Fußballmanager müssen von Harry Potter und Romeo & Julia lernen

Fußballmanager müssen von Harry Potter und Romeo & Julia lernen

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Jeder Mensch kann bzw. muss noch viel lernen. Das liegt in der menschlichen Natur. Davon sind auch Fußballmanager nicht befreit.

Über diesen Beitrag möchte ich Euch ein bisschen an meinem Urlaub teilhaben lassen, beziehe ausgewählte Beobachtungen aber direkt auf den Fußball, damit es nicht langweilig wird. Ich bin ja schließlich kein Reise- bzw. Lifestyle-Blogger. Es geht  nach wie vor um unseren Lieblingssport.

Wenn Du trotzdem etwas links und rechts von meinem Urlaub erfahren möchtest, wirst Du bei Facebook, Twitter & Instagram fündig. Hier findest Du noch zwei, drei weitere Erlebnisse, die jedoch auch einen direkten Bezug zum Fußball haben. Solltest Du mir da noch nicht folgen, hol das am besten sofort nach :-).

Kommerzialisierung kann nerven

Dass Kommerzialisierung echt nerven kann, zeigen zwei Beobachtungen, die ich an verschiedenen Stationen meines Urlaubs erlebt habe.

King´s Cross – Gleis 9 3/4 (London)

Am Dreh- und Angelpunkt für den Zugverkehr in der englischen Hauptstadt steigt Harry Potter in Büchern und Filmen am berühmten Gleis 9 3/in den Hogwarts-Express, um zur Schule für Hexerei und Zauberei zu fahren.

Dazu musste er zwischen den Gleisen 9 und 10 mit seinem gesamten Hab und Gut durch eine Wand laufen.

Natürlich kann man dies heutzutage in Wirklichkeit nachstellen und fotografisch festhalten. An besagter Stelle verschwindet ein Gepäckwagen zur Hälfte in der Wand. Wenn wir uns nun davorstellen, sieht es auf einem Foto so aus, als würden wir ebenfalls durch die Wand laufen.

Dafür müssen wir uns lediglich in eine Schlange aus Hunderten (!) Harry Potter-Fans stellen, um in wenigen Stunden das begehrte Foto schießen zu können. Aufgewertet wird dies dadurch, dass wir einen Zauberstab in die Hand gedrückt und einen typischen Harry Potter-Schal umgelegt bekommen (in einer der vier Hausfarben).

Dieser wird von einem unmotivierten Gehilfen (kein Hauself :-)) zum Zeitpunkt des Fotos in die Luft geworfen, damit es so aussieht, als würden wir wirklich laufen. Natürlich gibt es nur einen Versuch. Schließlich warten hinter uns mehrere hundert Fans auf dasselbe Erlebnis.

Das Foto können wir uns dann für ein paar Pfund kaufen, sofern wir niemanden dabei hatten, der das Foto für uns schießt.

Für alle, denen dieses zauberhafte Erlebnis nicht genügt, befindet sich der Eingang zum Harry Potter Shop nur wenige Meter entfernt. Natürlich müssen wir hier auch anstehen. Trotzdem ist der Laden komplett überfüllt.

Wer aber Zauberstäbe, Fan-Artikel & Co kaufen möchte, muss eben in diesen sauren Apfel beißen. Ihr fragt Euch sicher, was Fußballmanager hiervon lernen können, oder? Darauf kommen wir nach dem nächsten Beispiel.

Julias Balkon (Verona)

Auch in Verona können Fußballmanager etwas lernen. Das Erlebnis geht in eine ähnliche Richtung wie zuvor.

Verona ist wirklich schön (London natürlich auch). Wer schon einmal in Verona war, weiß, dass es in der gesamten Stadt von Schildern wimmelt, auf denen folgendes steht.

Casa di Giulietta (Haus von Julia)

Natürlich lebt die Stadt von Shakespeares berühmtem Werk Romeo & Julia. Wir haben uns ebenfalls auf den Weg zu einem der berühmtesten Balkone der Welt gemacht und konnten ihn kaum übersehen.

Nahezu alle Menschen innerhalb der Stadt waren auf dem Weg zu dem Ort, von dem aus Julia mit Romeo kommuniziert hat. So wurden wir quasi in die besagte Gasse gedrängt. Die Wände der ca. 5 Meter langen, tunnel-artigen Einfahrt waren bis unter die Decke beschrieben.

Fußballmanager
Auf den Spuren von Romeo & Julia: Julias Balkon in Verona
Der aktuelle Trend sah vor, dass man ein Pflaster mit dem eigenen und dem Namen seines Schwarms über die vorhandenen Kritzeleien klebte.

Sobald wir den Tunnel passiert hatten, sahen wir einen komplett überfüllten Innenhof auf dem Hunderte (!) Menschen zu einem Balkon hochblickten.

Ich möchte Eure möglichen Reisepläne nicht torpedieren, aber der Balkon sah sehr unspektakulär aus. Trotzdem gab es natürlich eine Schlange, in die wir uns hätten einreihen können, um ein Foto auf dem Balkon zu machen.

Soweit ich das beurteilen kann, hätten wir dafür natürlich Eintritt bezahlen müssen. Nach einem kurzen Blick und dem Schnappschuss sind wir dann auch weiter gezogen.

Was können Fußballmanager hieraus mitnehmen? Ganz einfach.


Digitalisierung des Fußballs


Nicht jeder muss mitmachen

Der vorherige Abschnitt hieß Kommerzialisierung kann nerven. Ich möchte diesen Satz jetzt gerne dadurch ergänzen, dass nicht jeder mitmachen muss.

Weder für den Besuch von Gleis 3/noch für den berühmten Balkon von Julia in Verona habe ich einen Cent ausgegeben. Im Gegenteil. Ich war relativ schnell wieder verschwunden, weil es mir einfach zu voll war und habe nicht mitgemacht.

Nichts desto trotz bin ich weiterhin großer Harry Potter-Fan und finde Romeo & Julia auch immer noch unterhaltsam und irgendwie romantisch.

Nur weil ein Produkt immer stärker kommerzialisiert wird, heißt das nicht, dass alle Fans sich abwenden. Ich gebe zu, dass mich beide Erlebnisse nicht gefesselt haben, aber trotzdem verurteile ich niemanden dafür. Ich bin ihnen einfach nur aus dem Weg gegangen und konsumiere Harry Potter auf anderen Wegen.

Diese Phänomen könnte ich mir auch im Fußball sehr gut vorstellen. Dass die Kommerzialisierung immer stärker voranschreitet, haben wir bereits an zahlreichen Stellen gesehen. Exemplarisch genannt sei hier die TV-Vermarktung.

Jeder weitere Schritt Richtung Kommerzialisierung sollte jedoch mit Vorsicht gegangen werden. Wir haben ja gesehen, welchen Effekt beispielsweise der Auftritt von Helene Fischer in der Halbzeit des Pokal-Finals ausgelöst hat.

Hier hatten die Fans aber auch keine Wahl. Jeder, der im Stadion war, musste zwangsläufig das Konzert miterleben. Anders sähe es beispielsweise aus, wenn derartige Auftritte (von weniger bekannten Künstlern) auf vor oder nach dem Spiel verlegt würden.

Interessierte Fans – und ich bin mir sicher, dass es diese geben würde – könnten dann extra früh an- bzw. extra spät abreisen, um die Auftritte zu erleben. So könnte man jungen, regionalen Künstlern beispielsweise eine Bühne geben.

Dieses Prinzip ließe sich anschließend auf verschiedenste Anwendungsfälle (z.B. personalisierte Rabatte je nach Spielausgang und Lieblingsspieler) übertragen.

Das ist aber natürlich nur ein Gedanke, liebe Fußballmanager :-).


Schreibe jetzt einen Kommentar: Wann hat Dich die Kommerzialisierung (im Fußball) schon einmal genervt?

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