So wertet jeder Club seine Medienarbeit im Fußball auf

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Bereits im vergangenen Jahr habe ich mich einmal kritisch zur Medienarbeit im Fußball beim FC Bayern München geäußert. Damals ging es um die Pressekonferenz der Münchener.

Normalerweise ist der Januar die beste Zeit für gute Vorsätze. Es ist die Zeit des Jahres, in der man alles anders und vieles besser machen möchte. Viele Menschen nehmen sich deshalb vor, an ihren Gewohnheiten zu arbeiten.

Leider habe ich gemerkt, dass ich schon so kurz nach dem Jahreswechsel wieder das Bedürfnis habe ein Ereignis beim deutschen Rekordmeister zu kommentieren.

Diesmal geht es um die Steak-Affäre rund um Franck Ribery. Dabei ist es mir an dieser Stelle wichtig, zu betonen, dass ich die Geschehnisse nicht einfach nur zusammenfassen möchte. Ich möchte sie kommentieren und wie immer: Lösungen für die Zukunft aufzeigen.

Dabei bin ich natürlich nicht naiv und gehe nicht davon aus, dass die Verantwortlichen diesen Beitrag lesen und es beim nächsten Mal anders machen. Es geht mir nur darum, aufzuzeigen, dass sich etwas ändern muss.

Fußballspieler leisten sich häufiger mal „Fehltritte“. Neben dem Platz wird schnell deutlich: Auch Fußballspieler sind nur Menschen. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht.

Neben diesem Fehltritt an sich stört mich vor allem der Umgang des Clubs damit. Holen wir noch einmal etwas weiter aus, bevor es in Bezug auf die Medienarbeit im Fußball um Franck Ribery geht.

Das verdient ein Bundesligaspieler

Fußballspieler verdienen sehr viel Geld. Laut des DFL Report 2018 haben die 18 Bundesligisten in der Saison 2016/17 kumuliert 1,2 Milliarden Euro für Spielergehälter ausgegeben. Damit sind die Zahlungen ans sportliche Personal der mit Abstand größte Kostentreiber.

Zudem berichtet Transfermarkt, dass bei den Bundesligisten in besagter Saison 644 Spieler unter Vertrag standen. Somit ergibt sich ein Durchschnittsgehalt von 1,84 Mio. € pro Spieler pro Jahr. Davon kann man leben.

Dabei ist es mir persönlich komplett egal, wofür die Spieler ihr Geld ausgeben, solange es legal ist. Oder aber sie mit dem Geld Blödsinn anstellen.

Ribery und sein Steak

Anfang Januar hat Franck Ribery ein Video davon gepostet, wie er ein vergoldetes Steak serviert bekommt. Für meine gleich folgende Kritik ist es irrelevant, dass das Steak mit 1.200 € insgesamt mehr kostet, als ein netto Monatsgehalt auf Mindestlohnniveau (1.175,75 €).

Medienarbeit im Fußball: Von Franck Ribery über Instagram veröffentlichtes Video

Das Video ging im wahrsten Sinne des Wortes viral: Der Post wurde bei Instagram über 3,2 Millionen Mal aufgerufen (Stand 13. Januar).

Viele Fans finden ein goldenes Steak nicht normal und haben den Bayern-Spieler aus diesem Grund kritisiert. Ich habe schon mal geschrieben, dass ich persönlich angreifende Kritik einfach an mir abprallen lasse.

Ribery hat sich für einen anderen Weg entschieden. Er reagierte wie folgt:

„Beginnen wir mit den Neidern und Hatern, die durch ein löchriges Kondom entstanden sein müssen: F***ckt Eure Mütter, Eure Großmütter und Euren Stammbaum.“

Franck Ribery als Reaktion auf Nutzerkommentare

Wenn ich einen Vortrag zu diesem Thema halten würde, würde ich eine rhetorische Pause einlegen, um die Worte sacken zu lassen.

Wir müssen an dieser Stelle nicht diskutieren, dass die Reaktion mehr als unangebracht ist. Ich finde allerdings die Reaktion des FC Bayern darauf ebenso unangebracht.

Reaktion der Verantwortlichen

Schauen wir uns kurz die aktuelle Strategie für die Medienarbeit im Fußball des FC Bayern an.

Auf Basis der Geschehnisse verteidigte der Club seinen Spieler und rechtfertigte die Reaktion damit, dass er nur seine Familie verteidigt hat, die angegriffen wurde. Bezüglich der Wortwahl wurde lediglich gesagt, dass sie ihm „total entgleist“ sei.

Diese Erkenntnis unterstütze ich. Dann folgte allerdings nur eine „sehr hohe Geldstrafe“, dessen Höhe nicht bekannt ist.

Damit schlägt der Rekordmeister genau den Weg ein, den die UEFA mit den von Scheichs finanzierten Clubs aus Manchester und Paris geht: Sie bestrafen eine Partei mit zu viel Geld damit, ein bisschen Geld abgeben zu müssen.

Das ist für mich ein bisschen so als würde man einem Kind in einem Süßigkeitenladen einen Lolly wegnehmen – nicht wirklich effektiv. Deshalb warte ich nur darauf, dass sich der Franzose den nächsten Fehltritt leistet.

Zur Verteidigung von Franck Ribery und der Ausgewogenheit dieses Beitrags möchte ich noch drauf hinweisen, dass er laut eigener Aussage zu dem Essen eingeladen wurde.

Außerdem wurden er und seine Familie aufs Übelste beleidigt, was einen gewissen Frust auf seiner Seite nachvollziehbar werden lässt. Nichtsdestotrotz darf er als Vorbild so nicht reagieren.

Aus diesem Grund freue ich mich drauf, dass seine aktive Karriere allerdings bald zu Ende ist. Dann dürfte er auch nicht mehr so stark im Rampenlicht stehen und kann essen, was er möchte 😊. 

Vorschlag zur Medienarbeit im Fußball

Nun ist es sehr leicht, die gemachte Arbeit zu kritisieren. Ich mache es mir aber etwas schwerer und möchte Vorschläge für die Zukunft machen.

Auf der einen Seite müssen wir berücksichtigen, dass der Franzose natürlich nur ein Mensch ist. Jeder von uns hat seine negativen Momente.

Auf der anderern Seite muss ein Fußballer jedoch meiner Meinung nach berücksichtigen, dass er mit seinen Worten Millionen von Fans auf der ganzen Welt erreicht.

Insbesondere dann, wenn er sich (zum wiederholten Male) so verantwortungslos verhält, wie es der Flügelflitzer des Rekordmeisters tat, fordere ich eine härtere Strafe.

Das Problem ist offensichtlich nicht, dass Franck Ribery nicht weiß, wie er mit Geld umgehen soll. Das ist wie gesagt seine Sache.

Vielmehr ist das Problem in meinen Augen eine fehlende Bodenhaftung des Spielers. Den Sinn für die Auswirkung seiner Taten kann Franck Ribery nicht über die Zahlung einer Geldstrafe wiedergewinnen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis er erneut aus dem Rahmen fällt.

Grundvoraussetzung dafür, dass der Franzose weiterhin für den deutschen Rekordmeister aufläuft, um sich die zusätzlichen goldenen Steaks zu verdienen, ist für mich eine Entschuldigung. Im Idealfall würde diese unaufgefordert erfolgen. Dafür ist es mittlerweile aber schon zu spät.

Mögliche Maßnahmen zur „Bestrafung“

Deshalb könnte ich mir dazu noch folgende Maßnahmen vorstellen, die allesamt wenig Zeit kosten würden:

  • Ribery könnte die Münchener Tafel einen Tag bei der Ausgabe des Essens unterstützen.
  • Alternativ könnte er bei der Reinigung der Allianz Arena nach einem Heimspiel unterstützen.
  • Oder er verkauft bei der nächsten Sperre (die kommt bestimmt)auch an einem Kiosk im Stadion Wurst und Bier.

Dabei geht es mir nicht darum, dass es dem Franzosen schlecht geht. Ich möchte einfach nur, dass er versteht, wie es sich für Menschen in anderen Umfeldern anfühlen muss, wenn jemand ein vergoldetes Steak isst.

Vielleicht weiß er dann beim nächsten Mal besser mit möglicher Kritik umzugehen. Dabei hat der Franzose bereits gezeigt, dass er ein ausreichend großes Selbstbewusstsein ja schon mal hat.


Abschließend bitte ich Dich, einen Kommentar zu schreiben: Was hältst Du von meinem Vorschlag zur zukünftigen „Medienarbeit im Fußball“ für den deutschen Rekordmeister?

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4 thoughts on “So wertet jeder Club seine Medienarbeit im Fußball auf

  • 19. Januar 2019 um 7:34
    Permalink

    Der Fall um Franck Ribérys goldenes Steak ist ein ganz besonderer. Denn hier liegt im Anfang nicht das kommunikative Fehlverhalten einer Sportorganisation zugrunde, sondern eine zumindest sehr diskussionswüerdige Aktion eines prominenten Angestellten. Das wird man leider nie ganz verhindern können, erst recht nicht im Fußball. Das unterscheidet diesen Fall von den anderen kommunikativen Auffälligkeiten der Bayern in den vergangenen Monaten, allen voran der legendären Art 1-Pressekonferenz und der sehr unsouveränen Kommunikation während der Mitgliederversammlung. Was der FC Bayern in der Causa Ribéry auf alle Fälle hätte besser machen können: die Erwartungshaltungen aller wichtigen Stakeholder besser antizipieren, insbesondere die der Fans und Sponsoren. Dann nämlich hätte man zu dem Ergebnis kommen müssen, dass das Verhalten des Spielers klarer, schärfer und transparenter zu kommentieren und zu sanktionieren ist. Der sanfte Weg, den der FC Bayern dagegen eingeschlagen hat, legt den Schluss nahe, dass das Thema schnell unter den Teppich gekehrt werden und der Spieler nicht allzu scharf angegangen werden sollte. Kann man so machen, aber im Sinne eines guten Reputationsmanagements war das eine schlechte Lösung für die Marke FC Bayern.

    Antwort
    • 20. Januar 2019 um 0:57
      Permalink

      Lieber Gregor,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich kann Dir auf allen Ebenen nur zustimmen!

      Danke Dir, dass Du mich für Themen dieser Art sensibilisiert hast!

      Liebe Grüße
      Ralf

      Antwort
  • 22. Januar 2019 um 11:25
    Permalink

    Ich kann diesen Fall „Ribery und das Goldsteak“ nicht ganz nachvollziehen. In Deutschland ist es beinahe normal das der eine, dem anderen nichts gönnt. Und einem Bayernspieler so oder so nicht.

    Da isst der Mann ein goldenes Steak und wird aufs übelste beleidigt, warum? Wenn die Deutschen hier im Lande ein Goldsteak essen, was im übrigen bei der Größe von Ribery sein Steak, 40 Euro kostet, ist alles in Ordnung.

    Wenn ein Cristiano Ronaldo mal wieder seinen Luxus präsentiert bekommt er 1 Million Likes. Wenn andere Spieler das machen, auch alles in Ordnung. Auffällig ist nur, das es meistens bei Bayern Spieler ist. Allen voran Ribery.

    Das Ribery in einigen Punkten nicht mehr alle Sinne beisammen hat, wissen wir wohl alle. Fakt ist, er hat mit dem Steak nix wildes gemacht, und einige Bürger bei uns im Land essen das ebenfalls.

    Schlimm war seine Reaktion daraufhin. Solche Wörter zu benutzen geht gar nicht. Seine gute Kinderstube hat er auch in diesem Fall komplett vergessen.

    Medienarbeit im Fußball: Das goldene Steak wird dem Herrn Ribery aber auch viele Likes gebracht haben, einige Menschen wird er als Fans dazugewonnen haben. Auch zeigte er, das er sich nichts gefallen lässt und „Familie“ ganz groß schreibt.

    Am Ende hat die Medienarbeit wieder einiges gebracht.

    Die Tendenz ist steigend, das Vereine auch Spieler aufkaufen, die nicht mehr, oder noch nie, die optimale Leistung zeigen, bzw. zeigen konnten. Heutzutage, und es wird schleichend mehr, werden Spieler gekauft die in den sozialen Medien sehr gut vertreten sind und viele Fans aufweisen.

    Beste Beispiel ist Ronaldo, oder Neymar. Ich übertreibe mal, bevor diese Spieler den Vertrag unterschrieben haben, haben die neuen Vereine schon so viele Fan-Utensilien verkauft so das die Ablösesumme fast schon wieder drin war. Von diesen Beispielen gibt es noch einige…Diese beiden Spieler, Ronaldo und Neymar, bringen es aber ziemlich deutlich auf den Punkt.

    Das Ende vom Lied…Franck Ribery wird den FC Bayern im Sommer verlassen…er braucht diese, ich nenne es mal, Werbung.

    Antwort
    • 23. Januar 2019 um 18:23
      Permalink

      Hallo Sassie, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Mir könnte es auch nicht egaler sein, wofür der Franzose sein Geld ausgibt.

      Vermutlich hast Du mit Deiner gesellschaftlichen Kritik sogar Recht. Wir sind einfach gerne neidisch. An dem Problem hätte man definitiv auch ansetzen können. Da es hier um Fußball geht, hat mich vor allem die Reaktion interessiert.

      Dabei ist es traurig, dass Ribéry trotz dieser unterirdischen Reaktion trotzdem einen Werbe-Effekt erzielen konnte. Verrückte Welt!

      Liebe Grüße
      Ralf

      Antwort

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