Wichtigste Erkenntnisse aus der Sportbusiness Studie 2019 von PwC

Wichtigste Erkenntnisse aus der Sportbusiness Studie 2019 von PwC

Heute geht es seit längerem mal wieder um eine ganz bestimmte Sportbusiness Studie. Ich habe Vorgänger dieses kostenlosen Reports bereits häufiger erwähnt.

Dabei bin ich ein großer Fan dieser Quellen. Sie greifen häufig brandaktuelle Themen auf. Das unterscheidet praktische Sportbusiness Studien von wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Diese benötigen häufig lange Vorlaufzeiten. Durch eigene wissenschaftliche Veröffentlichungen habe ich bereits selbst miterlebt, wie langwierig diese Prozesse sind.

Im Gegensatz zu einfachen Nachrichten sind ausführliche Studien jedoch viel valider und greifen häufig auf eine große Stichprobe zurück.

Das gilt auch für die Sportbusiness Studie, die ich Dir heute vorstellen möchte. Sie kommt von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und trägt den Titel:

PwC Sports Survey 2019: Sports industry – time to refocus?

Ich fasse die wesentlichsten Punkte für Dich zusammen. Am Ende verrate ich Dir zudem noch, wo Du die Sportbusiness Studie herunterladen kannst.

Übersicht zur PwC Sportbusiness Studie

In diesem Beitrag möchte ich mir mit Dir insgesamt sechs Kernpunkte der Sportbusiness Studie von PwC anschauen.

Die Studie bietet dabei natürlich noch viel mehr Fakten zur Diskussion. Ich fokussiere mich dennoch auf diese Themen.

Sportbusiness Studie
Meine 6 Highlights der Sportbusiness Studie 2019 von PwC

Insgesamt wurden in der Studie übrigens 580 Experten aus 49 Nationen gefragt. Wir dürfen die Ergebnisse deshalb nicht eins zu eins auf Deutschland und / oder die Bundesliga übertragen.

Ohne großes Vorgeplänkel möchte ich direkt mit den ersten Thema starten.

Getrübte Wachstumsaussicht

Die befragten Experten prognostizieren für das Sportbusiness in den kommenden Jahren ein Wachstum von 6,4%.

Verglichen mit der deutschen Wirtschaft ist das beeindruckend. Experten prognostizieren für das aktuelle Jahr lediglich ein Wachstum von 0,5%.

Rückblickend betrachtet ist diese Wachstumsaussicht für das Sportbusiness jedoch nicht sonderlich positiv. Schließlich gaben die Experten an, dass die Sportindustrie in den vergangenen Jahren um 7,4% gewachsen ist.

Sie rechnen also mit einem sich verlangsamendem Wachstum. Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass die Aussichten auch in den vergangenen Jahren bereits getrübt waren. Sowohl 2017 als auch 2018 wurde ein langsameres Wachstum prognostiziert.

Absolut unterscheiden sich die Werte jedoch kaum. Hoffen wir, dass das Sportbusiness wie erwartet weiter wächst.

eSports vor Fußball

Wann immer eine Branche als Ganzes wächst, müssen wir uns die einzelnen Treiber anschauen. Sport ist schließlich nicht gleich Sport.

Bei der Analyse der einzelnen Sportarten sticht eine wie immer heraus: eSports. Die Auswertung der am schnellsten wachsenden Sportarten habe ich bereits aus der PwC Sportbusiness Studie in meine Keynote bei der Sportmanagement Tagung in Jena integriert.

Seitdem hat sich an der Spitze der Auswertung nichts verändert. eSports wächst schneller als alle anderen Sportarten. Auf Platz zwei folgt der Fußball.

Die genauen Platzierungen in den Top 10 siehst Du in dem nachfolgenden Bild.

Die am schnellsten wachsenden Sportarten laut PwC Sportbusiness Studie 2019
Die am schnellsten wachsenden Sportarten laut PwC Sportbusiness Studie 2019

Im Vergleich zur Sportbusiness Studie aus dem Vorjahr haben es zwei neue Sportarten in das Ranking geschafft.

Urban Sports (Platz 4) und Golf (7) sind neu im Ranking der Top 10 am schnellsten wachsenden Sportarten.

Neue Sportarten im Top 10 Ranking in der PwC Sportbusiness Studie 2019

Dafür mussten übrigens Mass Participation Events und Boxen / Kampfsport weichen. Unter erstgenannten verstehen die Experten dabei Massen-Events wie ein Marathon oder Triathlon.

Digitalisierung als Chance und Gefahr

In den Vorjahren habe ich häufig die Einstellung vieler Sportbusiness-Experten kritisiert. Viele sahen die Digitalisierung als Gefahr und nicht als Chance.

Das hat sich in der nun vorliegenden Sportbusiness Studie geändert. Die Experten sehen nun beide Seiten.

Während sie sich über neue Wege zur Fan-Kommunikation freuen, fürchten sie sich vor alternativen Entertainment-Formaten.

Das Sportbusiness steht nämlich im Kampf um die Aufmerksamkeit der Fans auch im Wettbewerb mit Netflix, YouTube & Co.

Zudem fürchten sich die Experten zunehmend vor den großen Tech-Konzernen. Genannt seien an dieser Stelle Facebook, Google, Apple und Amazon. Diese beherrschen das Internet durch ihre große Macht.

Einerseits sind sie über die Hardware der Zugangspunkt vieler Fans zum Internet (Stichwort: Smartphones). Auch die Software kommt von besagten Internetgiganten.

Hinzu kommt die Tatsache, dass auch die Suche im Internet (durch Google) kontrolliert wird und die Fans den Großteil ihrer Online-Zeit in sozialen Medien verbringen.

Immer häufiger wird darüber spekuliert, ob und wann diese Firmen in den Bieter-Prozess zur Vergabe relevanter TV-Rechte einsteigen.

Sportbusiness Studie: Wichtigkeit von Innovationen

Bleiben wir beim Thema der Digitalisierung. Eigentlich sollte man meinen, dass jedem die große Bedeutung von Innovationen bewusst sein sollte.

Das wird in der Studie größtenteils bestätigt.

Immerhin geben 94% der Befragten an, dass sie Innovationen wichtig oder sehr wichtig für Sportorganisationen sind. Ich bin mit diesen 94% absolut einer Meinung. Trotzdem muss ich fragen:

Was denken sich bitte die restlichen 6%?

Erschreckende Erkenntnis aus der Sportbusiness Studie 2019 von PwC

Ich kann nur hoffen, dass diese Experten in keiner Organisation, die mir am Herzen liegt, am Steuer sitzen. In meinen Augen darf der Wert nicht 94%, sondern muss 100% betragen.

Erfolgsfaktoren für Innovationen

Selbst die 94%, die von der Wichtigkeit von Innovationen überzeugt sind, müssen sich eine Frage stellen:

Wie fördere ich Innovationen in meiner Sportorganisation?

Erfolgskritische Frage für Innovationen

Innovationen können nämlich nicht per Geschäftsführungsbeschluss herbeigezaubert werden. Die Menschen in der Operative müssen Innovationen fördern und nutzen.

Deshalb sind 88,6% der befragten Experten davon überzeugt, dass die Menschen der wichtigste Erfolgsfaktor für Innovationen sind. Mit diesem Wert überholen die Mitarbeiter sogar den Einflussfaktor Strukturen und Strategie.

Meinen ersten Beitrag zur Wichtigkeit der Menschen sowie der Denkweise habe ich übrigens im April 2017 geschrieben. Hier kannst Du den Artikel nachlesen.

Mit dieser Erkenntnis ist der erste Schritt gemacht. Viele weitere werden allerdings noch folgen müssen. Schließlich müssen Sportorganisationen sich nun fragen, wie sie die richtigen Mitarbeiter anziehen, fördern, motivieren und halten können.

Das Thema verdient allerdings einen eigenen Beitrag.

Governance als große Herausforderung

Mein Weg in das Sportbusiness begann mit meiner Abschlussarbeit und einer sich daran anschließenden wissenschaftlichen Veröffentlichung zur Unternehmensführung vom Fußballclubs.

Deshalb freue ich mich besonders, dass die Themen Transparenz und Governance prominent in einer relevanten Sportbusiness Studie auftauchen.

Die Experten nannten die beiden Bereiche bei der Frage nach dem größten Verbesserungspotenzial für Sportorganisationen.

Fazit zur Sportbusiness Studie von PwC

Du kennst nun die wichtigsten Schlussfolgerungen der Sportbusiness Studie von PwC. Solltest Du einen Entscheider überzeugen oder für einen Professor eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, nutze diese Studie unbedingt.

Du kannst sie hier kostenlos herunterladen.

Die Erkenntnisse der Studie stimmen mich leicht positiv. Ich bin beruhigt, dass die Wichtigkeit von Innovationen und dem Faktor Mensch in der Organisation immer mehr wahrgenommen wird.

Trotzdem ist diese Eingebung lediglich der erste Schritt auf einem langen Weg. Immerhin geht es in die richtige Richtung :-).


Gerne helfe ich Dir dabei, Deine Organisation so aufzustellen, dass sie Innovationen fördert. Schreibe mir jetzt eine Mail!

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