Premier League: Financial Fairplay ist tot und Chelsea auf der Überholspur

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In meinen Augen ist das Financial Fairplay tot und der FC Chelsea auf der Überholspur. Beide Themen haben auf den ersten Blick nicht direkt etwas miteinander zu tun. Trotzdem möchte ich sie gerne in einem Beitrag vereinen.

Heute werfen wir nämlich einen kurzen Blick auf die Entwicklungen in der Premier League.

Dabei wage ich sogar die Aussage, dass eine Verbindung zwischen beiden Themen durchaus möglich ist. Die Schlussfolgerung leite ich Schritt für Schritt im heutigen Beitrag her.

Anfangen möchte ich aber mit meiner These zum Financial Fairplay.

City´s Ausschluss aus der Champions League

Im Februar habe ich einen Beitrag darüber verfasst, dass Manchester City aus den Europäischen Wettbewerben ausgeschlossen wird. Ein maßgeblicher Grund dafür waren Verstöße gegen das Financial Fairplay.

Vereinfacht gesagt haben die Citizens mehr Geld ausgegeben als sie eingenommen haben. Das ist laut Statuten der UEFA verboten. Als Konsequenz wurde mit dem Ausschluss aus der Königsklasse gedroht.

Klicke einfach hier, wenn Du die Details der Vorwürfe nochmal nachlesen möchtest. Ich habe zudem damals die Konsequenzen für Manchester City und den gesamten Europäischen Fußball beleuchtet.

Rückblickend betrachtet hätte ich mir das sparen können. Selbstverständlich legte der Premier League Club Einspruch gegen die Strafe ein. Mitte Juli stimmte der internationale Sportgerichtshof CAS diesem Einspruch zu.

In die Details des Urteils möchte ich an dieser Stelle nicht einsteigen. Das sollte ein Jurist tun.

Zusätzlich zur Aufhebung der Sperre wurde die Geldstrafe ebenfalls reduziert. Die UEFA sah ursprünglich eine Strafe von 30 Millionen Euro vor. Diese Summe wurde nun auf 10 Millionen Euro gedrittelt.

Der Club aus Manchester kommt demnach mit dem erhobenen Zeigefinger davon und auch die Geldstrafe dürfte für die Eigentümerfamilie vernachlässigbar sein.

Financial Fairplay ist tot

Beim Verfassen dieses Beitrags habe ich nach einem philosophischen Zitat zum Thema Strafmaß geschaut, aber keines gefunden, was mich überzeugt hat.

Das Konzept des Financial Fairplays ist definitiv gut. Es soll verhindern, dass der Europäische Fußball von gierigen Investoren benutzt wird. Eine Regel ist aber immer nur so gut wie die Konsequenz, in der sie verfolgt wird.

Mit dem gekippten Urteil wurde das Financial Fairplay in meinen Augen beerdigt. Meiner Meinung nach hätte ein Exampel statuiert werden müssen, um zukünftiges Verhalten zum nachhaltigen Wirtschaften zu lenken.

Stattdessen wurde die Moral des Financial Fairplays mit Füßen getreten. Jemanden mit einer Geldstrafe dafür zu bestrafen, dass er zu viel Geld ausgegeben hat, ist absurd.

Zukünftig rechne ich demnach mit weiteren Verstößen und hoffe, dass sich UEFA und FIFA geeignete Maßnahmen hierfür einfallen lassen. Und diese dann auch schlussendlich konsequent durchsetzen.

Chelsea investiert auf Transfermarkt

Verlegen wir unseren Fokus nun von Manchester auf London. Dort investiert der FC Chelsea aktuell kräftig auf dem Transfermarkt.

Ich möchte mich an Gerüchten nicht beteiligen, aber zum jetzigen Zeitpunkt (Ende Juli) sind bereits zwei Top Transfers fix. Neben Timo Werner (53 Millionen Euro von RB Leipzig) zieht es auch Hakim Ziyech (40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam) an die Stamford Bridge.

Zudem wird ein Wechsel von Kai Havertz von Bayer Leverkusen aktuell heiß diskutiert. Die Ablösesumme wäre vermutlich höher als für die anderen beiden Spieler.

Insgesamt zeigen diese Aktivitäten, dass Chelsea nochmal oben angreifen möchte. Dafür gibt es in meinen Augen keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.

Krise als Chance sehen

In Deutschland sind die meisten Clubs damit beschäftigt, ihre Wunden der Corona-Krise zu lecken. An Investitionen ist aktuell vielerorts kaum zu denken. Stattdessen überlegen die Verantwortlichen, wie sie ausbleibende Ticketing-Einnahmen kompensieren können.

Der FC Chelsea geht die aktuelle Transferperiode ganz anders an. Sicherlich auch durch den Investor Roman Abramowitsch. Seit der Übernahme hat der Russe in Milliardenhöhe in den Club investiert.

Laut verschiedenster Analysen werden die Marktwerte in diesem Sommer insgesamt zum ersten Mal seit langer Zeit fallen. Das ist die ideale Zeit für Investitionen – sofern Geld vorhanden ist.

Den Grundgedanken von Chelsea´s Transferpolitik kann ich somit sehr gut nachvollziehen. Mir erschließt sich jedoch nicht, woher das Geld kommt.

Basierend auf einem Report vom KMPG Football Benchmark hat Chelsea in den letzten fünf Jahren 150 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet. Aus der Operative würden die massiven Investitionen auf dem Transfermarkt dementsprechend nicht gedeckt werden.

Fehlende Konsequenz beim Financial Fairplay

Das wiederum bedeutet, dass der Investor die Taschen aufmachen muss. Grundsätzlich spricht da ja nichts gegen, wäre da nicht das Financial Fairplay.

Dieses untersagt eigentlich nachhaltig negative Ergebnisse zu Gunsten von hohen Investitionen auf dem Transfermarkt.

Möglicherweise fühlt sich der Club aus London durch das Urteil in Bezug auf Manchester City jedoch ermutigt. Schließlich ist das Financial Fairplay ja tot.

Unabhängig davon, wo das Geld für die Spielerverpflichtungen herkommt, rechne ich nicht mit negativen Konsequenzen. Das Financial Fairplay ist für mich lediglich ein zahnloser Tiger.

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