Diese drei Statements vom SPOBIS 2019 machen mir Angst

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Mit dem SPOBIS 2019 fand die größte Sportbusiness Konferenz des Jahres gleich im Januar statt.

Zwei Tage lang waren circa 3.500 Menschen aus dem Sportbusiness in Düsseldorf, um über die Zukunft des Sports zu diskutieren und zu netzwerken.

Ich war beide Tage vor Ort. Während ich am ersten Tag durchgehend moderiert habe (dazu kommende Woche mehr), hatte ich am zweiten Tag „frei“.

Diesen Tag habe ich für zahlreiche Gespräche genutzt. Natürlich habe ich mir aber auch die Programm-Highlights nicht entgehen lassen.

Am zweiten Tag waren insgesamt fünf Bundesliga Manager vor Ort. Dabei fielen drei Aussagen, die ich sehr besorgniserregend finde. In diesem Beitrag verrate ich Dir, warum.

Die drei Aussagen, die ich besorgniserregend finde, wurden alle in derselben Podiumsdiskussion getätigt.

Dort diskutierten Christian Heidel von Schalke 04, Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt sowie Michael Preetz von Hertha BSC.

Mit diesem Beitrag möchte ich keine der Personen angreifen, sondern lediglich meine Meinung zu bestimmten Thesen schreiben.

Leider konnte ich nach der Podiumsdiskussion mit keinem der Drei über ihre Thesen sprechen, weil sie sofort wieder abgereist sind.

Das finde ich schade, denn auch die größten Manager könnten meiner Ansicht nach von manchen Vorträgen noch was lernen.

Trotzdem ist es nachvollziehbar, dass die Sport-Vorstände dreier Bundesligisten am Deadline Day (Tag, an dem das Transferfenster schließt) Besseres zu tun haben.

Bundesliga vs. Premier League

Die erste Aussage, die ich gerne hinterfragen möchte, bezog sich auf die Wettbewerbssituation zwischen der Bundesliga und der Premier League.

Sinngemäß geht es mir um folgende Aussage.

Die Premier League ist langweiliger als die Bundesliga. Dort ist der Meisterschaftskampf bereits vorentschieden. Das ist hier anders.

Zitat aus hochkarätig besetzter Podiumsdiskussion beim SPOBIS 2019

Mein Bauchgefühl hat innerlich widersprochen. Allerdings möchte ich mir natürlich Zahlen, Daten und Fakten anschauen.

In der Bundesliga gab es in den letzten neun Saisons insgesamt zwei verschiedene Meister. Bayern München wurde sieben Mal Meister.

Darunter sechst Titel am Stück. Borussia Dortmund gewann die Bundesliga immerhin zwei Mal in diesen neuen Jahren.

Im selben Zeitraum gab es in der Premier League vier verschiedene Meister: Manchester City, FC Chelsea, Leicester City und Manchester United.

Keiner dieser Clubs gewann hierbei häufiger als drei Mal und in keinem Jahr konnte der Titel verteidigt werden.

Das ist für mich wesentlich spannender als hierzulande ehrlich gesagt.

Bundesliga als Arbeitgeber

Als nächstes wurde beim SPOBIS 2019 über die Frage philosophiert, ob die Bundesliga an Attraktivität als Arbeitgeber eingebüßt hat.

Hierfür wurden die jüngsten Abgänge von Naldo und Christian Pulisic als Beispiele herangezogen.

Diese Frage wurde verneint. Dabei fand ich einen Nachsatz besonders besorgniserregend.

Wenn Spieler ins Ausland wechseln, dann häufig auch, weil sie die andere Stadt bzw. das andere Land so attraktiv finden.

Zitat aus hochkarätig besetzter Podiumsdiskussion beim SPOBIS 2019

Diese Argumentation kann ich teilweise nachvollziehen, wenn ein Spieler nach Spanien, Frankreich (insbesondere Paris) oder eventuell noch London wechselt.

Trotzdem glaube ich kaum, dass ein Leroy Sané zu Manchester City wechselt, um dort Manchester zu genießen.

Als wir 2014 Weltmeister geworden sind, haben lediglich 6 Nationalspieler im Ausland gespielt. Im Jahr 2018 waren es schon 10 Legionäre.

Es zieht viele Nationalspieler demnach ins Ausland und ich glaube nicht, dass es lediglich am besseren Wetter oder den attraktiveren Städten liegt.

Zumal die Expertenrunde beim nächsten Thema bereits eine mögliche Erklärung liefert.

Als es um die Frage ging, warum es der FC Sevilla mit einem ähnlichen und vergleichbaren Umsatz wie Schalke 04 schaffen kann, die Europa League mehrmals zu gewinnen, entgegnete Christian Heidel folgendes:

Der Umsatz ist nicht die richtige Kennzahl. Viele Clubs im Ausland geben prozentual viel mehr Geld für ihren Kader aus als deutsche Clubs. Sie haben eine höhere, nicht nachhaltige Personalkostenquote.

Christian Heidel von Schalke 04 beim SPOBIS 2019

Dieser Aussage würde ich sofort zustimmen. Allerdings würde ich hinzufügen wollen, dass ein höheres Gehalt im Ausland durchaus zu einer höheren Attraktivität als Arbeitgeber führen kann.

Zukunft der Bundesliga

Die erschreckendste Aussage beim SPOBIS 2019 wurde in dieser Expertenrunde jedoch in Bezug auf die Zukunft der Bundesliga getätigt.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wer von den drei Sportmanagern beim SPOBIS 2019 den größten Redeanteil bei der Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Bundesliga hatte.

Am Ende hat jedoch niemand dieser Person widersprochen. Ich hätte es gerne getan.

Einsteigen möchte ich hierbei mit einem Zitat, was ich wortwörtlich mit geschrieben habe.

Wie sich das am Ende des Tages entwickelt, wird sich am Ende des Tages zeigen.

Zitat aus hochkarätig besetzter Podiumsdiskussion beim SPOBIS 2019

Rein logisch betrachtet ist dieser Satz natürlich korrekt. Trotzdem zeigt er, dass die Zukunft weniger aktiv gestaltet wird, sondern als vorgeschrieben angesehen wird.

Ich würde mir wünschen, dass sich aktiv mit den Chancen und Risiken auseinandergesetzt wird, um sich darauf vorzubereiten und sie zu nutzen.

Dazu gehören natürlich die anderen Ligen, aber auch andere Sportarten. Trotzdem wünschte sich besagter Teilnehmer, dass wir alle weniger aufs Ausland schauen.

Ich finde das gefährlich. Vom Ausland können wir nämlich viel lernen. Dort können wir unsere Spieler her beziehen und müssen sie aktuell in vielen Fällen leider dorthin abgeben.

Fazit zum SPOBIS 2019

Beim SPOBIS 2019 haben wir alle sehr viel diskutiert. Über genau diese Themen habe ich mit vielen anderen Teilnehmern gesprochen, die meine Meinung teilen.

Genau deshalb wollte ich Dir diese Punkte an dieser Stelle aufschreiben und Dich einladen, mit zu diskutieren.

Das heißt aber keinesfalls, dass der SPOBIS 2019 sich nicht gelohnt hat. Im Gegenteil! Ich habe unglaublich viel gelernt.

Damit meine ich sowohl inhaltliche Gedankenanstöße, als auch zahlreiche neue sowie einige alte Bekannte. Das alles werde ich aber in der kommenden Woche auch nochmal ausführlicher beschreiben.

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2 thoughts on “Diese drei Statements vom SPOBIS 2019 machen mir Angst

  • 7. Februar 2019 um 12:59
    Permalink

    Ich freue mich schon auf eine angeregte Diskussion heute Abend bei Ihnen im Hause, Herr Leister! :-*

    Antwort

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