Erkenntnisse der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020

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Anfang September hatte ich das Vergnügen bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020 zu moderieren. Das erste Mal fand das Event ausschließlich digital statt.

Auf meinen Flug nach Wien / Graz musste ich deshalb verzichten. Für mich ist diese Reise mittlerweile fester Bestandteil meines Sportbusiness-Jahres.

Als Moderator war ich für vier Slots verantwortlich, von denen ich Dir an dieser Stelle gerne berichten möchte.

Es ging um die folgenden vier Themen:

Meine Themen bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020
Meine Themen bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020

Lass Dich bitte nicht davon verwirren, dass die Titel alle auf englisch sind. Die gesamte FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020 war sehr international und fand deshalb auf englisch statt. Die Zusammenfassungen sind allerdings auf deutsch.

Einen Fußballclub kaufen

Bei meinem ersten Panel ging es direkt zur Sache. Ich diskutierte unter anderem mit zwei US-Amerikanern über ihre Investments in professionelle Fußballclubs.

Dabei versicherten sie, dass man keinesfalls Millionär sein muss, um sich an einem Fußballclub zu beteiligen. Häufig wird in sogenannten Investorengruppen gearbeitet, bei denen jeder einen Teil beiträgt.

Die Zuhörer zeigten sich sehr interessiert und stellten viele Fragen. Als wichtigste Eigenschaft nannten die Experten auf Nachfrage übrigens das Aufbauen und Pflegen von Beziehungen. Kommt Dir das bekannt vor?

Beziehungen und Netzwerke sind im Sportbusiness das A und O. Ich kann Dir deshalb nur empfehlen auch zur Remote-Zeit Dein Netzwerk zu pflegen. Fange doch am besten damit an, dass Du mir bei LinkedIn folgst.

Teilnehmer der Diskussion zum Kaufen eines Fußballclubs bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020
Teilnehmer der Diskussion zum Kaufen eines Fußballclubs bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020

Des Weiteren sprachen wir über die wichtige Rolle der Marke und Tradition (also immaterieller Wertgegenstände) bei der Übernahme eines Fußballclubs. Beide Faktoren spielen eine große Rolle beim Erwerb eines Fußballclubs.

Das Ziel bei ihren Investitionen sei nie der Kampf gegen die Tradition. Im Gegenteil: Es gehe darum den Club gemeinsam weiterzuentwickeln.

Übrigens rechnen alle Experten damit, dass es zu einem Anstieg externer Investoren im professionellen Fußball kommen wird. In Krisenzeiten wie dieser benötigen viele Clubs Geld, was Investoren zur Verfügung stellen.

Keiner der Investoren ist übrigens in Deutschland aktiv. Hintergrund ist die 50+1-Regel, die für Investoren eine „Einstiegsbarriere“ darstelle.

Entwicklungen im Europäischen Fußball

In einem 1:1 Interview habe ich bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020 mit Wanja Greuel sprechen dürfen. Wanja ist seit gut fünf Jahren CEO der Young Boys Bern aus der Schweiz.

Nach einer längeren erfolglosen Zeit konnten die Young Boys die letzten drei Meisterschaften nach Bern holen. Trotzdem muss sich der Club nun für die Champions League qualifizieren.

Natürlich haben wir ausgiebig darüber diskutiert, wie gerecht es ist, dass ein nationaler Meister sich für die Champions League erst noch qualifizieren muss.

Wanja verwies auf die aktuelle Fünf-Jahreswertung der UEFA. Dort ist die Schweiz aktuell auf Platz 17 zu finden. Ein hartes Schicksal. Schließlich wird jetzt in wenigen Spielen entschieden, ob nächstes Jahr 20-30 Millionen Euro mehr zur Verfügung stehen oder nicht.

Auch die Rolle als „Ausbildungsverein“ nimmt Wanja kämpferisch an. Er beschrieb den Ablauf so.

Aktuell verkaufen wir viele Spieler in die Bundesliga. Diese wechseln danach meistens in die Premier League. Unser Ziel ist es, einmal einen Spieler direkt in die Premier League zu verkaufen.

Wanja Greuel (CEO YB Bern) bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020

Amazon & Fußball

So viel vorweg: Es geht nicht um Medienrechte, obwohl diese auch in der Diskussionsrunde besprochen wurde.

In diesem Panel ging es um die Nutzung von Amazon für das eigene Merchandising. Hierzu hatte ich bereits im vergangenen Jahr einen Beitrag veröffentlicht.

Umso mehr freue ich mich, dass ich mit Lukas Schumacher – einem Sportbusiness Experten der Agentur Web Netz sowie zwei Vertretern der TSG Hoffenheim zu diesem Thema sprechen konnte.

Wir dürfen nicht vergessen, dass über 50% der Produktsuchen bei Amazon starten. Das gilt natürlich auch für Merchandising. Übergeordnet haben wir festgestellt, dass viele Clubs noch einiges an Potenzial im eigenen Online-Shop liegen lassen.

Genannt wurden unter anderem:

  • Schlechte Usability
  • Fehlende Möglichkeit des Check-Outs als Gast (Account erforderlich)
  • SEO-Optimierung für eigene Spieler

Die TSG ist hierbei durchaus fortschrittlich, sieht aber auch noch Entwicklungspotenzial. Über Amazon versprach man sich Zugang zu weiteren Kundengruppen. Angst vor einer Kannibalisierung des eigenen Online-Shops hatte man nicht.

Auch die etwas niedrigeren Margen nahm man dementsprechend in Kauf. Die Verantwortlichen haben vor allem die Chance in einem neuen Kanal gesehen und sind knapp ein Jahr nach dem Launch zufrieden.

Dennoch waren sich alle Experten einig, dass ein Amazon Brand Shop nicht für jeden Club pauschal zu empfehlen ist. Die TSG Hoffenheim versucht beispielsweise dadurch den Standort-Nachteil auszugleichen. Sinsheim ist schließlich nicht gerade für große Shopping-Trips bekannt :-).

Entwicklung einer Liga

Mit Verantwortlichen aus Österreich, Rumänien und Ungarn sprach ich bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020 über die Entwicklung einer Liga.

An dieser Stelle habe ich mich schon häufig über Themen wie Fortschritt & Veränderung ausgelassen. Auch eine Liga muss sich stetig weiterentwickeln.

Diese Weiterentwicklung umfasst verschiedene Ebenen. In der Diskussion bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020 wurden insbesondere drei davon diskutiert.

FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020
Themen für die Entwicklung einer Liga

Anpassung des Spielmodi

Dieses Thema wurde natürlich von dem Österreichischen Vertreter aufgebracht. Die Bundesliga änderte dort nämlich vor zwei Jahren den Spielmodus, um die Spannung hochzuhalten.

Anstatt einfacher Hin- und Rückspiele wird die Liga zwischendrin in zwei Hälften geteilt und die Punkte halbiert. In der Konsequenz bleibt der Kampf um die Meisterschaft, die Europäischen Wettbewerbe sowie den Klassenerhalt länger spannend.

Investments in Infrastruktur

Die größten Infrastruktur-Projekte im Fußball umfassen in der Regel das Stadion sowie das Trainingsgelände (inkl. Nachwuchsleistungszentrum).

Laut Aussage der Verantwortlichen wurden in den Ligen mehrere hundert Millionen Euro in den Ausbau dieser wichtigen Infrastrukturen gesteckt. Hierbei unterstützten die Ligen die Clubs entsprechend.

Einbindung der Nachwuchsspieler

In Ungarn findet die Organisation des Ligabetriebs unter demselben Dach wie die Nationalmannschaft statt. Rumänien und Österreich haben diese Einheiten – genau wie Deutschland – getrennt.

In allen Ländern herrscht jedoch ein intensiver Austausch zwischen den Organisationen. Hintergrund ist, dass der nationale Fußballverband ein hohes Interesse an der Einbindung junger Spieler aus dem eigenen Land hat.

Nur so kann die Nationalmannschaft entwickelt werden. Dieses Interesse kann am allerbesten durch die Liga über finanzielle Anreize auf die Clubs übertragen werden.

In Deutschland werden beispielsweise 2% der 1,483 Milliarden Euro an TV-Geldern über die Kategorie Nachwuchs verteilt. Die Details des Schlüssels sind hier nachzulesen.

Fazit zur FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020

Wie immer habe ich die internationale Atmosphäre bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2020 sehr geschätzt. Allerdings muss ich auch offen zugeben, dass mir der Networking-Charakter durch das virtuelle Event sehr gefehlt hat.

Ohne Frage ist ein virtuelles Event allerdings besser als gar keines. Schließlich durfte ich auch diesmal nicht nur spannende Persönlichkeiten kennen lernen, sondern zeitgleich noch etwas lernen.

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