Die erschreckende Bedeutung der größten Fußball Transfers 2017

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Kurz nachdem das Transferfenster geschlossen wurde, haben wir uns bisher immer qualitativ und quantitativ mit den Fußball Transfers auseinandergesetzt. Natürlich wird es das auch nach dem ereignisreichen Sommer 2017 geben.

Fangen wir mit der qualitativen Seite an. Ich möchte die drei am meisten diskutierten Fußball Transfers 2017 nochmal revue passieren lassen. Dabei geht es mir um wesentlich mehr als die Höhe der Ablösesumme.

Teuerster Fußball Transfer

Wenn das hier nicht der erste Beitrag ist, den Du auf FussballWirtschaft liest, weißt Du, dass ich kein großer Fan von Gerüchten bin. Über den Wechsel von Neymar zu Paris Saint-Germain wurde vermutlich mehr geschrieben als über jeden anderen Fußball Transfer.

Anfang August wurde dann endlich Vollzug gemeldet. Der Brasilianer wechselte für sage und schreibe 222 Millionen Euro in die französische Hauptstadt. Vermutlich ist das für die wenigsten eine neue Information, aber das müssen wir uns noch einmal vor Augen führen.

Pogbas Rekord verdoppelt

Im letzten Sommer stellte Paul Pogba mit seinem Wechsel von Juventus Turin zu Manchester United mit einer Ablöse von 105 Millionen Euro einen neuen Rekord auf.

Innerhalb von einem Jahr wurde diese Summe mehr als verdoppelt. Es gab viele Rechenbeispiele, die die Höhe dieser Summe anschaulich dargestellt haben. Zwei beeindrucken mich immer besonders.

So viel sind 222 Mio. €

Wenn wir uns die Summe in 1 €-Münzen auszahlen lassen würden, könnten wir diese zu einem Turm stapeln. Dieser wäre ca. 517 Kilometer hoch. Falls Du genauso schlecht im Schätzen von Entfernungen bist, wie ich: Das ist mehr als die Luftlinie von Berlin nach München. Zum Glück gibt es heutzutage die Möglichkeit bargeldlos zu zahlen.

Kommen wir zu einem weiteren Beispiel: Der Konzern des FC Bayern hat in der Saison 2015/16 circa 627 Millionen Euro an Umsätzen erwirtschaftet. Damit ist der Rekordmeister der Bundesliga auch umsatzseitig absolute Spitze innerhalb der Bundesliga.

Die Ablösesumme für Neymar macht mehr als einen Drittel des gesamten Umsatzes der Bayern aus.

PSG zahlte noch mehr

Dabei mussten die Pariser noch viel mehr Geld zahlen als die 222 Millionen Euro Ablöse. Neben einem Handgeld, was üblicherweise bei Vertragsunterschriften gezahlt wird, muss der Berater auch noch bezahlt werden.

Beides zusammen kostet den Pariser Club laut Schätzungen zwischen 75 und 100 Millionen Euro. Hinzu kommt natürlich noch das Gehalt von 30 Millionen Euro netto pro Jahr. Das ist immerhin knapp ein Euro pro Sekunde und das nicht nur während der Arbeitszeit.

Auf eine Zusammenstellung aller Ausgaben verzichte ich an dieser Stelle. Laut der Welt kostet das Gesamtpaket des Fußball Transfers zwischen 700 und 800 Millionen Euro.

Welche weiteren wirtschaftlichen Effekte, der Rekord Fußball Transfers mit sich brachte, habe ich hier für Dich zusammengefasst.

Doch damit hat der von einem Scheich finanzierte Club noch lange nicht genug.

Nach Neymar folgt Mbappé

Der französische Superstar Kylian Mbappé wurde von nahezu allen großen Clubs in Europa umworben. Er hat nicht nur Borussia Dortmund aus der Champions League geschossen, sondern auch darüber hinaus auf sich aufmerksam gemacht.

Financial Fairplay beeinflusst Transfer

Der junge Franzose entschied sich am Ende für Neymars Club in Paris. Grund für die auf den ersten Blick merkwürdig wirkenden Rahmenbedingungen des Fußball Transfers ist das Financial Fairplay.

Das Financial Fairplay der UEFA besagt, dass kein Club mehr Geld ausgeben darf, als er einnimmt. Was eigentlich logisch klingt, muss in einem so boomendem Markt wie dem Profifußball regulatorisch festgehalten werden.

Dahinter verbirgt sich der Trick, dass Clubs ihre Liquidität durch externe Investoren aufbessern können ohne operativ mehr einzunehmen.. Diese Investitionen werden in der Regel nicht als Einnahmen (= Umsätze) ausgewiesen, stellen aber dennoch die Liquidität sicher.

Leihe mit Kaufoption

Aufgrund dieser Regelung und des durchaus intensiven Fußball Transfers von Neymar wurde der französische Superstar vorerst ausgeliehen. Diese Vereinbarung enthält jedoch zusätzlich auch eine Kaufoption in Höhe von 180 Millionen Euro.

Die Pariser können also nächstes Jahr frei entscheiden, ob sie den 18-Jährigen Franzosen zum bisher zweit teuersten Fußball Transfer machen wollen oder nicht.

UEFA untersucht PSG

Trotz dieses sehr einfachen aber dennoch raffinierten Kniffs untersucht die UEFA die Transferpolitik von PSG. Alle Fans vermuten bereits, dass gegen das Financial Fairplay verstoßen wurde. Ich rechne ehrlich gesagt nicht mit großen Konsequenzen.

Auch wenn die Fußball Transfers auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinen, werden die Franzosen sich genau überlegt haben, wie sie die Deals strukturieren.

Nehmen wir als Beispiel die Ablösesumme für Neymar. Diese wurde nicht etwa von PSG bezahlt, sondern von Neymar selbst. Er hat so viel Geld, weil er einen Sponsoring Deal mit Katar abgeschlossen hat. Für die Dienste des Brasilianers als Botschafter für die WM 2022 zahlte Katar ca. 300 Millionen Euro.

Davon konnte Neymar seine Ablösesumme in Höhe von 222 Millionen Euro locker bezahlen. Dass Spieler ihre Ablösesumme selbst zahlen müssen, wenn die Ausstiegsklauseln gezogen werden, ist in Spanien üblich.

Auch der Fall Mbappé zeigt, dass es Wege zur Umgehung des Financial Fairplays gibt. Deshalb vermute ich, dass es weitere Schlupflöcher gibt.

Das zeigt einerseits, dass PSG clever ist. Andererseits ist das ein Armutszeugnis für diejenigen, die das Financial Fairplay definiert haben.

Größter Fußball Transfer der Bundesliga

Die Fußball Tansfers von PSG reißen selbstverständlich Löcher in die Kader der abgebenden Clubs. Insbesondere der FC Barcelona kann sich den Abgang von Neymar nicht leisten ohne einen Nachfolger zu präsentieren.

Club der 100 Mio. € Transfers

Lange Zeit wurde Ousmane Dembélé als dieser Nachfolger gehandelt, ehe der Transfer endlich von allen Beteiligten bestätigt wurde.

Damit hat die Bundesliga endlich ihren ersten Fußball Transfer mit einer Ablösesumme über 100 Millionen Euro vollzogen. Bisher war Kevin De Bruyne in dieser Kategorie Spitzenreiter.

In der Saison 2015/16 überwies Manchester City 74 Millionen Euro für die Dienste des Belgiers an den VfL Wolfsburg. 

Als letzte der großen europäischen Ligen ist nun also auch die Bundesliga im Club der 100 Millionen Euro Fußball Transfers aufgenommen.

Respektloser Umgang miteinander

Bereits beim Neymar Transfer zeichnete sich ab, dass es um mehr als nur Geld geht. Der Brasilianer wurde in den Tagen vor der Bestätigung des Transfers vom Training befreit.

Soweit kam es in Dortmund nicht. Dembélé hat sich seine Freistellung erzwungen, indem er gestreikt hat.

Diesen Umgang zwischen Spielern und Clubs finde ich besorgniserregend. Insbesondere wenn man sich vor Augen führt, warum Arbeitnehmer in der klassischen Wirtschaft streiken: Da geht es in der Regel um mehr Gehalt.

Ich kann verstehen, dass es dem jungen Franzosen sehr wichtig ist, für Barcelona zu spielen. Darüber hinaus kann ich nicht beurteilen, wie die zwischenmenschlichen Verhältnisse der beteiligten Parteien war.

Trotzdem finde ich, dass selbst bei solchen Summen alle Beteiligten ihr Gesicht wahren könnten und fair miteinander umgehen sollten.

Fazit zu Fußball Transfers 2017

Bereits zu Beginn der Sommerpause habe ich gesagt, dass diese alles andere als langweilig wird. Ich sollte Recht behalten. Zusätzlich zu den in dem Beitrag erwähnten sportlichen Highlights machten jedoch vor allem die drei genannten Transfers auf sich aufmerksam.

Für die Zukunft vermute ich, dass sich die Entwicklung der Ablösesummen genauso fortsetzt. PSG hat den Markt in diesem Jahr mit Geld geflutet. Durch die Kaufoption von Mbappé wird sich das im Sommer 2018 aller Voraussicht nach fortsetzen.

Die Clubs, die diese Gelder bekommen, müssen sportlich gesehen Ersatz für den Abgang finden. Finanziell gesehen macht es auch nur Sinn, dieses Geld wieder auszugeben. Die Alternative wäre, dass das Geld versteuert wird, da es den Gewinn nach oben treibt.

Trotzdem hoffe ich inständig, dass sich der Umgang zwischen Spielern und Verantwortlichen sowie teilweise den Fans wieder normalisiert. Am Ende wollen wir doch alle dasselbe: Fußballgucken bzw. -spielen.


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