Warum der Spannungsgrad im Fußball so wichtig ist

Warum der Spannungsgrad im Fußball so wichtig ist

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Sie ist der Grund, warum wir den Fußball schauen. In vielen Beiträgen habe ich bereits über sie gesprochen und im Vorschlag zur → Abschaffung der Dreifachbestrafung wurde intensiv über sie diskutiert. Die Rede ist von der Spannung.

In diesem Beitrag möchte ich Dir zeigen, warum die Spannung so wichtig für den Fußball ist und wir aufpassen sollten, dass sie uns nicht verloren geht.

Bundesliga lebt davon, dass wir sie schauen

Wie wir wissen, konnte die Bundesliga die Umsätze in den letzten zwölf Jahren bis zur Saison 2014/15 um 140% auf 2,62 Milliarden Euro steigern. Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang von der → Kommerzialisierung der Bundesliga.

Davon wird der Großteil durch direkte oder indirekte Nachfrage der Zuschauer erlöst. So machen Mediale Verwertung, Werbung & Spieltagserlöse gemeinsam 74% aller Umsätze aus. Eine Erklärung zu den einzelnen Umsatztreibern der Bundesliga gibt´s → hier.

Rattenrennen als Ausgangspunkt der Diskussion

Im Beitrag zum → Rattenrennen in der Bundesliga ging es darum, dass Ratten vor dem Start eines Rennens nicht wissen, welchen Platz sie am Ende belegen.

Das ist für die Ratten unangenehm und führt zu negativen Konsequenzen wie Überinvestitionstendenzen & Überschuldung. Für uns Zuschauer ist der ungewisse Ausgang spannend.

Das Konzept lässt sich sehr gut auf Fußballclubs übertragen und beschreibt somit gut deren Lage. Die Ungewissheit kommt sowohl in der Sommer – & Winterpause als auch vor jedem einzelnen Spiel zum Tragen. Sie sind gezwungen viele Entscheidungen (von einzelnen Spielerverpflichtungen bis hin zur Aufstellung & Taktik) unter Ungewissheit zu treffen.

Das Konzept Spannungsgrad

Im Folgenden wollen wir die Spannung nicht präzise messen (quantifizieren). Wir wollen uns lediglich vorstellen, wie hoch die Spannung ungefähr ist. Dazu verwenden wir den so genannten Spannungsgrad.

Ein hoher Spannungsgrad besagt, dass wir in einem Spiel / einer Saison viel Spannung erwarten können. Hingegen bedeutet ein niedriger Spannungsgrad, dass es wenig Spannung gibt und die Ergebnisse somit leicht zu prognostizieren sind.

Je höher der Spannungsgrad, desto schwieriger ist die Planung für die Fußballclubs. Nichts desto trotz ist ein hoher Spannungsgrad für die Bundesliga attraktiv.

Können wir als Zuschauer viel Spannung erwarten, schauen wir uns die Spiele der Bundesliga eher an, als wenn der Ausgang von vornherein leicht zu prognostizieren ist.

Sinkender Spannungsgrad sollte vermieden werden

Sinkt der Spannungsgrad demnach unter ein bestimmtes – nicht quantifiziertes – Niveau, muss die Bundesliga mit Umsatzeinbußen rechnen. Die Erklärung ist ganz einfach:

Die Zuschauer gehen nicht mehr ins Stadion und bezahlen keine Sky-Abonnements, wenn sie wissen, wer deutscher Meister wird und wer absteigt. Binnen kürzester Zeit würden die Einnahmen der Bundesligisten einbrechen.

Spannungsgrad ist mehr als Meisterschaftsrennen

Ich persönlich kritisiere beim Spannungsgrad gerne die eindimensionale Perspektive. Sowohl die Wissenschaft, als auch die Medien konzentrieren sich stark auf das Meisterschaftsrennen. Dieses ist zugegebenermaßen in den letzten Jahren wenig spannend gewesen.

Die Spannung im Fußball – und somit die Nachfrage – wird jedoch von mehr als nur dem Titelkampf bestimmt. Neben Revierderbies und dem Kampf um die Qualifikation für die internationalen Turniere ist der Abstiegskampf ebenfalls ein Garant für hohe Spannung.

Internationalität muss mit einbezogen werden

Darüber hinaus kann es für einen nationalen Top-Club wie den FC Bayern München durchaus attraktiv sein, national auf Spannung zu verzichten. Die Münchener konzentrieren sich schon lange hauptsächlich auf die Champions League.

Sollten sie national so dominant werden, dass die deutschlandweiten Umsätze sinken, können sie dies durch die erfolgreiche Teilnahme an der Champions League kompensieren. So würden die Bayern nie freiwillig auf ihre Dominanz in der Bundesliga verzichten.

Ist die Bundesliga noch spannend?

Verschiedene Zeitungen schreiben regelmäßig von einer langweiligen Bundesliga. Anbei zwei Beispiele:

„Langweilige Bundesliga: So lange die Fans zahlen, ist den DFL-Bossen alles egal“ [Focus Online]

„Die spannendste Liga der Welt wird zur Monokultur“ [Welt Online]

Ob das wirklich so ist, schauen wir uns in der kommenden Woche etwas näher an.


Digitalisierung des Fußballs

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