Die Gier im Fußball stellt die Branche vor eine Zerreißprobe

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Heute möchte ich mit Dir über die Gier im Fußball sprechen.

Wie Du sicherlich bereits mitbekommen hast, nutze ich den Blog hier mittlerweile anlassbezogen. Ich verfasse nicht jede Woche einen Beitrag, sondern immer dann, wenn meiner Meinung nach etwas gesagt werden muss.

Auch wenn es spät ist, während ich den ersten Entwurf dieser Zeilen schreibe, kann ich nicht bis zum nächsten Morgen warten. Zu sehr kribbelt es in meinen Fingern.

Ich weiß, dass viele Leser meine kritische Objektivität schätzen. Auch der heutige Beitrag ist mit einer Prise hiervon versehen.

Wie immer beziehe ich mich nicht auf interne Informationen aus der Branche, sondern kombiniere lediglich meine Beobachtungen.

Du fragst Dich sicher, was der Anlass des heutigen Beitrags ist. Es geht um das G15-Treffen im deutschen Profifußball. Was sich dahinter verbirgt und warum dies ein gefährliches Zeichen ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Was ist Gier überhaupt?

Ich würde Gier als das bedingungslose Streben nach Besitztümern beschreiben. Natürlich möchte ich Dir eine offizielle Definition nicht vorenthalten.

Der Duden definiert Gier wie folgt:

Auf Genuss und Befriedigung, Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichtetes, heftiges, maßloses Verlangen; ungezügelte Begierde.

Definition von „Gier“ laut Duden

Damit ist Gier vermutlich die negative Übertreibung von Ambitionen in Bezug auf wirtschaftliche und sportliche Ziele. Über die Zielsetzung von Fußballclubs lässt sich streiten.

Es fallen Worte wie sportlicher Erfolg oder Vermeidung einer Insolvenz. Von Gier ist dabei nicht die Rede.

Das Problem mit der Gier im Fußball ist, dass meistens andere Parteien zu Schaden kommen, wenn einzelne ihre Gier befriedigen. Diesen negativen Effekt beobachten wir natürlich auch in der Gesellschaft. Ich konzentriere mich nun aber auf den Sport.

Ich bin Atheist, aber weiß trotzdem, dass (Hab-)Gier eine der sieben Sünden ist. Es schließt sich die Frage an, warum ich eine Sünde in Beziehung zum Fußball setze.

International: Gibt es Gier im Fußball?

Auch wenn ich grundsätzlich kein Freund geschlossener Fragen bin, würde ich auf diese Frage sofort mit Ja antworten.

Schauen wir zuerst auf die internationale Ebene. Dort wird seit Jahren über eine Europäische Super League gesprochen. Ob diese nun von der FIFA oder UEFA organisiert wird, ist für meine Aussage unwichtig.

Vereinfacht gesagt würde diese Europäische Super League eine Handvoll Gewinner und unzählige Verlierer mit sich bringen. Das Geld im Fußball würde sich – nochmal mehr als eh schon – auf wenige Top-Clubs konzentrieren.

Diese wiederum finden das natürlich toll. Mehr Geld ist grundsätzlich besser als weniger Geld.

Auf der anderen Seite stehen die übriggebliebenen Clubs, die sich nun in unterklassigen nationalen Ligen zusammenfinden können, die kaum einer verfolgt. Schließlich spielen die Stars ja woanders.

Der Aufschrei beim Bekanntwerden dieser Pläne war in der Fanszene groß. Auch die Verlierer-Clubs waren nicht begeistert. Bei meinen Moderationen kam das Thema häufig zur Sprache.

Warum also jetzt erst mein Aufschrei in Form dieses Beitrags? Der Anlass für meinen emotionalen Ausbruch zur Gier im Fußball sind die Entwicklungen auf nationaler Ebene.

National: Gibt es Gier im Fußball?

Und nochmal: Ja!

Über die TV-Gelder wird hier in Deutschland grundsätzlich immer debattiert. Eine Debatte ist auch gut. Einer meiner am häufigsten aufgerufenen Beiträge beschäftigt sich mit der Fragestellung der Verteilung der TV-Gelder.

Aktuell bilden sich erneut zwei Lager im deutschen Profifußball. Auf der einen Seite stehen die großen 15. Diese exklusive Gruppe besteht aus 14 Clubs der Bundesliga und dem Hamburger SV.

Unten stehend findest Du eine Übersicht über die Teilnehmer – sowie die nicht eingeladenen Clubs.

Ich begrüße unterschiedliche Meinungen – sehr sogar. Die Einstellung der finanziell mächtigen Clubs zeigt sich jedoch dadurch, dass sie die andersdenkenden nicht einladen.

Nur mit Gleichgesinnten über die Zukunft des Deutschen Fußballs zu diskutieren ist so wie die alleinige Regierung durch eine Partei im Bundestag ohne Opposition. Das kann nicht funktionieren.

Die G15 haben das Ziel ihre Vormachtstellung über Reformen zu verstärken, während die kleineren Clubs aushungern. Das führt in der Konsequenz zu einer Spaltung des Fußballs.

Was viele Clubs auf internationaler Ebene verurteilen – die Pläne einer Europäischen Super League – findet aktuell in Deutschland statt.

Fazit zu Gier im Fußball

Trotz aller Emotionalität des Themas versuche ich objektiv zu bleiben. Ich kann verstehen, dass über verschiedenste Positionen im geschützten Rahmen diskutiert werden muss.

In meiner Wahrnehmung von außen wirkt es jedoch so, als würden viele Clubs dem Motto folgen:

Geheimtreffen sind blöd, solange ich nicht Teil davon bin.

Ich verwende hier absichtlich einfache Sprache, weil sich das für mich ein bisschen wie Kindergarten anhört. Und es hat schon einen Grund, dass keine Kindergartenkinder im Bundestag sitzen.

Mir ist bewusst, dass ich mir mit diesem Beitrag nicht nur Freunde mache. Ich möchte aber sowohl Gleichgesinnte, als auch Kritisierende einladen, mit mir in den Austausch zu treten.

Würden aktuell Konferenzen stattfinden, würde das Thema hundertprozentig diskutiert werden – dafür würde ich als Moderator sorgen :-).

Diese offene Diskussion – nicht nur hinter verschlossenen Türen – ist wichtig. Am Ende wird es einen Kompromiss geben. In unserem Sprachgebraucht klingt ein Kompromiss immer nach zwei verlierenden Parteien.

So zugespitzt, wie die Lage aktuell zu sein scheint, kann ein Kompromiss allerdings auch zwei gewinnende Parteien hervorbringen. Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag einen kleinen Teil dazu beitragen konnte.

Machen wir uns nichts vor: Die finanziell mächtigen Clubs sitzen an einem verdammt langen Hebel. Sollten sie diesen gierig betätigen, sehe ich schwarz für den Deutschen Fußball.

Wie schnell das Interesse der Öffentlichkeit an einer Mannschaft schwinden kann, sehen wir aktuell bei der Nationalmannschaft. Die vermeintlichen Gründe hierfür bieten genug Stoff für einen eigenen Beitrag.

Dieses Schicksal würde ich für den Deutschen Club-Fußball gerne vermeiden. Sollte sich das gute Dutzend der G15 Clubs am Ende durchsetzen, könnten sie ebenfalls schmerzhaft die Erfahrung machen, dass sie die kleineren Clubs am Ende doch brauchen.

Fußball ist schließlich nicht wie andere Branchen. Die Top-Clubs brauchen die kleineren, um einen Wettbewerb auf die Beine zustellen. Das gierige Streben nach einem Monopol (oder korrekterweise Oligopol) funktioniert im sportlichen Wettkampf nicht.

Um das zu verhindern, lohnt ein gewissenhafter Blick in den Spiegel und ein Nachschlagen des Wortes Solidarität im Duden. Für Interessierte habe ich die Seite hierzu verlinkt.


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