Wie die Bundesliga Fernsehgelder (nicht) verteilt werden sollten

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Im letzten Beitrag habe ich die Verteilung der Bundesliga Fernsehgelder als → faulen Kompromiss bezeichnet. Meckern ist immer einfach. Deshalb möchte ich einen konstruktiven Vorschlag für ein weiteres Kriterium im Verteilungsschlüssel machen.

Einen ähnlichen Ansatz fuhr auch das Team Marktwert. Ich finde jedoch, dass dieser Vorschlag auch in die falsche Richtung geht.

Wie man meiner Meinung nach die Fernsehgelder (nicht) verteilen sollte, erfährst Du heute.

Kritik am Team Marktwert

In dem Team verbündeten sich sechs Traditionsclubs der Bundesliga. Diese möchten sich dafür einsetzen, Tradition in der Verteilung der Bundesliga Fernsehgelder zu belohnen.

Im diesem Verbund arbeiteten der Hamburger SV, der 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, Hertha BSC und der VfB Stuttgart.

Dass jeder Bundesligaclub die Verteilung zu seinen Gunsten beeinflussen möchte, ist absolut vertretbar. Stichwort: → Rattenrennen

Zu viele Interessen für ein gutes Ergebnis

Ich vergleiche die Abstimmung der DFL über die Verteilung der Bundesliga Fernsehgelder gerne mit der Politik. Auch hier möchten viele Parteien mit den unterschiedlichsten Interessen mitreden. Am Ende kommt meistens irgendetwas ohne große Abweichung vom Status Quo heraus, was jede Partei anschließend als Erfolg verkauft.

Insofern hat es mich wenig gewundert, dass es zu besagtem → faulem Kompromiss gekommen ist.

Nun aber zurück zum Team Marktwert.

Wie misst man Tradition?

Zur Beeinflussung der Verteilung der Bundesliga Fernsehgelder musste der Arbeitskreis die Frage beantworten, wie man Tradition misst. Obwohl sie diese Frage richtig ausgemacht haben, lief das Team meiner Meinung nach danach in die falsche Richtung.

Im Anschluss diskutierte man nämlich über Kriterien wie Social Media-Relevanz, Mitgliederzahlen, Stadionauslastung und Anzahl der Fans, die an Auswärtsfahrten teilnehmen. Ich konnte nicht anders, als über diesen Ansatz den Kopf zu schütteln.

Schließlich möchte ich nicht, dass sich mein Lieblingsclub darauf konzentriert die meisten → Facebook-Fans zu haben, sondern (so gut es geht) Fußball zu spielen. Dabei helfen weder hohe Follower-Zahlen bei → Twitter, Likes auf → Instagram oder eine aktive Snapchat-Story.

Über die Zuschauerzahlen im Stadion zu gehen finde ich ebenfalls irreführend. Ein volles Stadion ist bereits über den → Umsatztreiber „Spieltagserlöse“ auf der Einnahmeseite eines jeden Clubs vertreten. Hier geht es um die Bundesliga Fernsehgelder.

Wie verteilt man denn nun Bundesliga Fernsehgelder?

So viel vorweg: Die eine richtige Lösung gibt es nicht. Ich finde jedoch, dass ein Kriterium durchaus etwas mehr Beachtung verdient hat: Die Einschaltquoten im Pay-TV. Dieses Kriterium hat das Team Marktwert ebenfalls ins Gespräch gebracht, jedoch war es hierbei nur eines von vielen.

Herkunft der Bundesliga Fernsehgelder

Wie Du bereits mitbekommen hast, bin ich sehr stark für Gerechtigkeit. Aus diesem Grund möchte ich nochmal hervorheben, wo die Bundesliga Fernsehgelder herkommen.

In regelmäßigen Abständen verkauft die DFL die Fernsehrechte an unterschiedliche Medienhäuser. Diese Auktionen beinhalten verschiedene Rechtepakete (z.B. Bundesligaspiele, DFB-Pokal etc.).

Das dadurch erworbene Geld verteilt die DFL nach dem definierten und von mir kritisierten Schlüssel an die Fußballclubs weiter.

Am spendabelsten zeigte sich bei der vergangenen Auktion der Pay-TV Anbieter Sky. Dieser möchte seinen Abonnenten weiterhin die Bundesliga präsentieren und griff dafür tief in die Tasche.

Die Abonnenten wiederum zahlen Sky dafür zwischen ~19 und ~37 € pro Monat (laut Sky-Website). Wir können demnach davon ausgehen, dass mit jedem abgeschlossenen Sky-Abo (für das Bundesligapaket) in der nächsten Auktion ein erneuter Rekord zu verzeichnen sein wird.

5. Kriterium: verursachungsgerechte Schlüsselung

In der Betriebswirtschaftslehre gibt es mehrere Möglichkeiten für die Schlüsselung von Kosten bzw. Erträgen. Eine davon ist die verursachungsgerechte Zuordnung.

Aus diesem Grund möchte ich vorschlagen, die Bundesliga Fernsehgelder zum Teil nach den Einschaltquoten bei Sky zu verteilen.

Selbstverständlich profitieren die stark nachgefragten Fußballclubs (HSV, FC Bayern, Borussia Dortmund, Werder Bremen etc.) von diesem Vorschlag. Nichts desto trotz ist er nicht ungerecht, da jeder Club zwei Mal in der Saison gegen diese Profiteure spielt.

Somit gleicht sich der Effekt wieder etwas aus. Berücksichtigt hätten wir die Herkunft der Bundesliga Fernsehgelder dennoch.


Digitalisierung des Fußballs 

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7 thoughts on “Wie die Bundesliga Fernsehgelder (nicht) verteilt werden sollten

  • 7. Dezember 2016 um 19:29
    Permalink

    Dein Vorschlag macht absolut Sinn, viele Zuschauer bringen höhere Werbeeinnahmen, also sollen auch die Vereine davon profitieren. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die tatsächlichen Einschaltquoten noch viel höher sind bei den TV-Top-Teams. Geh mal in den Pub, wenn um 18.30Uhr Dortmund – Bayern spielt und dann komm eine Woche später, wenn um 18.30Uhr Darmstadt – Freiburg spielt. Da denkst du der Pub hat zu. Und das wird in jedem Fußball-Pub so sein.

    Antwort
    • 8. Dezember 2016 um 18:27
      Permalink

      Da stimme ich Dir absolut zu. Ich musste mir das Bundesliga Top-Spiel (Dortmund vs. Bayern) im Stehen anschauen!

      Antwort
  • 8. Dezember 2016 um 13:50
    Permalink

    Lieber Ralf, als Initiator von Team Marktwert muss ich doch mal einiges zurechtrücken was sowohl hier, als auch in anderen Medien völlig falsch wiedergegeben wurde.
    Bei den von uns erarbeiteten Vorschlägen ging es keineswegs um eine Bewertung von Tradition. Es ging uns ausschließlich um eine Berücksichtigung des maßgeblichsten Indikators innerhalb der Marktwirtschaft: der Nachfrage!
    Unser Vorschlag beruht darauf, neben den beiden bisherigen, sinnvollen und dringend erhaltenswerten, Säulen der a)sportlichen Performance und der b)Solidarität untereinander eine sog. Dritte Säule einzuführen. Hierbei ging es ausschließlich um absolut messbare Kriterien die die Nachfrage eines Clubs in 1. und 2. widerspiegeln. Es ist dabei nichts anderes als „common sense“, dass wir uns dabei mit den Quoten der Erstverwertung Live, maßgeblich den Bereich angeschaut haben aus dem wir als Bundesliga den größten Erlös erzielen (Vertrag Sky). Auch für die hierbei immanenten Abweichungen durch unterschiedliche Anstoßzeiten haben wir einen Vorschlag zur „Normalisierung“ mit wissenschaftlicher Unterstützung vorgelegt.
    Auch haben wir uns den Social Media Bereich und die Nutzung der Eigenmedien angeschaut. Unser Vorschlag war aber mitnichten, wie von Dir hier behauptet, über eine Kumulation der Follower/Freunde, etc. zu bewerten, sondern das „Engagement Level“ der User zu berücksichtigen. Ein Feld also was messbar, relevant und absolut zukunftsorientiert ist. Wir haben dies auch deshalb vorgeschlagen, weil es für die Clubs eine unbedingte Motivation sein sollte, möglichst aktiv und inhaltsstark mit den verschiedenen Plattformen umzugehen um damit die Nachfrage nach unserem Produkt Bundesliga dauerhaft zu treiben.
    Ein weiteres von uns vorgeschlagenes Feld ist die sog Durchlässigkeit von im eigenen Club ausgebildeten Jugendspieler. Hier haben wir vorgeschlagen die Einsatzminuten in 1./2. Liga (nicht per se im eigenen Club) zu kumulieren und dann in eine ordinale Skalierung zu bringen. Dieser Vorschlag ist nahezu komplett so umgesetzt worden.
    Jeder kann sich also ein Bild machen ob die angeblichen „Traditionalisten“ aus dem Team Marktwert tatsächlich so undifferenzierte Vorschläge gemacht haben, oder ob es nicht tatsächlich sehr konstruktive und nach vorne gerichtete Vorschläge waren. Mit Sicherheit hat unsere Initiative in der Liga einiges in Bewegung gebracht und mit der jetzt beschlossenen neuen Verteilung die unsere Vorschläge zumindest in Teilen berücksichtigt am Ende den nachfragestarken Clubs auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile gebracht.
    Beste Grüße,
    Joachim

    Antwort
    • 8. Dezember 2016 um 18:36
      Permalink

      Lieber Joachim,

      vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Es hilft meinen Lesern und mir ungemein diese Informationen direkt aus erster Hand – und nicht über die Medien – zu erhalten. Genau dies möchte ich mit dem Projekt FussballWirtschaft erreichen: Die „Blackbox Profifußball“ soll einfacher verständlich werden. Für Jedermann bzw. -frau.

      Ich gebe zu, dass ich den Beitrag absichtlich etwas polarisierend verfasst habe. Natürlich war es nicht meine Absicht, dabei etwas verzerrt darzustellen.

      In der breiten Medienlandschaft wurde Eure Zusammenschluss immer als Verbund der Traditionalisten beschrieben. Dies liegt aller Voraussicht nach an der Zusammensetzung Eures Teams. Die offensichtliche Gemeinsamkeit aller sechs Clubs ist die Tradition. Dadurch sind für die Medien, die Öffentlichkeit und mich Eure anderen Motive in den Hintergrund geraten.

      Wie wir bereits in unserem persönlichen Gespräch festgestellt haben, sind wir beide ein Freund der marktwirtschaftlichen Nachfrage. Außerdem bin ich ebenfalls ein Verfechter von Solidarität und betone das in meinen Beiträgen – beispielsweise der Zusammenfassung Deines Vortrags – immer wieder gern.

      Insofern beschäftigt uns alle die Frage, wie wir die Nachfrage berücksichtigen können. Etwas vereinfacht – und natürlich nach korrekter Normalisierung aufgrund von Anstoßzeiten etc. – halte ich die Einschaltquoten dafür nach wie vor am geeignetsten. Ich glaube, dass Social Media basierte Kriterien (Reichweite, Engagement etc.) hierfür weniger passend sind.

      Selbstverständlich tragen diese Kanäle enorm zur Steigerung der Wahrnehmung und Relevanz der Marke der Bundesliga und jedes einzelnen Clubs bei. Nichts desto trotz werden ja die Fernsehgelder und nicht die zentral vermarkteten Einnahmen aus Social Media verteilt.

      Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass bei der Verteilung der Fernsehgelder über diese (und weitere) Kriterien am Ende kein großer Unterschied zur Schlüsselung nach Einschaltquoten herauskommt. Sollte dies dennoch der Fall sein, ist dieser Ansatz meiner Ansicht nach nicht so solidarisch wie gewünscht. Ich verstehe Solidarität in diesem Zusammenhang als Honorierung des Beitrags zu den erlösten Fernsehgeldern. Auf Grundlage dieser Sichtweise und der Prämisse die Verteilung nicht zu komplex zu handhaben, lande ich immer wieder bei den Einschaltquoten als entscheidendes Kriterium :-).

      Darüber hinaus bin ich absolut mit Dir einer Meinung, dass wir diese Diskussion in Zukunft mit Sicherheit ganz anders führen müssen. Ich bin mir sicher, dass Social Media als Umsatztreiber für Liga und Clubs immer relevanter wird. Je nach Art und Weise der Vermarktung (zentral vs. dezentral) bieten sich dann die von Euch ins Spiel gebrachten Social Media Kriterien an.

      Demnach ist es absolut erforderlich bereits heute in diese Kanäle zu investieren bzw. dies in der Vergangenheit bereits getan zu haben. Mit Sicherheit sind einige Clubs hierbei aktiver als andere. Dennoch sollte jedes Unternehmen (nichts anderes sind die Clubs) diesen Trend eigentlich auch ohne zentral gesetzte Anreize erkannt haben. Schließlich kann Social Media in Zukunft ein Wettbewerbsvorteil sein. Umso höher ist es Euch anzurechnen, dass Ihr genau diese Anreize zentral schaffen wollt.

      Dass der Vorschlag zur Berücksichtigung von Jugendarbeit ebenfalls von Euch kommt, ist meiner Ansicht nach von den Medien unterschlagen worden. Zumindest ist es so bei mir nicht angekommen. Ich finde dieses Kriterium wie oben beschrieben ein wichtiges Signal.

      Auf diesen Entscheidungs-Ebenen mit zahlreichen unterschiedlichen Interessen sind Diskussionen zu solch richtungweisenden Rahmenbedingungen immer eine heikle Angelegenheit. Dass dabei ein Kompromiss aller Beteiligten herauskommt, ist leider normal. In jedem Fall bin ich davon überzeugt, dass das Team Marktwert in der Diskussion dieses hoch politischen Themas einen wertvollen Beitrag geleistet hat!

      Abschließend möchte ich nochmal sagen, wie froh ich darüber bin, dass Du uns hier Deine Meinung mitteilst. Ich würde mich freuen, Dich weiterhin als kritischen Leser (und Kommentator :-)) auf meiner Seite begrüßen zu dürfen. Vielleicht hast Du ja sogar Lust, mir noch einmal auf diese Rückmeldung zu antworten.

      Liebe Grüße
      Ralf

      Antwort
  • 8. Dezember 2016 um 22:02
    Permalink

    Wie seht ihr/wie sehen Sie denn zukünftig die Chancen für die kleinen Traditionsklubs wie Mainz, Freiburg, Augsburg oder etwa Darmstadt? Trotz objektiv sehr guter Arbeit mit vergleichsweise wenig Mitteln, scheint es für diese Klubs keinen relevanten Hebel zu geben, um sich nachhaltig auf höherem Niveau etablieren zu können. Die neue TV-Verteilung (in Teilen) zu ihren Gunsten, hätte eben ein solcher Hebel sein können, um für noch mehr Solidarität zu sorgen.

    Mainz belegt seit 2009 im Schnitt Platz 9, wird aber realistisch nie mehr als eine Saison am Stück international spielen können. Wer sich nicht zu den Top-Traditionsklubs (Bayern, BVB, mit Abstrichen Schalke & Gladbach), den Werksklubs (Leverkusen, Wolfsburg, Leipzig, ggf. Ingolstadt) oder „Team Marktwert“ zählen kann, muss im Prinzip auf die Öffnung für Investoren bzw. sogar den Wegfall von 50+1 setzen, um wirklich konkurrenzfähig zu sein.

    Die Verteilung wirkt auf Basis der Entwicklungen der letzten Jahre nicht unfair, vielleicht hat man sich dennoch eine Chance auf mehr Solidarität & Spannung entgehen lassen. Dies final zu bewerten, möchte ich mir allerdings nicht heraus nehmen.

    Beste Grüße
    Philipp

    Antwort
    • 9. Dezember 2016 um 9:13
      Permalink

      Guten Morgen Philipp,

      ich sehe die langfristigen Erfolgschancen der kleinen Traditionsclubs ebenfalls eingeschränkt. Dazu gibt es auch bereits ein Konzept, das diesen Umstand beschreibt. Es nennt sich Big Push.

      Das Konzept besagt, dass es für weniger erfolgreiche Clubs langfristig schwer wird, sich über stetige Verbesserung als Top-Club zu etablieren, weil nach einer erfolgreichen Saison die Kosten (insb. Gehälter) schneller steigen als die Erträge (siehe Verteilung der Fernsehgelder, die eher langfristig als kurzfristig wirkt). In den meisten Fällen sind die Clubs dann dazu gezwungen die Top-Spieler abzugeben und rutschen erneut ins Mittelfeld ab.

      Ein so genannter Big Push (= bedeutendes Ereignis mit finanzieller Auswirkung) kann dies ändern. Beispielsweise die überraschende Qualifikation für die Champions League. Oder eben die von Dir angesprochene Öffnung von Investoren.

      Sollte es jedoch zum Wegfall von 50+1 kommen, ist die Öffnung für Investoren zu über 50% vermutlich kein Big Push mehr. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Öffnung dann zwingend erforderlich ist, um überhaupt wettbewerbsfähig zu bleiben. Ganz zu schweigen davon, dass die Top-Clubs mit ziemlicher Sicherheit eine viel höhere Bewertung erzielen und somit mehr Investments einstreichen als die von Dir angesprochenen kleinen Traditionsclubs. Dazu gibt es aber nächste Woche einen detaillierteren Beitrag und ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen 🙂

      Liebe Grüße und einen schönen Tag
      Ralf

      Antwort
  • 12. Dezember 2016 um 19:11
    Permalink

    Lieber Herr Hilke,
    auch ich bedanke mich für Ihren Beitrag. Obwohl ich den HSV im Generellen und die Diskussion um Team Marktwert im Speziellen verfolgt habe, kann ich Ralf nur zustimmen: mir ist gänzlich neu, dass die Idee der Berücksichtigung der Nachwuchsförderung aus dem Team Marktwert kommt. Ich finde diese Idee herausragend gut, weil an dieser Stelle die von Philipp erwähnten kleinen Traditionsvereine wie Mainz, aber vor allem Freiburg stark partizipieren werden und nicht die Top-5 der Liga. „Unglücklich“ ist die Entscheidung, diesen Faktor nur so dürftig zu berücksichtigen, dann hätte man es auch lassen können, es ist ein Alibi, ein Zeichen, aber es hilft diesen Vereinen nicht. Gerade der SC Freiburg liefert in den letzten 20 Jahren Bundesligastars in Serie, von denen die Top-5 immens partizipieren – schade, dass man das nicht deutlicher belohnt.

    Bezüglich der Nachfrage bin ich ebenfalls komplett Ihrer Meinung. Die Fans der Traditionsvereine haben mit ihrem (Kauf-)Verhalten dafür gesorgt, dass die TV-Gelder in die Höhe geschossen sind. Frankfurt, Köln, Stuttgart, Hamburg … jede Woche pilgern über 50.000 ins eigene Stadion oder füllen den Gästeblock restlos aus. Natürlich ist es für die Medien leichter über Tradition zu schreiben, man diskutiert dann ungleich mehr darüber, was der Sache nicht dienlich ist. Man muss berücksichtigen, dass die Tradition dieser Vereine zur hohen Nachfrage geführt hat – selbstverständlich ist das „vererben“ vom Fan Dasein familiär geprägt …. beim HSV könnte die 6. Generation inzwischen Fan sein – vom Ur-Ur-Großvater bis zum Enkel! Gleichwohl muss man aber dem Dino, als auch den anderen Vereinen bescheinigen, dass sie die Bundesliga geprägt haben. Das haben sie mehr als Mainz, Augsburg, Freiburg oder die Betriebssportgruppen, die das erst in den letzten 10-20 Jahren getan haben. Die Traditionsvereine sind über Jahrzehnte dabei und haben aus diesem Grund so viele Fans. Die investieren in Trikots, Schals, Tickets oder Sky-Abos ….

    Ich habe Ralf an anderer Stelle bereits geschrieben, dass ich eine wirklich faire Verteilung der Gelder im Verhältnis 70% (sportlicher Erfolg), 15% (Nachwuchs) und 15% (Nachfrage) als passend empfinden würde. Natürlich dürfen die Werksvereine jetzt aufschreien, aber warum sollten St. Pauli und Kaiserslautern weniger Geld bekommen als Wolfsburg, Ingolstadt oder Hoffenheim, wenn sie in Liga 2 mehr Fans anlocken als Besagte in Liga 1….??

    Das müsste doch selbst Herrn Rummenigge gefallen, der ja ebenfalls massiv partizipieren würde. Zwar nicht beim Nachwuchs, aber den bilden ja andere für ihn aus. Dortmund hingegen würde in alle Kategorien etwas abbekommen, Gladbach und Schalke auch …. wäre dich schön wenn die DFL wenigstens dafür sorgen würde, dass die nationale Lücke nicht noch größer klafft, wenn Herr Rummenigge in Europa schon die kleineren Nationen vom sportlichen Erfolg ausschließt!

    Herzliche Grüße
    Britta

    Antwort

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