Schere in der Bundesliga öffnet sich durch Spielerwechsel 2019 weiter

Schere in der Bundesliga öffnet sich durch Spielerwechsel 2019 weiter

Heute analysiere ich die Spielerwechsel 2019 der einzelnen Bundesligisten. Damit schließe ich nahtlos an meinen Beitrag aus der letzten Woche an.

Darin ging es um die Untersuchung der einzelnen Ligen in der vergangenen Transferperiode. Wir haben festgestellt, wie eingefahren die Machtverhältnisse im europäischen Fußball sind.

Diese Analyse führe ich nun auf Basis der 18 Bundesligisten durch. Ich verspreche Dir, dass mehr als eine Überraschung auf Dich wartet.

Genauer gesagt schauen wir uns die Transfersalden, -einnahmen und -ausgaben sowie die Kaderveränderungen der 18 Clubs an. Alle Daten sind dabei vom Stand Oktober 2019.

Transfersalden nach Spielerwechsel 2019

In der ersten Analyse zeige ich die unterschiedlichen Transfersalden der Bundesligisten auf. Der Transfersaldo ist dabei das Ergebnis aus Einnahmen und Ausgaben in der jeweiligen Transferperiode.

Dabei habe ich die positiven Transfersalden (Überschüsse) in blau und die negativen (Defizite) in rot dargestellt.

Transfersalden der Bundesligisten nach Spielerwechsel 2019 im Sommer
Transfersalden der Bundesligisten nach Spielerwechsel 2019 im Sommer

Auffallend ist, dass nur vier von 18 Bundesligisten einen positiven Transfersaldo erwirtschaften. Dabei verdiente die TSG Hoffenheim insgesamt mehr als die drei anderen Clubs mit positivem Transfersaldo zusammen.

Die restlichen 14 Clubs haben unterm Strich mehr Geld für neue Spieler ausgegeben als eingenommen.

Der Großteil der Bundesligisten hat also in dieser Transferphase investiert. Das Ziel ist dabei sicherlich die sportliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Wenn allerdings alle Clubs investieren, ist eine Verbesserung schwierig. Das Stichwort ist an dieser Stelle erneut „das Rattenrennen„.

Besonder spannend ist, dass die vier sportlich erfolgreichsten Clubs aus dem Vorjahr am stärksten investieren.

FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen investieren zusammen über 200 Millionen Euro an Transferdefizit.

Werfen wir einen Blick auf die Aufsteiger. Der SC Paderborn, Union Berlin und der FC Köln fallen allesamt wenig auf. Dabei sind Aufsteiger besonders stark durch Spielerwechsel 2019 betroffen.

Die Helden des Aufstiegs spielen sich häufig in den Fokus anderer Clubs. Für die neuen sportlichen Herausforderungen in der höheren Liga müssen die Teams zudem in den Kader investieren. Keine leichte Aufgabe.

In Summe kommen die 18 Bundesligisten übrigens auf ein Transferdifizit von 167 Millionen Euro. Theoretisch können wir somit sagen, dass sich die Bundesliga im Vergleich zum Vorjahr verstärkt hat.

Diese Tatsache trifft allerdings auch auf viele andere Ligen zu – insbesondere die Top Ligen aus England, Spanien und Italien. Lediglich die französische Ligue 1 erwirtschaftet einen Transferüberschuss.

Einnahmen durch Spielerwechsel 2019

Schauen wir nun auf die reinen Transfereinnahmen der 18 Bundesligisten durch Spielerwechsel 2019.

Transfereinnahmen der Bundesligisten durch Spielerwechsel 2019

Wenig überraschend ist die TSG Hoffenheim auch in diesem Ranking ganz vorne. Ein Team, das einen großen Transferüberschuss erwirtschaftet, muss zwangsläufig hohe Transfereinnahmen haben.

In diesem Ranking lohnt sich noch ein Blick auf Eintracht Frankfurt. Die Hessen erzielen den Großteil ihrer 102 Millionen Euro an Einnahmen über zwei Transfers.

Durchaus spannend ist hierbei auch noch, dass Meister und Vizemeister der Vorsaison beide trotz hoher Einnahmen die größten Transferdefizite erwirtschaften.

Das wiederum bedeutet, dass sie noch höhere Ausgaben vorweisen müssen.

Auffallend ist zudem, dass Werder Bremen der einzige Club ist, der durch Spielerwechsel 2019 keinen einzigen Cent eingenommen hat.

Diese Tatsache könnte den Schluss zulassen, dass die Bremer ihr Team zusammenhalten konnten. Dem ist aber nicht so.

Das Team von der Weser verzeichnete jedoch insgesamt 16 Abgänge. Nach Eintracht Frankfurt (23) ist das der Höchstwert. Diese 16 Abgänge setzen sich zusammen aus 11 Leihen, 4 ablösefreien Wechseln und einer endenden Leihe.

Am schmerzhaftesten dürfte für Werder wohl der Abgang des ehemaligen Kapitäns Max Kruse sein.

Schauen wir nun auch bei dieser Auswertung auf die Aufsteiger: Die drei Aufsteiger sind unter den letzten fünf im Ranking der höchsten Transfereinnahmen.

Weiter geht es mit den Ausgaben.

Ausgaben durch Spielerwechsel 2019

In der nächsten Grafik siehst Du das Ranking der Transferausgaben durch Spielerwechsel 2019 der einzelnen Bundesligisten.

Ausgaben der Bundesligisten durch Spielerwechsel 2019

Erneut fällt auf, dass die Top Clubs aus dem Vorjahr am stärksten investieren. Die ersten vier der Vorsaison sind in diesem Ranking auf den ersten fünf Plätzen zu finden.

Außerdem sticht natürlich der SC Paderborn ins Auge. Der Club aus NRW hat keinen einzigen Cent auf dem Transfermarkt ausgegeben.

Wie bereits beschrieben ist es für einen Aufsteiger besonders schwer, in einer höheren Liga zu bestehen. Normalerweise würden wir davon ausgehen, dass aufsteigende Teams sich verstärken.

Der Aufsteiger aus Paderborn hat sich jedoch dagegen entschieden – oder aber keine passenden Spieler gefunden.

Ich möchte nicht sagen, dass ich es prophezeie, aber nach dem 6. Spieltag steht der SC Paderborn mit einem Punkt auf dem letzten Platz.

Kaderveränderungen durch Spielerwechsel 2019

Zu guter letzt möchte ich noch die Veränderungen der Kader durch die Spielerwechsel 2019 analysieren. Dabei habe ich mir die bloße Anzahl an Zu- und Abgängen angeschaut.

Veränderungen des Kaders der Bundesligsten durch Spielerwechsel 2019

Unterm Strich hat RB Leipzig die größte Veränderung im Kader. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Kader um 10 Spieler größer. Für die zahlreichen Wettbewerbe ist das auch definitiv empfehlenswert.

Auf der anderen Seite steht Eintracht Frankfurt. Das Team aus Hessen verkleinert seinen Kader um zwei Spieler.

Auch absolut hat der Club aus Frankfurt die größte Fluktuation. Insgesamt kommen die Frankfurter auf 44 Spielerwechsel 2019 im Sommer. So ein neu geformter Kader muss sich erstmal einspielen.

Die absolut kleinste Veränderung finden wir übrigens in Mönchengladbach. Dort gab es insgesamt nur zwölf Spielerwechsel in der abgelaufenen Transferperiode.

Fazit zu Spielerwechsel 2019

Die Bundesligisten haben allesamt unterschiedliche Transferstrategien. Während die Top Clubs aus dem Vorjahr kräftig investieren, backen gerade die Aufsteiger eher kleine Brötchen.

Ich komme zu einem ähnlichen Schluss wie bei der Analyse der nationalen Ligen:

Die großen Clubs investieren das meiste Geld. Das wird dazu führen, dass die Clubs international vielleicht etwas besser mithalten können als letztes Jahr. Wobei wir dabei nicht vergessen dürfen, dass die internationalen Konkurrenten ebenfalls kräftig investieren.

National führt dieses Investitionsverhalten aber dazu, dass der Abstand zwischen den Top Clubs und dem Rest der Liga größer wird. Über kurz oder lang wird die Liga dadurch immer unausgeglichener.


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