6 Gedankenanstöße vom FUSSBALL KONGRESS Österreich

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Am 13. Februar fand der FUSSBALL KONGRESS Österreich in Wien statt. 2019 startet demnach nach dem SPOBIS 2019 mit einer weiteren richtig guten Konferenz.

Ich möchte an dieser Stelle keine Werbung für die Veranstalter dieser Konferenzen machen, sondern Dir exklusive Einblicke in die Inhalte der Tage geben.

Das Fazit zum FUSSBALL KONGRESS Österreich kann ich vorwegnehmen: Ich würde sofort wieder in unser Nachbarland reisen.

Einerseits liegt das daran, dass der Veranstalter ein sehr interessantes Event-Konzept verfolgt. Andererseits habe ich viel über die österreichische Bundesliga sowie den Blick auf Europas Top-Ligen gelernt.

Dieser Beitrag ist also für jeden Konferenz- und Fußball-Liebhaber und somit hoffentlich auch für Dich interessant.

Anderes Event-Konzept

Ich hatte in der Einleitung bereits geschrieben, dass der FUSSBALL KONGRESS Österreich ein etwas anderes Konzept verfolgt als üblich.

Die Teilnehmerzahl ist auf 150 begrenzt und es wird viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre gelegt. Das habe ich sowohl im vorbereitenden Austausch, als auch am Vorabend gemerkt.

Einen Tag vor der Konferenz kamen langjährige Partner und Gäste in einem netten Wiener Restaurant zusammen. Ich hatte das Glück und wurde auch eingeladen :-).

Zu Beginn des Abends wurde jeder der circa 30 anwesenden Gäste in Ruhe vorgestellt und hatte die Möglichkeit selbst ein paar Worte zu sich zu sagen.

So fiel der Einstieg in die Gespräche vor, während und nach dem Essen wesentlich leichter. Und ich brauchte Gesprächspartner.

Bis auf den Veranstalter an sich kannte ich nämlich niemanden vor Ort. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass der FUSSBALL KONGRESS Österreich nicht nur ein anderes Konzept verfolgt, sondern auch andere Teilnehmer anspricht.

FUSSBALL KONGRESS Österreich
Enger Zusammenhalt unter den Gästen beim FUSSBALL KONGRESS Österreich

Mir soll es recht sein. Und auch inhaltlich hat sich die Reise nach Wien definitiv gelohnt.

Fußball als weltweite Plattform

Der FUSSBALL KONGRESS Österreich startete mit einer spannenden Erkenntnis, über dessen Konsequenzen ich mir bisher wenig Gedanken gemacht habe.

Es ist allgemein bekannt, dass Fußball in Europa die Sportart Nummer eins ist. Für andere Sportarten bedeutet dies, dass es zunehmend schwerer wird, Fans zu gewinnen.

Innerhalb des Fußballs dominieren vor allem die Top 5 Ligen. Das wiederum bedeutet, dass es die anderen Ligen (zu denen Österreich zählt) enorm schwer haben.

Auf der nächsten Ebene sehen wir aber auch, dass innerhalb der Top 5 Ligen vor allem die besten Clubs immer besser werden. Die Konsequenz ist, dass es die kleineren Clubs immer schwieriger haben Fans zu gewinnen und sportlich sowie finanziell erfolgreich zu arbeiten.

Das klingt jetzt sehr wehleidig, ist aber anders gemeint:

Im e-Commerce spricht man heutzutage von der sogenannten Plattformökonomie. In aller Kürze geht es darum:

In einem bestimmten Segment gibt es einzelne Unternehmen, die so dominant sind, dass sie die anderen Marktteilnehmer aus dem Markt beziehungsweise in den finanziellen Ruin treiben (können).

Google ist ein Beispiel hierfür. Als Suchmaschine ist der US-Konzern unumgänglich. Jedes Unternehmen, das im Internet Geschäfte machen möchte, muss nun an Google vorbei.

Über den eigenen Such-Algorithmus sowie die Preise für Werbung auf Google kann das Unternehmen nahezu das gesamte Internet kontrollieren.

Diese Darstellung ist sehr vereinfacht und lässt absichtlich weitere Definitionen aus. Trotzdem sollte das Prinzip klar werden.

Der Fußball ist quasi eine Plattform, die alle anderen Sportarten dominiert. Innerhalb des Fußballs dominieren die Top 5 Ligen und darin wiederum die besten Clubs dieser Ligen.

Laut Plattformökonomie kann sich übrigens auf Dauer nur eine Handvoll Plattformen in einem Segment durchsetzen. Aber das ist eine andere Geschichte. Schauen wir nach Österreich.

Österreich im Vergleich zur Top 5

Über den Österreichischen Fußball habe ich lange nicht mehr geschrieben. Zuletzt, als es um das innovative Format der eBundesliga ging.

Das ist wenig verwunderlich, schließlich ist unser Nachbar in nahezu jeder Hinsicht kleiner als Deutschland. Gleich zu Beginn meines Besuchs in Wien habe ich gelernt, dass auf vieles die „1 zu 10 Regel“ anzuwenden ist.

Wenn ich die Größe von etwas Österreichischem bestimmen möchte, muss ich nur das Deutsche Pendant nehmen und durch 10 teilen.

Das funktioniert bei der Einwohnerzahl (82,7 Millionen zu 8,8 Millionen) erstaunlich gut. Auf den Fußball lässt sich diese Zahl allerdings nur bedingt übertragen.

Die Österreichischen Proficlubs erwirtschafteten in der Saison 2016/17 laut Deloitte ungefähr 180 Millionen Euro an Umsatz.

Der FC Bayern München hat im selben Zeitraum ungefähr das 3,5-Fache an Erlösen generieren können.

Auch im Durchschnitt erwirtschaften die Bundesliga-Clubs laut DFL Report 2018 jeweils mehr Geld, als die gesamte Liga in Österreich (187,5 Millionen Euro).

Besonders schön fand ich auch den Vergleich des Vortragenden Stefan Ludwig:

Trotzdem ist es beeindruckend, was der Österreichische Fußball schafft.

Laut dem Annual Review of Football Finance von Deloitte ist die Österreichische Liga finanziell gesehen auf Platz 12 in Europa.

Genau dieselbe Platzierung erreichen unsere Nachbarn auch im Ranking der UEFA, wenn es um die Performance in den internationalen Wettbewerben geht.

Die Deutsche Bundesliga schafft diese Konsistenz nicht. Während wir finanziell gesehen auf Platz 3 (hinter England und Spanien) sind, überholt uns Italien im Ranking der UEFA.

Von Ungleichheit zur Strukturreform

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren die Teilnehmer sich sofort einig:

Einen ausgeglichenen Wettbewerb gibt es im Profifußball nicht. Es braucht eine Strukturreform!

Einhellige Experten-Meinung beim FUSSBALL KONGRESS Österreich

Leider wurden die Gedanken zur Strukturreform nicht weiter ausgeführt. In Österreich gab es aber schon eine Reform der Liga. Auf diese möchte ich hier nicht zu stark eingehen.

Über das Thema könnte und werde ich einen eigenen Beitrag schreiben. So viel sei aber verraten: Unsere Österreichischen Nachbarn verabschiedeten sich von dem klassischen Liga-Modus, wie wir ihn kennen.

Das digitale Stadion

Nach dem Mittag ging es vor allem um das digitale Stadion. Bei dem Thema bin ich immer etwas zwiegespalten. Einerseits macht es Spaß sich über ein digitales Stadion Gedanken zu machen.

Es gibt so viele Anwendungsfälle von innovativer Technologie. Andererseits ist die Realität häufig sehr weit weg von diesen Visionen.

In diesem Zusammenhang ging es beim FUSSBALL KONGRESS Österreich beispielsweise um die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlens im Stadion. Ich habe bisher immer mit Bargeld gezahlt beziehungsweise zahlen müssen.

Bevor wir uns dementsprechend über Kryptowährungen in Stadien Gedanken machen, wäre ich schon dankbar, wenn ich die Bratwurst mit Karte zahlen könnte.

Außerdem ging es in Bezug aufs digitale Stadion beim FUSSBALL KONGRESS Österreich um eine Studie vom International Football Institute.

Dabei wurde analysiert, wie Fans zu dem Thema des digitalen Stadions stehen. Hierzu wurde meiner Meinung nach wieder gut die typische Deutsche Mentalität deutlich.

Demnach fürchten 40 % der Fans, dass der Sport in den Hintergrund rückt, wenn wir hochmoderne Stadien haben.

Rein theoretisch besteht diese Gefahr natürlich. Ich würde es allerdings so sehen, dass wir die Erlebbarkeit des Sports noch weiter verbessern, anstatt dem Sport zu schaden.

Dabei erhoffe ich mir einen ähnlichen Effekt wie damals, als diskutiert wurde, ob die Fußballspiele im Fernsehen übertragen werden sollen.

In den 60er Jahren befürchteten viele Fans und Verantwortliche, dass die Stadien leer blieben, wenn Fußball im Fernsehen zu sehen wäre.

Diese Befürchtung hat sich mit Sicherheit nicht bestätigt und ich hoffe, dass es bei der Angst vor dem digitalen Stadion genauso ist.

Football Leaks auf der Bühne

Erstmalig war zudem ein Vertreter von Football Leaks auf einer Österreichischen Bühne.

Christoph Winterbach präsentierte ausgewählte Recherche-Ergebnisse des SPIEGEL sowie des Recherchenetzwerks European Investigative Collaboration (EIC).

Dabei ging er auch auf die Hintergründe und den mittlerweile enttarnten Whistleblower Rui Pinto ein.

Es war ihm anzumerken, dass ihm die Affäre rund um die Vergewaltigung einer Frau durch Cristiano Ronaldo sehr nahe ging.

Bei den finanziellen Eskapaden geht es wiederum auch meistens „nur“ ums Geld. Wobei auch dies natürlich moralisch verwerflich ist.

Er kommt nach seinem eindrucksvollen Vortrag unter anderem zu dem Schluss:

Die größten Stars der Branche sind Kunstfiguren und keine Vorbilder.

Fazit von Christoph Winterbach zu Football Leaks

Das würde ich genauso unterschreiben!

Fazit zum FUSSBALL KONGRESS Österreich

Wie immer konnte ich natürlich nur die Highlights vom FUSSBALL KONGRESS Österreich beschreiben. Das fällt mir richtig schwer, weil es eben so viele spannende Vorträge und Diskussionen gab.

Trotzdem habe ich nicht alle Programmpunkte mitbekommen, da es bei Veranstaltungen dieser Art doch auch immer um das Thema Networking geht.

Das angeregte Gespräch beim Mittagessen entwickelt sich dann schon mal zu einer intensiveren Diskussion und schon verlierst Du die Zeit aus den Augen.

Von dem Konzept des FUSSBALL KONGRESS Österreich bin ich jedoch überzeugt und werde hoffentlich nächstes Jahr wieder dabei sein. Bis dahin gibt es übrigens Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz.

Das Programm kannst Du hierchecken. Melde Dich gerne bei mir, wenn Du einen besonderen Ticket-Deal haben möchtest.

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