Preisverleihung im Spitzensport ohne Fußball – geht das?

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Du hast mit Sicherheit schon mitbekommen, dass ich in den letzten Wochen häufig an den verschiedensten Veranstaltungen im Spitzensport teilgenommen habe. Folge mir bei Twitter und Instagram, um exklusive Live-Einblicke zu bekommen.

Auch heute möchte ich Dir von einem Event berichten. Es geht jedoch diesmal nicht um eine große Branchen-Konferenz. Am Montag, den 27. August 2018 besuchte ich eine Preisverleihung des Push-Sport e.V. in Hamburg.

Konkret ging es um die Verleihung des „Social Media Award Sport Heroes“ – kurz Smash 2018. Dabei ging es zur Abwechslung ausnahmsweise einmal eigentlich nicht um den Fußball.

Und trotzdem wurde unser Lieblingssport immer wieder thematisiert. Das lässt sich nicht vermeiden. In den Gesprächen, Laudationes – ja, das ist grammatikalisch korrekt 🙂 – und Diskussionen wurden alle Sportarten häufig mit dem Profifußball verglichen.

Und genau aus diesen Vergleichen habe ich zwei Gedankenanstöße mitgenommen, die ich gerne mit Dir teilen möchte. Obwohl der Fußball eigentlich alles in den Schatten stellt, kann er nämlich von den kleineren Disziplinen im Spitzensport noch einiges lernen.

Hintergrund des Events

Weil mir das heutige Thema so sehr am Herzen liegt, möchte ich dir noch ein paar Hintergründe zur Veranstaltung geben. Wie bereits oben beschrieben geht es explizit nicht um den Fußball. Und trotzdem wurde er häufig zum Vergleich herangezogen.

Ich kann mich für viele Sportarten begeistern. Ehrlich gesagt verfolge ich aber lediglich Fußball regelmäßig aktiv in Fernsehen und Stadion.

Aber auch andere Sportarten fesseln mich jedes Mal, wenn ich mit ihnen in Berührung komme. Deshalb habe ich hier auch so gerne von meinen Erfahrungen des Finales vom deutschen Volleyballpokal sowie meiner eSports-Berührungspunkte berichtet. Auch von dem meiner Meinung nach innovativsten Schwimm-Wettkampf Deutschlands habe ich Dir erzählt.

Der Veranstalter – Push-Sport e.V. – setzt sich für diese kleinen Sportarten ein und möchte die Athleten im deutschen Spitzensport „unbürokratisch unterstützen“.

Diese Unterstützung besteht aus kostenloser Beratung oder Hilfestellungen beim Berufseinstieg oder der eigenen Vermarktung.

Der Smash-Award wurde dieses Jahr zwei Mal verliehen, und zwar für das Social Media Posting des Jahres sowie eine vorbildliche Institution im Spitzensport.

Für diese beiden Kategorien wurde der Smash Award 2018 im Spitzensport verliehen
Für diese beiden Kategorien wurde der Smash-Award 2018 im Spitzensport verliehen

Rahmen der Veranstaltung

Die Veranstaltung hatte einen sehr glamourösen und trotzdem bodenständigen Rahmen. Unter anderem waren Moritz Fürste (deutscher Olympiasieger im Hockey) und Katrin Müller-Hohenstein vor Ort und haben durch den Abend geführt.

Bei der Preisverleihung im Spitzensport habe ich mich ein bisschen gefühlt wie im Aktuellen Sportstudio - hier mit Katrin Müller-Hohenstein
Bei der Preisverleihung im Spitzensport habe ich mich ein bisschen gefühlt wie im Aktuellen Sportstudio – hier mit Katrin Müller-Hohenstein

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) war vertreten, obwohl es ja eigentlich explizit nicht um den Fußball ging. Die Attraktivität für die Prominenz wurde sicherlich dadurch erhöht, dass direkt gegenüber am späteren Abend der Sportbild-Award verliehen wurde.

Kommen wir nun aber zu den Preisträgern.

Social Media Posting 2018

Für das beste Social Media Posting wurde die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ausgezeichnet.

Die Auszeichnung bezieht sich vor allem auf die Berichterstattung während der Olympischen Winterspiele 2018. Zur Erinnerung: Das Team hatte es damals überraschend bis ins Olympische Finale geschafft. Dort unterlagen wir in der Verlängerung dem Team aus Russland.

Während der gesamten Zeit begleitete die Deutsche Eishockey Liga unsere Athleten. Über verschiedenste (Video-)Formate konnten die Fans die Mannschaft dabei hautnah erleben. In den Videos zeigte sich die Mannschaft unter anderem im Mannschaftsbus oder in der Umkleidekabine.

Ich finde es sehr interessant, mich mit den Social Media Aktivitäten anderer Verbände im Spitzensport auseinanderzusetzen.

Vorbildliche Institution im Spitzensport

Eines der größten Probleme im Deutschen Spitzensport (abseits des großen Fußballs), ist die Bezahlung für die Spitzensportler.

Hintergrund des Preisträgers

In den Diskussionen und wurde unter anderem eine Zahl häufiger genannt: 600 €

Mit diesem Betrag werden die Spitzensportler der Deutschen Sporthilfe monatlich gefördert. Jeder, der sich selbst seinen Lebensunterhalt finanziert, weiß, dass es nahezu unmöglich ist, von diesem Geld zu leben.

Spitzensportler müssen aber täglich mehrere Stunden trainieren, um mit der internationalen Konkurrenz mithalten zu können. Einem klassischen Vollzeitjob können die Athleten deshalb nicht nachgehen.

In diesem Zusammenhang wurde häufig der Fußball zitiert. Gemäß des DFL Reports 2018 gaben die 18 Bundesligisten in der Saison 2016/17 insgesamt 1,185 Milliarden € aus.

Pro Club sind das knapp 66 Millionen Euro. Geht man von 30 Spielern pro Kader aus, sind das immerhin 2,2 Millionen Euro pro Spieler.

Natürlich winkt im Spitzensport bei dem Gewinn einer Olympischen Goldmedaille ein finanzieller Segen. In Deutschland gibt es für olympisches Gold eine einmalige Prämie in Höhe von 20.000 €.

Dabei kann sich kein Athlet darauf verlassen, bei den olympischen Spielen jemals eine Goldmedaille zu gewinnen. Außerdem reichen 20.000 € ganz sicher nicht für einen Zeitraum von vier Jahren. Auch nicht mit den zusätzlichen 600 € pro Monat.

Zum Vergleich: Ein italienischer Olympiasieger erhält einmalig 150.000 € sowie über vier Jahre eine jährliche Zahlung von weiteren 30.000 €.

Preisverleihung im Spitzensport: Katrin Müller-Hohenstein bei der Laudatio für die Athleten Deutschland e.V.
Preisverleihung im Spitzensport: Katrin Müller-Hohenstein bei der Laudatio für die Athleten Deutschland e.V.

Die Athleten Deutschland e.V.

Aus genau diesem Grund gibt es die „Die Athleten Deutschland e.V.“. Die Organisation möchte als Teil der Athletenkommission vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) den Sport zusätzlich fördern.

Dabei hat der Verein ebenfalls drei Ziele, die stark an die des Push-Sport e.V. erinnern:

  1. Finanzielle und operative Unterstützung der Aufgaben der Athletenkommission im Deutschen Olympischen Sportbund
  2. Beratung und Unterstützung der Athletenvertreter in den Spitzenverbänden und der für Deutschland startenden Athleten
  3. Förderung der Mitbestimmung der Athleten

Auch hier geht es demnach um das Wohl der Athleten.

Ich persönlich finde es beeindruckend, dass so viele junge und motivierte Menschen sich ausschließlich ehrenamtlich und zusätzlich zu ihrem bereits sehr anspruchsvollen und zeitintensiven Hauptjob für die Athleten engagieren.

Was der Fußball vom Spitzensport lernen kann

Meiner Meinung nach lässt sich in einem Wort auf den Punkt bringen, was der Fußball vom Spitzensport lernen kann: Bescheidenheit

Ich möchte gar nicht sagen, dass der Fußball abgehoben wirkt. Auf einigen Veranstaltungen bekomme ich aber dennoch das Gefühl, dass es in Deutschland wenig Glamouröseres gibt als den Fußball.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es dem Fußball auch nur so gut geht, weil wir Fans regelmäßig ins Stadion pilgern oder uns vor den Fernseher setzen. Dass das keinesfalls selbstverständlich ist, zeigen die Reaktionen des Publikums bei der Verleihung des Smash-Awards 2018.

Dabei kam es zu sehr emotionalen Äußerungen. Darin ging es um die Forderung, dass der Spitzensport abseits des Fußballs mehr Aufmerksamkeit im Fernsehen bekommen soll. Obwohl der Großteil der Anwesenden sichtlich zustimmte, folgte schnell die Resignation. Auch dort waren sich alle einig:

„Der Fußball ist aber so schön spannend!“

Fazit zur Preisverleihung im Spitzensport

Zu aller Ironie wurde zum Ende der Veranstaltung angekündigt, dass um 20:30 Uhr das 2.Liga-Spiel des Hamburger SV gegen Arminia Bielefeld übertragen wird. Trotz aller guten Vorhaben ist der Fußball einfach fesselnd.

Genau deshalb habe ich mir auch nicht vorgenommen vermehrt Spitzensport im Fernsehen zu verfolgen. Ich habe mir aber das Ziel gesetzt, so viele Live-Events im Spitzensport wie möglich zu besuchen. Denn eines ist sicher:

Auch der restliche Spitzensport abseits des Fußballs kann sehr begeisternd sein. Ehrlich gesagt finde ich die Natur einiger Sportarten sogar wesentlich spannender als den Fußball.

Wirkliche Identifikation und Leidenschaft verspüre ich zurzeit aber nur für den Fußball. Wie viele andere auch :-).


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