der Deutsche Volleyball Schwierigkeiten in der TV-Vermarktung und Sponsoring-Akquise.

Mit Comdirect konnte nicht nur ein attraktiver Sponsor für das DVV-Pokalfinale, sondern gleichzeitig auch ein Innovations-Partner gewonnen werden.

Die oben genannten Innovationen wurden nämlich maßgeblich durch die Direktbank getrieben.

Bei Hallensportarten können Sponsoren sogar auf dem eigentlichen Spielfeld präsent sein – nicht nur an den Banden, wie beim Fußball.

Mir sind dennoch viele leere Flächen aufgefallen. In dem nachfolgenden Bild siehst Du, dass einige der vermeintlich leeren Flächen mit (pritschenden) Händen bedeckt wurden.

Pritschende Hände als Platzhalter für Werbung beim DVV-Pokalfinale 2018
Pritschende Hände als Platzhalter für Werbung beim DVV-Pokalfinale 2018

Davon hat im ersten Schritt kein Medienpartner einen Mehrwert. Der Deutsche Volleyball Verband nutzt diese Bilder jedoch, um zu prüfen, wie groß die Reichweite potenzieller Partner wäre, die an dieser Stelle ihr Logo platzieren.

Für das kommende Jahr liegen demnach konkrete Zahlen vor, die diesen potenziellen Partnern bei der Entscheidungshilfe für oder gegen ein Sponsoring unterstützen können.

Ich finde das wirklich clever!

Abschließend möchte ich noch ganz kurz erklären, wie ich überhaupt zu der Veranstaltung gekommen bin.

Mein Weg zum DVV-Pokalfinale

Wie Du weißt, halte ich sehr viel davon, ab und an einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Das habe ich beispielsweise schon in meinem Beitrag über die Swim Race Days – die übrigens am selben Wochenende stattfanden – gemacht. Auch die Besuche der zahlreichen eSports-Events finde ich sehr horizonterweiternd.

Gemeinsame Veranstaltung von VBL & IST-Hochschule

Auch das DVV-Pokalfinale hat meinen Horizont definitiv erweitert. Möglich gemacht hat das meine Zusammenarbeit mit der IST-Hochschule. An dieser habe ich Ende 2017 bereits ein Webinar zur Digitalisierung des Fan-Erlebnisses gehalten.

Außerdem intensivieren wir im Hintergrund unsere Zusammenarbeit. Das kannst Du aber natürlich NOCH nicht mitbekommen haben. Bei Zeiten erfährst Du, worum es geht, versprochen :-).

Vor den beiden Finalspielen hat die IST-Hochschule gemeinsam mit der Deutschen Volleyball Liga (VBL) ein Format für Studierende, Alumni und Interessierte des Studienangebots organisiert.

In diesem Rahmen durfte ich einen Vortrag halten und entschied mich für 10 Totschlagargumente gegen Digitalisierung – und wie Du sie entkräftest.

Eindrücke vom IST- & DVV-Event vor dem DVV-Pokalfinale 2018
Eindrücke vom IST- & VBL-Event vor dem DVV-Pokalfinale 2018

Den Vortrag hatte ich beim SPOBIS 2018 bereits gehalten. Er kam sehr gut an und ich wusste, dass niemand der Zuhörer beim DVV-Pokalfinale den Vortrag schon kannte.

Auch dieses Mal was das Feedback sehr positiv und ich werde die Vortrag eventuell auch bei zukünftigen Anlässen gelegentlich nochmal aus der Schublade holen :-).

Pokalnacht und Goldenes Händchen

Die Hochschule hat mich bereits am Vorabend zur Pokalnacht eingeladen. Dabei trafen sich einige Gäste zum Networking und einer Preisverleihung im VIP-Bereich der Arena.

Neben spannenden Gesprächen fand ich vor allem die Preisverleihung sehr spannend. In einer feierlichen Zeremonie wurde das Goldene Händchen in drei Kategorien verliehen. Die Fans konnten im Vorhinein über die Sieger abstimmen.

  1. Bester Ballwechsel der Pokalsaison: Aus den Spielen vor dem Finale wurden die beiden Mannschaften mit dem besten Ballwechsel gekürt.
  2. Bestes Social Media Video im Amateurbereich: Auch im Volleyball und dort sogar im Amateurbereich ist der Trend hin zu Videos angekommen. Deshalb wurde das beste Video zum Thema Volleyball im Alltag geehrt.
  3. Beste Volleyball-Story des Jahres: Es gibt nicht nur digitale Trends, sondern auch sportliche. Der neueste heißt Snow-Volleyball. Anstatt einem Hallenboden bzw. Sand beim Beachvolleyball spielen die Sportler beim Snow-Volleyball auf Schnee. Die ersten Deutschen Meisterschaften fanden bereits statt. Ende März 2018 treffen sich die nationalen Sieger für die erste Europameisterschaft.

Insgesamt hatte ich ein sehr beeindruckendes und horizonterweiterndes Wochenende in Mannheim. Ich hoffe, Dir das Gefühl gegeben zu haben, live dabei gewesen zu sein.


Du möchtest auch mal einen Vortrag von mir hören? Dann schreib mir eine Mail, oder kontaktiere mich bei LinkedIn bzw. XING.

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