Andreas von Sponsoo über Sponsoring im Amateursport

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Wie versprochen veröffentliche ich während meines Urlaubs automatisiert das ein oder andere Interview. Heute starten wir mit Andreas, dem Gründer und Geschäftsführer von Sponsoo.

Bei weiterführenden Fragen erreicht Ihr Andreas per Mail unter: andreas@sponsoo.de

Vorstellung

FuWi: Moin Andreas, schön, dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Stell Dich meinen Lesern doch bitte einmal ganz kurz vor.

Andreas: Hallo Ralf, vielen Dank für die Einladung. Ich bin Andreas Kitzing, komme aus Hamburg und bin der Gründer und Geschäftsführer von Sponsoo.

FuWi: Seit wann bist Du Fußballfan? Und die wichtigste Frage: An welchem Club hängt Dein Herz?

Andreas: Das erste Mal war ich 1998 beim 2:0-Sieg des HSV gegen den 1. FC Nürnberg im Stadion. Seitdem bin ich dem HSV treu geblieben:

Ich bin seit mehr als 15 Jahren Vereinsmitglied, habe während des Studiums drei Jahre für den HSV gearbeitet und bin mit meiner Dauerkarte bei jedem Heimspiel im Stadion. Auch in sozialen Medien bin ich als hsvandreas unterwegs (Twitter, Instagram).

Ansonsten drücke ich natürlich den Vereinen die Daumen, die ein Profil auf Sponsoo haben – beispielsweise in der dritten Liga den Sportfreunden Lotte.

Digitalisierung in Bundesliga & Amateursport

FuWi: Wir wollen heute sowohl über Dein Unternehmen Sponsoo sprechen, als auch über den Fußball allgemein. Wo steht die Bundesliga Deiner Meinung nach aktuell im Hinblick auf die Digitalisierung?

Andreas: Die Bundesliga hat im Hinblick auf die Digitalisierung noch viel Nachholbedarf. Das fängt schon damit an, dass man als Fan in kaum einem Bundesliga-Stadion übers Handynetz oder WLAN ins Internet kommt.

Auch digitale Trends wie eSport werden von den meisten Vereinen verschlafen, auch wenn man fairerweise zugeben muss, dass die Vereine hier langsam aufwachen.

Noch ganz am Anfang stehen die Vereine und Vermarkter bei der Digitalisierung des Sponsorings. Hier lässt sich noch viel Potenzial heben, mit denen Sponsorings effizienter, zielgerichteter und messbarer werden und damit einen größeren Mehrwert für die Sponsoren bieten.

FuWi: Häufig geht es im Fußball nur um den professionellen Bereich. Neben den Profis gibt es ja aber alleine deutschlandweit noch Millionen Amateure. Wie digitalisiert ist Deiner Meinung nach der Amateursport?

Andreas: Auch wenn der Großteil des Amateursports noch ziemlich offline unterwegs ist, gibt es viele Beispiele für digitale Innovationen. Besonders spannend finde ich persönlich den TC Freisenbruch, bei dem die Online-Community selbst bestimmt, welcher Spieler aufgestellt wird und welche Sponsorings umgesetzt werden sollen.

Mittlerweile haben außerdem mehrere Tausend Amateur-Vereine erkannt, dass sie mit einem Online-Profil auf Sponsoo ihre Sichtbarkeit für Sponsoren erhöhen können. Auch solche Makro-Trends finde ich spannend – dadurch entwickeln sich ganz neue Werbemöglichkeiten für Sponsoren und zusätzliche Einnahmequellen für Vereine.

Digitalisierung des Sponsorings mit Sponsoo

FuWi: Mit Sponsoo wollt Ihr den Sponsoring-Markt digitalisieren. Wie lange gibt es Euch schon und wie ist es zu Sponsoo gekommen?

Andreas: Wir haben Sponsoo im August 2014 gegründet. Uns war aufgefallen, dass im Sport-Sponsoring ein riesiges Marktpotenzial steckt, das durch die fehlende Digitalisierung noch nicht bedient wird.

Auf Sponsoo können sich Sportler und Vereine kostenlos ein Profil anlegen und sich so Sponsoren präsentieren. Sponsoren können aus über 6.000 Sponsoringzielen diejenigen auswählen, die am besten zu ihren Marketing-Zielen passen.

Durch die Analyse von unzähligen Datenquellen sind unsere Sponsorings deutlich zielgerichteter, effizienter und messbarer. Auch haben Sponsoren über uns die Möglichkeit, Sponsorings bei vielen einzelnen Sportlern und Vereinen im Paket zu kaufen und damit mit effizientem Budget-Einsatz eine große Reichweite zu erzielen.

FuWi: Damit Sponsoo funktioniert, braucht Ihr sowohl Sponsoring-Geber, als auch -Nehmer. Welche Vorteile bietet Ihr beiden Seiten?

Andreas: Der Vorteil für Sponsoringnehmer liegt auf der Hand. Ohne Vorab-Kosten oder Verpflichtungen können sie ihre Sichtbarkeit für Sponsoren steigern. Kommt über uns ein Sponsoring zu Stande, berechnen wir dem Sponsoringnehmer eine Provision von 20%. Für die Sportler und Vereine ist das ein willkommenes Zusatzgeschäft.

Sponsoren können über uns mit deutlich weniger Aufwand wesentlich interessantere Sponsorings buchen. Durch unseren Datenschatz können wir Sponsoren genau die Sponsorings vermitteln, die am besten zu ihren Marketing-Zielen und ihrer Zielgruppe passen.

Auch wenn man die gängigen Marketing-Parameter wie den Tausender-Kontaktpreis (TKP) anschaut, sind unsere Sponsorings häufig deutlich günstiger als andere Werbeformen – und das bei einer gleichzeitig höheren Kontaktqualität.

FuWi: Wie viele Vereine und Sportler habt ihr mittlerweile auf Sponsoo?

Andreas: Über 6.000 Sportler, Vereine, Verbände und Events haben ein Profil auf Sponsoo. Vom kleinen Verein um die Ecke bis zum Olympiasieger oder Erstligisten ist alles dabei. Sponsoo ist auch nicht nur Fußball:

Beispielsweise haben fast 300 eSport-Clans und Spieler ein Profil bei uns. Wir haben in unserem Portfolio sogar einen Quidditch-Verein und eine Extrembüglerin.

FuWi: Bei den Sportarten sollte ich definitiv auch einmal zuschauen :-). Sponsoring ist heutzutage ja nicht gleich Sponsoring. Welche Sponsoring-Formen unterstützt Ihr mit Sponsoo?

Andreas: Jede denkbare Sponsoring-Form wird proaktiv auf Sponsoo angeboten oder kann individuell vereinbart werden. Die klassischen Sponsoring-Formen wie Trikotsponsoring und Bandenwerbung sind genauso über uns buchbar wie Influencer Marketing.

Unsere größten Influencer erreichen Millionen von Fans. Gleichzeitig haben wir aber auch kleinere „Micro-Influencer“, die in ihrer jeweiligen Zielgruppe die Trendsetter sind und schon für kleines Budget buchbar sind.

Status Quo und Ziele von Sponsoo

FuWi: Wie läuft es gerade insgesamt bei Euch? Was ist Eure größte Herausforderung?

Andreas: Bei uns läuft es super. Wir haben das Luxus-Problem, dass wir so viele potenzielle Kunden und spannende technische Features in der Pipeline haben, dass wir mit unseren aktuellen Ressourcen gar nicht hinterher kommen. Daher sind wir auch gerade dabei, eine weitere Finanzierungsrunde aufzunehmen.

FuWi: Was sind Eure konkreten Ziele für die Zukunft? Wo soll Sponsoo einmal hinkommen?

Andreas: Wäre es nicht toll, als Verein oder als Sponsor alle Sponsorings an einem Ort zu haben – komplett mit Preisen, Verträgen, Zahlungsmöglichkeiten, der dazugehörigen Kommunikation, allen erzielten Ergebnissen und einer Auswertung des Sponsoring-Erfolgs?

Genau das setzen wir gerade um. Wir wollen Sponsorings zielgerichteter, effizienter und messbarer machen und werden nicht aufhören, bis wir den gesamten Sponsoring-Markt digitalisiert haben. Davon profitieren am Ende alle – Sportler und Vereine genauso wie Sponsoren.

FuWi: Ich bin davon überzeugt, dass Ihr auf einem vielversprechenden Weg seid! Zum Abschluss noch ein Highlight: Welcher Eurer Deals macht Dich denn ganz persönlich stolz? Und warum?

Andreas: Besonders stolz bin ich auf das virale Video, dass wir mit unseren Parkour-Influencern Joel Eggimann und Amadei Weiland für die MCM Hannover Comic Con gedreht haben.

Ohne zusätzliches Werbebudget hat das Video mittlerweile über 300.000 Views. Viel wichtiger ist mir dabei aber, wie toll unser Team zusammen gearbeitet hat, um den Videodreh in kürzester Zeit und mit minimalem Budget zu realisieren.

FuWi: Vielen Dank für die spannenden Insights, Andreas. Ich drücke Euch für die anstehende Finanzierungsrunde die Daumen!


Digitalisierung des Fußballs

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5 thoughts on “Andreas von Sponsoo über Sponsoring im Amateursport

  • 12. Juli 2017 um 8:53
    Permalink

    Die Idee ist ja nicht neu und gibt es ja beispielsweise in den USA bereits seit mehreren Jahren (s. opensponsorship), die aber ein höherwertiges Portfolio an Unternehmen und Sportlern bieten. Bei sponsoo habe ich den Eindruck, dass dort einfach auf Masse gegangen wird, ohne auf die Qualität zu achten.

    Von der genannten Extrembüglerin bis hin Armdrücken ist ja wirklich alles dabei. Aber sollten sich beispielsweise hierfür Sponsoren finden, dann sicherlich nicht über eine digitale Plattform, sondern laufen solche möglichen Sponsorings vielmehr über persönliche Kontakte bzw. regionale Verbundenheit (der Unternehmen).

    Antwort
    • 12. Juli 2017 um 10:23
      Permalink

      Hallo Löwe,

      danke für deinen Kommentar! Die Idee ist in der Tat nicht neu. Als wir Sponsoo gegründet haben, hatten wir im Internet keine ähnlichen Modelle gefunden, mit der Zeit sind wir dann aber auf immer mehr Wettbewerber oder „Startup-Leichen“ gestoßen, die etwas ähnliches versucht haben / versuchen.

      OpenSponsorship z.B. gibt es fast auf den Monat genau gleich lange wie uns. Wir hatten unseren ersten öffentlichen Auftritt im März 2014 bei der „Cambridge University Entrepreneurs £1k Startup Competition“, OpenSponsorship wurde im April 2014 gegründet.
      Vorher haben auch schon clubspo11 oder SponsorPoint ähnliche Modelle ausprobiert, sind aber gescheitert.

      Du hast richtig erkannt, dass wir bewusst auf ein breites Angebot setzen. Darunter befinden sich sowohl sportlich hochklassige Sponsoring-Angebote wie der Deutsche Golf-Verband, diverse Olympiasieger oder Erstliga-Vereine. Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern sehen wir aber auch im Breitensport viel Potenzial. Gerade hier können wir als Plattform einen Mehrwert bieten: Die von dir angesprochene Extrembüglerin würde man sonst kaum finden, dafür bietet sie tolle Möglichkeiten für Storytelling / Content Marketing. Auch das Thema Regionalität funktioniert prima über eine Online-Plattform. So sind die regionalen Filter bei uns die mit Abstand am häufigsten genutzten Suchkriterien (noch vor „Sportart“!).

      Wir glauben, dass gerade die Breite an Angeboten uns langfristig einen Wettbewerbsvorteil sichert. Unsere bisherigen Sponsoring-Anfragen bestätigen das. Allerdings braucht man einen ziemlich langen Atem, um einen Marktplatz erfolgreich aufzubauen – ein gutes Stück des Weges haben wir also noch vor uns. 🙂

      Sportliche Grüße
      Andreas

      Antwort
  • 12. Juli 2017 um 17:45
    Permalink

    Sehe ich ähnlich! kann mir nicht vorstellen, dass die Plattform erfolgreich sein wird/ist!

    Antwort
    • 13. Juli 2017 um 22:14
      Permalink

      Guten Abend Matt,

      da ich im Urlaub bin, melde ich mich erst mit etwas Verzögerung. Vielen Dank für deinen Kommentar (auch an Löwe & Andreas)!

      Sponsoo wird sicher nicht das nächste Google oder Facebook, aber ich glaube, dass das Geschäftsmodell schon Potential hat. Das sage ich auch mit meiner Erfahrung im Venture Capital Bereich.

      Das bloße Zusammenfinden zwischen Sponsoringgeber & -nehmer ist ja nur eine Hürde, die überwunden werden muss. Darüber hinaus geht es ja, wie Andreas schon angesprochen hat, auch um Marketing, Abwicklung etc. Ich glaube / hoffe, dass Sponsoo hier langfristig einen Platz hat.

      Was hältst Du denn von Bolzplatzhelden-Modell aus dem aktuellen Beitrag? Diese Frage geht natürlich auch an Löwe :-).

      Liebe Grüße vom Gardasee
      Ralf

      Antwort

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