Sollten Clubs Fanartikel über eigenen Amazon Brand-Shop verkaufen?

Sollten Clubs Fanartikel über eigenen Amazon Brand-Shop verkaufen?

Diese Woche geht es um Fanartikel, die Du bei Amazon kaufen kannst.

Ich habe mich hierbei von der TSG Hoffenheim inspirieren lassen. Vor einigen Tagen haben die Sinsheimer nämlich bekanntgegeben, dass sie einen sogenannten Brand-Shop bei Amazon eröffnen.

Fanartikel des Clubs gab es auch vorher schon bei Amazon zu kaufen. Neuerdings gibt es jedoch hierfür eine Unterseite bei Amazon, die sich komplett den Hoffenheimern widmet.

Dabei beschäftigen wir uns in diesem Beitrag vor allem mit der Option eines Brand-Shops bei Amazon zum Verkauf von Fanartikeln im Allgemeinen.

Jeder Club muss dabei nämlich Vor- und Nachteile abwiegen, die ich in diesem Artikel für Dich diskutiere.

Ich freue mich ganz besonders, dass ich sogar die Stimme eines Verantwortlichen bei der TSG Hoffenheim einfangen konnte.

Brand-Shop bei Amazon

Wann immer ein Fan bei Amazon nun TSG Hoffenheim eingibt, wird er auf den Brand-Shop hingewiesen.

Somit ist es unmöglich, diesen als potenzieller Käufer von Fanartikeln zu übersehen.

Werbung für den Amazon Brand-Shop der TSG Hoffenheim für Fanartikel
Werbung für den Amazon Brand-Shop der TSG Hoffenheim für Fanartikel [Eigener Screenshot]

Seien wir ehrlich. Einerseits ist Amazon zwar praktisch, weil es dort alles zu einem meistens günstigen Preis gibt. Andererseits ist die Seite definitiv nicht schön.

Anders ist es bei den Brand-Shops. Diese sind wie ich finde durchaus schön anzusehen.

Eindrücke vom Brand-Shop für Fanartikel der TSG Hoffenheim [Eigener Mitschnitt des Bildschirms]

Ralf Pressler, der Leiter Digitale Performance & Marketing bei TSG Hoffenheim begründet die Eröffnung eines Brand-Shops wie folgt:

Amazon hat eine weitreichende Bedeutung für den eCommerce in Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus. Online-Marktplätze werden in Zukunft eine wichtige Rolle in unserer digitalen Gesamtstrategie spielen und ergänzen das Erlebnis der Kunden.

Wir wissen, dass die nicht immer den direkten Weg zum Kauf eines Produktes wählen und bieten deshalb mit unserem Amazon Brand Store eine Alternative an.

Ralf Pressler (TSG Hoffenheim) über den Verkauf von Fanartikeln über einen Amazon Brand-Shop

Laut SPONSORs ist die TSG mit der Eröffnung eines Brand-Shops für Fanartikel der dritte Bundesligist.

Lediglich der FC Bayern München und dessen Rivale Borussia Dortmund betreiben ebenfalls so einen Shop. Alle anderen Bundesligisten zögern aktuell noch.

Das nehme ich zum Anlass, um die Vor- und Nachteile eines Brand-Shops aus Club-Sicht zu bewerten.

Vorteile eines Brand-Shops für Fanartikel

Fangen wir zuerst mit den Vorteilen dieser Maßnahme an. Im folgenden Abschnitt möchte ich vor allem auf diese drei Punkte eingehen.

Vorteile des Verkaufs von Fanartikeln über einen Amazon Brand-Shop
Vorteile des Verkaufs von Fanartikeln über einen Amazon Brand-Shop

Umsatzpotenzial für Fanartikel

Natürlich würde kein Club der Welt über diese Maßnahme nachdenken, wenn es dabei nicht um Geld ginge.

Aktuell verkaufen die meisten Clubs ihre Fanartikel über eigene Stores sowie den Online-Shop. Hinzu kommen Händler, die Merchandising ebenfalls über ihre eigenen on- und offline-Kanäle vertreiben.

Amazon ist dabei der mit Abstand einflussreichste Kanal zum Verkauf von Produkten übers Internet. Verschiedene Studien belegen, dass über 50 Prozent der Produktsuchen bei Amazon beginnen.

Das wiederum bedeutet für einen Club, dass seine Fanartikel womöglich nicht gefunden werden, wenn sie bei Amazon nicht gelistet sind.

Hierzu muss man natürlich sagen, dass ein Fan, der unbedingt Merchandising haben möchte, sicherlich weitere Kanäle ausprobiert als lediglich Amazon.

Das ist im klassischen Handel anders. Nehmen wir an, ich suche eine Jeans von Marke X. Diese ist bei Amazon nicht verfügbar. Dafür werden mir allerdings Jeans der Marken Y und Z angezeigt.

In diesem Fall bin ich eher geneigt, meine Marke zu wechseln. Ein Dortmund-Fan, der bei Amazon nach einem Trikot sucht und es nicht findet, wird nicht auf einmal ein Schalke Trikot kaufen.

Hinzu kommt folgendes: Amazon ist im Bereich der Produktsuche mittlerweile zu einer Suchmaschine wie Google geworden.

Um bei Google besser aufgefunden zu werden, betreiben viele Unternehmen SEO (Search Engine Optimization). Selbiges ist bei Amazon nun auch erforderlich, um bei der Vielzahl an Produkten gefunden zu werden.

Der Amazon Algorithmus wird hierbei Brand-Shops vermutlich gegenüber klassischen Produkten bevorzugen.

Einfachheit von Amazon Brand-Shops

Ich muss zugeben, dass ich nicht sonderlich gerne bei kleinen Online-Shops einkaufe. Häufig gefallen mir die sogenannte User Experience beziehungsweise das User Interface nicht.

Diese beiden Fachbegriffe beziehen sich auf das Design des Shops. Jeder, der schon einmal bei Amazon etwas gekauft hat, weiß, wie der Prozess bis zur Bezahlung dort abläuft.

Kleinere Online-Shops sind diesbezüglich häufig komplizierter. Außerdem muss sich ein Fan unter Umständen erst neu registrieren.

Das bedeutet, dass ein Account angelegt, die Lieferadresse eingegeben und eine Zahlart hinterlegt werden muss. Diese Prozesse kann sich ein Kunde bei Amazon sparen, wenn er dort bereits einen Account besitzt.

Hinzu kommt, dass der Fan das Trikot schon am nächsten Tag in den Händen halten kann – Amazon Prime sei Dank. Damit kann kaum ein kleiner Online-Shop von einem Bundesligist mithalten.

Markenauftritt im Amazon Brand-Shop

Bei dem Verkauf von Produkten geht es nicht nur um bloße Maximierung des Umsatzes. In den Beiträgen zur Vereinsmitgliedschaft wurde beispielsweise wieder betont, wie wichtig die Marke eines Clubs ist.

Der normale Bereich bei Amazon (außerhalb eines Brand-Shops) wirkt auf mich wie ein Kaufhaus. Keine gute Marke möchte auf einer Art Wühltisch neben anderen Marken auftauchen.

Deshalb bietet der Amazon Brand-Shop die Möglichkeit, den eigenen Club anhand der definierten Markenwerte zu inszenieren.

Dieser Vorteil ist dabei eine super Überleitung zu den Nachteilen des Verkaufs von Fanartikeln über einen Amazon Brand-Shop.

Nachteile eines Brand-Shops für Fanartikel

Drei Vorteilen folgen in diesem Beitrag auch drei Nachteile. Im Folgenden möchte ich hierüber diskutieren.

Mögliche Nachteile beim Verkauf von Fanartikeln über einen Amazon Brand-Shop
Mögliche Nachteile beim Verkauf von Fanartikeln über einen Amazon Brand-Shop

Vorgefertigte Templates bei Brand-Shops

Bei Brand-Shops ist es wie mit jeder Standard-Lösung: Sie ermöglichen wirklich jedem den Aufbau einer Unterseite bei Amazon.

Dafür sind die Möglichkeiten stark eingeschränkt. Ich weiß dabei, wovon ich rede.

Dieser Blog läuft auch über WordPress – eine Art Webseite-Baukasten. Im Fachjargon heißt das CMS (Content Management System).

Zu Anfang war ich einfach nur froh, dass ich überhaupt irgendwie eine Webseite designen kann. Nach und nach störten mich jedoch Einschränkungen beim Design.

Genauso wird es sich mit den Brand-Shops auch verhalten. Die Einfachheit aufgrund der Standardisierung ist zwar ein Vorteil, kann aber auch ein Nachteil sein, weil der Funktionsumfang begrenzt ist.

Die größte Herausforderung für Club-Verantwortliche ist es dann, das Maximum aus den Gegebenheiten herauszuholen, um die Marke bestmöglich zu inszenieren.

Verlust von Kundendaten

Die in meinen Augen größte Gefahr eines Amazon Brand-Shops ist der Verlust von Kundendaten.

Ein einfaches Beispiel: Wenn ein Fan über den eigenen Online-Shop ein Trikot kauft, kann ich diesen identifizieren.

Im besten Fall weiß ich sogar, ober er Vereinsmitglied ist und eine Dauerkarte hat.

Kauft dieser Fan über Amazon, erfahre ich im schlimmsten Fall gar nichts über den Kunden. Ich kann ihn somit zukünftig auch nicht direkt (per Mail, App oder ähnliches) ansprechen.

Dabei dürfen wir eines nie vergessen:

Daten sind das neue Öl.

Weisheit in Zeiten der Digitalisierung

Regularien von Amazon

Jedes Unternehmen, das bei Amazon einen Brand-Shop eröffnet, arbeitet eng mit dem Internetriesen zusammen. Das kann, wie wir gesehen haben, von Vorteil sein.

Im klassischen Handelsbereich hat Amazon nicht den besten Ruf. Das fängt damit an, dass Produkte von Anbietern kopiert und günstiger angeboten wurden.

Der Umsatz der ursprünglichen Anbieter ist danach eingebrochen.

Mit Fanartikeln im Fußball ist das natürlich schwer umsetzbar. Ich persönlich arbeite aber am liebsten mit Menschen und Unternehmen zusammen, denen ich wirklich vertraue.

Fazit zu Brand-Shops für Fanartikel

Die TSG Hoffenheim hat mir gegenüber die angestrebten Ziele im Zusammenhang mit dem Brand-Shop ausformuliert:

In erster Linie möchten wir am Point of Sale für unsere Kunden sein. Egal über welchen Kanal gesucht wird, welche Plattformen oder welcher Marktplatze zu welcher Uhrzeit und unabhängig seines Ortes oder Endgerätes angesteuert werden, wir wollen als TSG Hoffenheim rund um die Uhr erreichbar sein, um unsere Marke und unsere Produkte bestmöglich zu präsentieren.

Ralf Pressler (TSG Hoffenheim) über die Ziele im Zusammenhang mit dem Brand-Shop bei Amazon

Jeder Club sollte es sich gut überlegen, ob er sich für einen Brand-Shop entscheidet oder nicht.

Wie immer sprechen einige Dinge dafür und andere dagegen.

Der stärkste Vorteil liegt in meinen Augen in dem zusätzlichen Umsatzpotenzial. Hingegen ist der größte Nachteil definitiv der Verlust der Kundendaten.

Wenn ich dies berücksichtige, finde ich den Ansatz der TSG Hoffenheim sehr clever. Es gibt zwar einen Brand-Shop. Darauf sind aber nur 35 Artikel verfügbar.

Diese Maßnahme eignet sich perfekt, um die Option eines Brand-Shops für den Club zu testen.

Ich bin mir sicher, dass viele andere Clubs die Erkenntnisse so einer Testperiode gerne ebenfalls erfahren möchten.


Es gibt eine neue strategische Option wie einen Brand-Shop und Du überlegst, ob diese für Deinen Club interessant sein könnte? Schreibe mir eine Mail und wir können darüber diskutieren!

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