Einfache Grundvoraussetzung zur Digitalisierung der Bundesliga

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In den letzten beiden Wochen haben wir schon Einiges über die Digitalisierung der Bundesliga gelernt. Neben → 5 Top-Trends haben wir die Frage beantwortet, → warum die digitale Transformation des Fußballs unausweichlich ist.

Mit jedem Beitrag zur Digitalisierung der Bundesliga fügen wir dem großen Puzzle weitere Teile hinzu. Diese Woche steht die Innovationsfähigkeit im Mittelpunkt, die der Bundesliga bei der Digitalisierung helfen soll.

Trotz des Fokus auf den Sport, ist der Großteil dieses Beitrags auf alle Branchen übertragbar.

Innovationsfähigkeit als Kernkompetenz

Meiner Meinung nach kann man eine notwendige Kernkompetenz herausstellen, die jedes zukunftsfähige Unternehmen mitbringen sollte: Innovationsfähigkeit.

In der aktuellen Zeit ist es wichtiger denn je, innovative Anwendungen für den Endkunden bereit zu stellen. Diese sollten ihm entweder das Leben etwas leichter bzw. bequemer machen, oder aber auf eine vollkommen neue Art und Weise unterhalten.

Das klingt erstmal leichter, als es ist. Mit der Gründung eines Innovations-Bereichs ist die Innovationsfähigkeit aber leider noch nicht gewährleistet. Schauen wir uns an, was es braucht, um innovativ zu sein.

Wie werde ich innovativ?

Es ist natürlich einfach zu sagen, was nicht ausreicht, um innovativ zu sein. Ich versuche mich deshalb an einer Zusammenstellung wichtiger Elemente eines Innovationen-fördernden Umfelds.

Innovative Köpfe

Ich gebe zu, dass dieser Punkt nicht überrascht. Aber selbstverständlich braucht man für kreative Ideen innovative Köpfe.

Das ist jedoch einfacher gesagt, als getan. Innovative Köpfe wachsen nicht an Bäumen.

Ohne eine Zweiklassengesellschaft aufmachen zu wollen, muss ich sagen, dass innovative Ideen nicht jedermanns Sache sind.

Das ist auch gut so! Nach einer guten Idee folgt deren Umsetzung und Implementierung. Hierfür benötigt es wiederum andere Stärken. Insofern ist es gut, nicht nur innovative Köpfe im Unternehmen zu haben.

Heutzutage ist dieser Typ Arbeitnehmer jedoch stärker gefragt, als je zuvor. Deshalb müssen Unternehmen auch für innovative Köpfe ein attraktives Umfeld schaffen. Ohne jetzt in die Diskussion einzutauchen, welche Faktoren die Arbeitnehmer-Zufriedenheit stärken und welche nicht, möchte ich kurz aufzeigen, was für innovative Köpfe attraktiv ist.

Selbstverwirklichung

Natürlich könnte man jetzt fragen: Wie viel muss ich einem innovativen Kopf zahlen, damit er zu Fußballclub XY wechselt?

Auch wenn die Fußball-Branche für hohe Gehälter – natürlich hauptsächlich für Spieler und Verantwortliche – berühmt ist, reicht Geld nicht aus. Innovative Köpfe sind auf der Suche nach Selbstverwirklichung. Sie wollen an ihren Herzensthemen arbeiten und dabei so viel Freiheit und Verantwortung wie möglich haben.

Gerade in sehr konservativen Unternehmen ist die Schaffung dieser Rahmenbedingung sehr schwierig. Die Verantwortung verteilt sich dabei nämlich eher auf höheren Hierarchie-Ebenen. Dieses gelernte Verhalten abzulegen ist natürlich viel verlangt, aber zwingend erforderlich.

Zusammenarbeit

Zur Selbstverwirklichung gehört nicht nur, dass die innovativen Köpfe eigenständig an von ihnen selbst ausgewählten Themen arbeiten können. Auch sie brauchen ein Team um sich herum, um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können.

Dieses sollte aus anderen innovativen Köpfen, aber auch aus kritischen Stimmen, Controllern, Planern etc. zusammengesetzt sein. Über die ideale Zusammensetzung interdisziplinärer Teams könnte ich einen ganzen Blog füllen, das ist aber nicht meine Absicht.

Wichtig ist darüber hinaus aber auch die Art und Weise der Zusammenarbeit. Diese muss einfach, unkompliziert und schnell ablaufen. Langwierige Prozesse schrecken innovative Gedanken eher ab. Hier gilt: Hierarchie darf nicht lähmend wirken.

Dabei kann es auch mal zu unkonventionellen Methoden kommen. Beispielsweise könnten die Arbeitszeiten vom klassischen 9 to 5 abweichen. E-Mail ist dann nicht mehr der Kommunikationskanal nach Wahl, sondern eher die eigene Whats App-Gruppe oder eben doch moderne Chats wie Slack.

Siezen tut man sich natürlich auch nicht und an klassische Bürokleidung ist nicht zu denken. Jeder, der mal in einem großen Unternehmen gearbeitet hat, oder die Serie Stromberg geschaut hat, weiß, dass diese Normalitäten nicht von heute auf morgen aus der Welt zu schaffen sind.

Wie bereits erwähnt, ist innovatives Denken nicht jedermanns Sache. Aber auch die nicht-innovativen Köpfe, können zur Digitalisierung beitragen.

Kunde, Kunde, Kunde…

Neben der Tatsache, dass man jegliche Prozesse im Unternehmen auf ihren Mehrwert hinterfragen sollte, gibt es vor allem eins, was jeder Mitarbeiter unabhängig von der jeweiligen Branche berücksichtigen sollte: Was hat der Kunde davon?

Diese Frage sollte sich jedermann täglich stellen. In der heutigen Welt ist es ziemlich entspannt, Kunde zu sein. Zahlreiche Unternehmen buhlen um unsere Aufmerksamkeit. Das hat neben den zahlreichen Werbeanzeigen, in die wir blicken, einige positive Eigenschaften.

Jedes Unternehmen weiß, dass es uns am besten für sich als Kunde gewinnen kann, wenn es eines unserer Probleme löst und unser Leben angenehmer gestaltet. Nur deswegen gibt es beispielsweise im Versandhandel die Zustellung am Tag der Bestellung.

Die so genannte Same Day Delivery führte Amazon nicht ein, weil sie einfacher oder günstiger ist, sondern weil es für uns Kunden noch entspannter ist. Über kurz oder lang sind die anderen Online-Händler gezwungen nachzuziehen, da wir Kunden es einfach gewohnt sind, verwöhnt zu werden.

Genau diese Denke in Bezug auf den Mehrwert des Kunden macht Unternehmen stark, innovativ und beim Endkunden beliebt.

Dieses Unternehmensumfeld fällt leider nicht vom Himmel. Wenn es im Status Quo eines Unternehmens so nicht vorhanden ist, ist ein Wandel zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit zwingend erforderlich.

Leider ist dieser Wandel nicht über einfache Prozessoptimierung oder eine Umstrukturierung möglich. Man spricht deshalb auch immer von einer Transformation, weil der Status Quo sich in Teilen radikal verändern muss. Dabei geht es vor allem um die Kultur.

Unternehmenskultur als Voraussetzung

Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Freund „weicher“ Themen bin. Je besser ich meine Beobachtungen an Zahlen, Daten & Fakten festmachen kann, desto sicherer fühle ich mich. Beim Thema Unternehmenskultur ist das leider nur schwer möglich.

Für diejenigen, die sich mit der Definition der Unternehmenskultur als Miteinander im Unternehmen nicht zufrieden geben, habe ich nachfolgend die Definition aus dem → Gabler Wirtschaftslexikon aufgeführt.

„Grundgesamtheit gemeinsamer Werte, Normen und Einstellungen, welche die Entscheidungen, die Handlungen und das Verhalten der Organisationsmitglieder prägen.“

Natürlich gibt es an dieser Stelle zahlreiche wissenschaftliche Konzepte, die in ihrer Erklärung allesamt mehrere Beiträge füllen könnten. Für das grundlegende Verständnis der Wichtigkeit für die Digitalisierung der Bundesliga soll uns diese Definition allerdings genügen.

Fazit

Auch wenn es bei der Digitalisierung immer wieder um neue Technologien geht, dürfen wir nicht vergessen, dass die Unternehmenskultur entscheidet, ob ein Unternehmen eine Chance im digitalen Zeitalter hat oder nicht.

Eine offene Kultur ist hierbei jedoch erst der Anfang. Sie muss anschließend mit den zentralen Komponenten zur Digitalisierung der Bundesliga gefüllt werden. Dies sind einerseits innovative Köpfe. Andererseits muss diesen innovativen Denkern ein angemessenes Umfeld geschaffen werden.

Für die jungen Unternehmen (Startups) ist diese Kultur und die damit einhergehende Innovationsfähigkeit selbstverständlich. Etablierte Organisationen – so finden wir sie in der Bundesliga nun mal vor – müssen ihre bestehende Kultur aktiv hinterfragen und aller Voraussicht nach transformieren.

Auch hier gilt wieder: Einfacher gesagt, als getan. Eine Kultur transformiert sich nämlich auch nicht von alleine. Aber Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung :-).


Ich weiß, dass dieser Beitrag nicht sehr Fußball-bezogen ist, allerdings möchte ich meinen Lesern das Thema der Digitalisierung etwas näher bringen. Die erwähnte Problemstellung ist so allgemein und gilt für alle Branchen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass sie so im Fußball noch nicht tief genug verankert wurde.

Nächste Woche wird es wieder Fußball-spezifischer. Versprochen :-).


Digitalisierung des Fußballs

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4 thoughts on “Einfache Grundvoraussetzung zur Digitalisierung der Bundesliga

  • 21. April 2017 um 23:15
    Permalink

    Schön beschrieben und tatsächlich sehr weitreichend übertragbar.

    See U in Beee!

    Antwort
    • 24. April 2017 um 7:53
      Permalink

      Danke Dir für das Feedback, Andreas!

      PS: Gerade wieder auf dem Weg in die Hauptstadt 🙂

      Antwort
  • 25. April 2017 um 9:04
    Permalink

    Im Kern hapert es am natürlichen Zielkonflikt von Profifußballvereinen: Fokus auf kurzfristigem sportlichen Erfolg vs. Fokus auf mittel- bis langfristigen Maßnahmen, die ggf. erst in 3-5 Jahren positive Effekte erzielen.

    Antwort
    • 25. April 2017 um 9:27
      Permalink

      Da gebe ich Dir absolut Recht! Im Fußball ist dieser Konflikt sicher nochmal stärker ausgeprägt, als bei klassischen Unternehmen. Aber auch die haben – nur mit wenigen Ausnahmen – häufig die kurzfristige Profitabilität im Sinne.

      Diese Denke haben wir einfach schon sehr lange in uns!

      Antwort

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