So denkt der Ex-Microsoft Innovations-Chef über Technologie im Fußball

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Ich habe mir für das heutige Thema – wie schon häufiger in den letzten Wochen – wieder einmal Unterstützung organisiert. Im Vorfeld zur Konferenz FUSSBALL BUSINESS INSIDE: Big Data im Fußball habe ich mit Peter Jaeger über Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Daten und Technologie im Fußball gesprochen.

Nach diesem Gespräch ist es mir wirklich schwergefallen, einen nicht allzu langen Beitrag zu schreiben. Das Gespräch war einfach zu spannend :-).

Bevor wir tiefer in diese Themen einsteigen, möchte ich Euch meinen Gesprächspartner kurz vorstellen.

IBM, HP & Microsoft

Peter Jaeger atmet Technologie. Er hat sowohl BWL als auch Informatik studiert und mehrere Startups gegründet. Mit IBM, HP und Microsoft hat er für einige der weltweit größten Technologie-Konzerne gearbeitet.

Peter Jaeger: Experte für Technologie im Fußball
Peter Jaeger: Experte für Technologie im Fußball

Beim Letztgenannten war er als Teil der Geschäftsführung in Deutschland sogar für alle Themen rund um „Innovationen“ zuständig.

In diesem Zusammenhang hat er viel mit Startups zusammengearbeitet und unter anderem 2014 den Einstieg in den Sport gewagt.

Dabei treibt ihn immer die Frage um, wie Technologie eingesetzt werden kann, um Geschäfte zu verbessern. Ich hebe dies gerade zu Anfang dieses Beitrags so sehr hervor, weil der Sport beziehungsweise der Fußball genau diese Impulse von Externen braucht.

Aktuell macht Peter ein Sabbatical und baut zusammen mit drei Mitgründern ein Startup auf, das den gesamten Sport revolutionieren soll und kann. Worum es dabei konkret geht, verrate ich Dir im Verlauf des Beitrags.

Darüber hinaus ist Peter Vater von zwei Kindern und lebt als geborener Hamburger weiterhin in der Hansestadt an der Elbe. Außerdem kann ich Peter guten Gewissens als Leidensgenosse bezeichnen, da er ebenfalls HSV-Fan ist.

Du kannst Peter übrigens sehr gerne kontaktieren. Am besten erreichst Du ihn per Mail. Alternativ wird er auch bei einer LinkedIn- oder Facebook-Anfrage reagieren.

Mein Tipp: Nicht einfach nur eine Anfrage schicken, sondern auch eine Nachricht mit Deinem Anliegen damit verknüpfen!

Microsofts Einstieg in Technologie im Fußball

Peter hat 2014 großes Potenzial im Sportbereich gesehen und sagt selbst:

„Im Sport steckt die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen.“

Genau das möchte Microsoft mit Hilfe von Technologie im Fußball ändern. Und dabei geht es nicht um die klassischen Microsoft Office Produkte, die Du mit Sicherheit auch kennst, sondern um sportspezifische Angebote.

Seitdem konnte der weltweit agierende Technologie-Konzern bereits 32 der 36 Deutschen Proficlubs als Kunden gewinnen und ist damit ein maßgeblicher Treiber der Digitalisierung in der Bundesliga.

In unserem Gespräch wollte ich verstehen, wie Microsoft den Fußballclubs hilft, wie Peter über die Zukunft des Fußballs denkt und wie er mit seinem Startup die gesamte Branche revolutionieren möchte.

Fokus auf Technologie im Fußball

Die Aussage, dass der Sport in Bezug auf die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckt, gilt natürlich nicht nur für den Fußball. Trotzdem setzt Microsoft hierbei den Fokus beim Einsatz ihrer Technologie.

Und das, obwohl Peter zu Jugendzeiten fast den Sprung in den professionellen Volleyball-Bereich geschafft hätte. Er spielte sogar in der Jugend-Nationalmannschaft.

Die Begründung für den Einsatz ihrer Technologie im Fußball ist dennoch wenig überraschend.

„Im Fußball kannst Du einfach das größte Rad drehen.“

Stimmt: Fußball ist wirtschaftlich und emotional der attraktivste Sport für potenzielle Partner. Und in diesem Umfeld hat Peter das größte Potenzial im sogenannten Fan Engagement identifiziert.

Dabei geht es um die emotionale Kommunikation zwischen einem Club und seinen Fans. Damals – und heutzutage gilt das in vielen Vereinen auch noch – erhielt jeder Fan dieselbe Kommunikation.

Aber gerade die neuen Technologien bieten beispielsweise die Möglichkeit der persönlichen und in indviduellen Ansprache. Wir haben darüber schon in mehreren Beiträgen gesprochen. Klassisches Beispiel ist das Angebot eines Trikots meines Lieblingsspielers, wenn dieser ein Tor schießt.

Klingt einfach, ist in der Umsetzung aber keinesfalls trivial. Genau deshalb fokussiert sich Microsoft auf Technologie im Fußball.

Hierzu sei allerdings gesagt, dass der Technologie-Konzern vereinzelt auch in weiteren Sportarten aktiv ist. So beispielsweise im Eishockey, Handball oder Skisport.

Lessons Learned aus dem Markteintritt

Ein Markteintritt ist immer eine besondere Herausforderung. Microsoft hatte natürlich den Vorteil, dass das Unternehmen einen großen Namen und ein angesehenes Renommee genießen konnte.

Darüber hinaus nutzen bereits viele – wenn nicht sogar alle – Bundesligisten klassische Office-Anwendungen des US-Unternehmens

Wie andere Software-Unternehmen auch möchte Microsoft natürlich mit einem klasse Produkt überzeugen. Anders als die Wettbewerber für Technologie im Fußball folgt Microsoft jedoch nicht dem Barter-Prinzip.

Davon hast Du noch nicht gehört? Barter ist der Tausch von Leistung/Lösung gegen Werberechte beim Club. Übertragen auf das Geschäft mit Dienstleistungen bedeutet dies, dass der Anwender (Fußballclub) für den Einsatz eines Produktes oder der Nutzung einer Dienstleistung mit den Werberechten „bezahlt“.

Genau da möchte der Technologie-Konzern jedoch nicht mitmachen. Sie wollen nicht als gefühlter Sponsor auftreten, sondern als Anbieter für Technologie im Fußball. Und dafür wollen sie entsprechend bezahlt werden.

Der Markteintritt wird dadurch sicher nicht einfacher, dafür werden auf Seiten der Fußballclubs keine falschen Anreize gesetzt. Gemäß dem Barter-Prinzip könnte es sich ja sogar lohnen Software einzusetzen, die der Club eigentlich nicht benötigt.

Digitalisierungs-Fokus bei den Clubs

In den zahlreichen Experteninterviews, die ich regelmäßig gebe, werde ich häufig gefragt, wo der Digitalisierungs-Fokus bei den Clubs liegt.

Meine These dabei ist, dass der primäre Fokus auf der Optimierung der sportlichen Performance liegt. In diesem Zusammenhang sind Peter und ich nicht einer Meinung.

Die Wahrscheinlichkeit zur Digitalisierung anderer Bereiche – wie beispielsweise die Beziehung zum Fan über die sozialen Netzwerke – seien demnach wesentlich höher. Das liegt daran, dass in diesen Bereichen Mitarbeiter beschäftigt sind, die unter Umständen wesentlich innovativer ausgebildet worden sind als ihre Kollegen aus dem sportlichen Bereich.

Der Einsatz von Technologie im sportlichen Bereich hängt somit maßgeblich von deren Chefs (Manager und Trainer) ab. Denken diese beiden Personen digital, wird neuste Technologie und Standard System – wie z.B. die SportsOne Plattform von SAP – in das Training mit einbezogen.

Ist dies nicht der Fall, wird häufig mit einfacherer Technologie gearbeitet und die gute alte Trainingslehre knallhart durchgezogen.

Hier rückt jetzt noch ein weiteres Problem in den Vordergrund. Einige Bundesligisten sind durchaus dafür bekannt, dass sie eine hohe Fluktuation auf dem Trainerstuhl haben.

Diesen Clubs dürfte es gemäß der eben geäußerten These an Konstanz fehlen. Nicht nur im Hinblick auf taktische Finessen. Sondern auch bezüglich des Einsatzes von Technologie im Fußball.

Am fortschrittlichsten sieht er in diesem Zusammenhang den FC Bayern München sowie die TSG Hoffenheim. Die beiden Clubs sind mit Sicherheit noch nicht am Ende der Digitalisierung des sportlichen Bereichs angelangt. Trotzdem sollten sie deutschlandweit als Vorbilder gesehen werden.

Natürlich haben wir nicht nur über den Status Quo, sondern auch über die Zukunft gesprochen.

Fan-Erlebnis in 5 Jahren

Ich habe Peter direkt gefragt, wie er sich die Zukunft des Fan-Erlebnisses in der Bundesliga vorstellt. Peter ist davon überzeugt, dass der Fan entscheiden kann, wann, wie und wo er Fußball konsumiert.

„Der Fan wird zu jeder Zeit, von jedem Ort live ins Spiel einschalten und das Stadionerlebnis an verschiedenen Orten erleben können.“

Dabei referenzierte er beispielsweise auf die Bewerbung Japans zur Ausrichtung der WM 2022, die nun in Katar stattfinden wird.

Das Japanische Konzept beinhaltete die virtuelle Ausstrahlung der Spiele in verschiedenen Stadien.

Ich persönlich freue mich schon darauf, wenn solche Technologien eingesetzt werden und wäre in jedem Fall ein begeisterter Tester :-).

Peters Engagement bei Gainchanger.io

Trotz der großen Gestaltungsfreiheit, die Peter bei Microsoft genoss, befindet er sich aktuell im Sabbatical, um ein Startup aufzubauen: Gainchanger.io

Gainchangers Technologie im Fußball

Beim ersten Blick auf die Webseite wird sofort klar: Hier geht es um Technologie. Genauer gesagt um künstliche Intelligenz (kurz KI und auf Englisch AI für artificial intelligence).

Peter möchte mit seinen drei Mitgründern Clubs durch den Einsatz ihrer Technologie im Fußball dabei helfen, die vorliegenden Daten auszuwerten und zu interpretieren.

In unserem Gespräch fiel in diesem Zusammenhang das Schlagwort Big Data. Dabei geht es um die Schwierigkeit die teilweise massenhaft vorliegenden Daten (der Fans, der Spieler etc.) zu nutzen, um daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen.

Das Problem dahinter wird mit folgendem Sprichwort gut beschrieben.

„Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.“

Anwendungsfälle dieser Technologie im Fußball

Genau dort setzt Peter an und möchte die Bundesligisten hierbei unterstützen. Erste Mehrwerte können bereits über die sinnvolle Verknüpfung der vorliegenden Daten generiert werden. Auf Basis des vergangenen Verhaltens (beispielsweise im Stadion) kann das zukünftige Verhalten prognostiziert werden.

Diese Daten liegen vor, da sich Smartphones regelmäßig mit dem immer weiter verbreiteten WLAN-Netzen in Deutschen Stadion verbinden.

Auch über das elektronische Einchecken (sogar mit einer gedruckten Karte) weiß der Club haargenau, welcher Fan zu welchem Zeitpunkt das Stadion betritt. Diese Informationen werden heutzutage noch (so gut wie) gar nicht weiterverarbeitet.

Darüber hinaus soll die Technologie die vorhandenen Daten anreichern. Dies schafft sie beispielsweise, indem sie die vorhandenen Fan-Daten um öffentlich verfügbare Daten aus den sozialen Medien ergänzt und dadurch noch präzisere Vorhersagen machen kann.

Wir dürfen uns also auf eine spannende Zukunft freuen!

Daten = Verantwortung

Zum Abschluss des Gesprächs haben wir über die Verantwortung, die mit einer solchen Technologie im Fußball einhergeht, gesprochen. Bei allem Innovationsdrang sind sich Peter und seinem Team auch der Brisanz ihres Vorhabens bewusst.

Deshalb legen sie viel Wert darauf, verantwortungsvoll mit den erhobenen und verknüpften Daten umzugehen. Peter hat zudem die ethische Verantwortung und die 6 ethischen Grundsätze für die Verwendung von Künstlicher Intelligenz – wie sie auch von Microsoft’s CEO Satya Nadella positioniert werden – in den Vordergrund gestellt:

Technologie im Fußball: Microsoft´s Leitlinien zur Künstlichen Intelligenz
Technologie im Fußball: Microsoft´s Grundsätze zur Künstlichen Intelligenz

FUSSBALL BUSINESS INSIDE: Big Data im Fußball

Bei der Konferenz FUSSBALL BUSINESS INSIDE: Big Data im Fußball werden Peter und ich uns endlich persönlich kennen lernen. Dort habe ich die Ehre als Moderator mehrere Podiumsdiskussionen zu moderieren.

Eine davon trägt den Titel Gegenwart und Zukunft von Big Data im Fußball. Dort werden Peter und ich gemeinsam mit Richard Mayr (ebenfalls Gründer eines Software-Unternehmens) die Themen dieses Beitrags vertiefen können.

Ich freue mich jetzt schon sehr darauf!

Das Gewinnspiel, in dem Du ein Ticket im Wert von 199 € gewinnen konntest, ist leider abgelaufen. Für zukünftige Konferenzen werde ich jedoch wieder ähnliche Formate ins Leben rufen, um Dir exklusive Einblicke ins Fußball-Business zu geben.


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Digitalisierung des Fußballs

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