7 fesselnde Szenarien für das Sportmanagement 2018

7 fesselnde Szenarien für das Sportmanagement 2018

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Das letzte Jahr habe ich mit zwei leicht verdaulichen Rückblicken ausklingen lassen. Die wirkliche Kunst besteht allerdings in einem guten Ausblick. Genau daran wage ich mich und schaue vorweg aufs Jahr 2018 im Sportmanagement.

Neben einigen offensichtlichen Dingen, die dieses Jahr passieren werden, schaue ich dabei vor allem auf Trends. Natürlich finden nämlich dieses Jahr die Fußballweltmeisterschaft in Russland sowie die Olympischen Winterspiele in Südkorea statt.

Ich versuche darüber hinaus zu gucken und die Frage zu beantworten, wie die Zukunft des Sportbusiness 2018 aussieht.

In die Zukunft gucken

Zugegeben, ein Blick in die Zukunft ist nicht einfach. Deshalb bediene ich mich einer Methodik, die sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft sehr beliebt ist: Ich schaue mir verschiedene Szenarien an.

Anders als Du es vielleicht kennst, stellen die Szenarien hierbei jedoch keine Alternativen zueinander dar. Sie ergänzen sich möglicherweise. Die einzelnen Szenarien für das Sportbusiness Jahr 2018 wähle ich dabei extra so, dass sie jeweils einen Trend aufgreifen und im Extremen umsetzen.

Dabei orientiere ich mich natürlich am Beispiel der Bundesliga bzw. des professionellen Fußballs.

Ich weiß, dass das etwas theoretisch klingt. Wenn Du Dir meine Szenarien allerdings durchliest, wirst Du verstehen, was ich damit meine.

Insgesamt widme ich mich sieben fesselnden Szenarien.

7 fesselnde Szenarien für das Sportmanagement 2018
7 fesselnde Szenarien für das Sportmanagement 2018

1. Sportmanagement Szenario: Analog

Ich habe lange nach einem Namen für dieses Szenario gesucht. Fündig geworden bin ich beim häufig zitierten Gegensatz von digital nämlich analog.

Was meine ich damit? Dieses Szenario ist relativ langweilig. Es beschreibt nämlich ein einfaches weiter so!

Das bedeutet, dass sich im Vergleich zu heute eigentlich gar nichts ändert. Was für den einen romantisch klingt (alles bleibt, wie wir es gewohnt sind), ist durchaus gefährlich. Über die Risiken fehlender Veränderungsbereitschaft habe ich in warum die Digitalisierung des Fußballs unausweichlich ist, bereits einiges geschrieben.

Trotzdem greife ich es hier nochmal auf. Der Grund ist ganz einfach: Es ist  durchaus möglich, dass sich im kommenden Jahr im Hinblick auf die Digitalisierung in der Bundesliga überhaupt nichts ändert und alles beim Alten bleibt.

Die Gefahr besteht dann darin, dass die Bundesliga im Vergleich zu ihren Wettbewerbern (beispielsweise andere Fußballligen oder andere Sportarten inkl. eSports) an Relevanz verliert.

Zum Glück ist das unwahrscheinlich. Einige Entwicklungen sind nämlich unverkennbar. So zum Beispiel die Bewegung hin zum eSports, was uns zum nächsten Szenario bringt.

2. Sportmanagement Szenario: eSports

Ich weiß, dass viele das Thema eSports nicht mehr sehen können. Das kann ich auch sehr gut verstehen. Der Trend ist allerdings unverkennbar und der Hype insbesondere aktuell gerade sehr stark.

Deshalb darf das Thema im Ausblick auf das Sportmanagement Jahr 2018 nicht fehlen. Genauso wenig wie es auf Vorstands- bzw. Geschäftsführungs-Ebene eines jeden Bundesligisten diskutiert werden sollte.

Bereits aktuell tut sich einiges. Sechs Bundesligisten sind [Stand Dezember 2017] bereits im eSports aktiv. Fünf davon haben eigene Teams bzw. Spieler unter Vertrag.

Hertha BSC hat als neuestes Mitglied dieser Runde erst kürzlich verkündet, dass sie eine eSports-Akademie zur Ausbildung und Förderung talentierter Spieler ins Leben ruft.

Im übertriebenen Szenario könnte dies bedeuten, dass im kommenden Jahr noch mehr Bundesligisten auf diesen Zug aufspringen. Am Ende des Jahres könnte – zumindest rein theoretisch – jeder Club einen eSportler unter Vertrag haben.

Etwas konservativer eingeschätzt, ist dies jedoch unrealistisch. Beispielsweise hat sich Borussia Dortmund schließlich insoweit vom eSports distanziert, dass der Club keine eigenen Spieler bzw. Teams unter Vertrag nehmen möchte.

Zum Eintreffen des übertriebenen Szenarios wäre somit eine Kehrtwende bei den Dortmundern nötig.

Darüber hinaus wäre es jedoch möglich, dass ähnlich wie in Österreich eine übergreifende FIFA-Liga für die Deutsche Bundesliga etabliert wird.

Somit würde jedem Club die Einzelentscheidung abgenommen und die Bundesliga könnte als Ganzes vom eSports profitieren. Aus meiner Sicht birgt diese Variante große Potenziale für den Deutschen Profifußball.

Kommen wir zum nächsten Szenario für das Sportmanagement 2018.

3. Sportmanagement Szenario: Social Media

Ich weiß, was Du jetzt denkst.

Social Media bekommt ein eigenes Szenario? Wieso das denn?

Ganz einfach. Während Facebook, LinkedIn, XINGInstagram, Twitter & Co. für uns Fans und Sportmanagement Begeisterte zum ganz normalen Miteinander dazugehören, ist dies im Profifußball nicht immer so.

Natürlich hat jeder Club einen eigenen Social Media Kanal. Aber: Noch nicht alle Bundesligisten haben beispielsweise schon mal mit Facebook-Werbung experimentiert. Das habe selbst ich mit meinem Blog und ohne wirkliches Budget (Erfahrungsaustausch dazu gerne auf Anfrage :-)).

Dabei wäre es durchaus nahe liegend zu testen, wie teuer es ist, über Facebook ein Ticket für das ansonsten nicht ausverkaufte Stadion zu verkaufen. Sollten die CPO (Cost per Order) pro Ticket günstiger sein als der Ticketpreis (bzw. die Marge auf dem Ticket), lohnt sich eine Werbeanzeige.

Dann lautet die Devise: Anzeige schalten bis das Stadion voll ist.

Ich würde mir wünschen, dass die Bundesligisten hier im kommenden Jahr experimentierfreudiger werden und wir uns auf einige kreative und ansprechende Anzeigen freuen dürfen.

Dieses Szenario gewinnt insbesondere dadurch an Relevanz, dass die sozialen Netzwerke laufend neue Werbeformen ins Leben rufen.

4. Sportmanagement Szenario: Streaming

Bereits heute gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Freitagsspiele der Bundesliga zu schauen. Neben dem direkten Konsum über den Eurosport-Player können Amazon Prime-Kunden einen sogenannten Amazon Channel kostenpflichtig buchen.

Durch eine Kooperation mit dem Rechteinhaber Eurosport darf Amazon die Freitagsspiele ebenfalls übertragen.

Neben Amazon bringen sich weitere Internet-Giganten in Position für den Streaming-Wettkampf. Genannt seien hierbei insbesondere Facebook und natürlich DAZN.

Dies wird nicht nur dadurch deutlich, dass neue Abteilungen und somit Positionen im Bereich Streaming geschaffen bzw. gesucht werden. Darüber hinaus äußern sich beispielsweise hohe Manager von Facebook direkt und vielversprechend zum Thema Streaming.

Natürlich sind die Rechte für die Bundesliga bis zur Saison 2020/2021 vergeben. Trotzdem schließe ich weitere Kooperationen wie zwischen Eurosport und Amazon für das Sportmanagement Jahr 2018 nicht aus.

Auch die Andeutung eines Bieterwettkampfes für ein mögliches Online-Paket kann ich mir in den kommenden 12 Monaten sehr gut vorstellen.

5. Sportmanagement Szenario: Audio & Conversational

Amazon ist übrigens auch die perfekte Überleitung vom Streaming- zum Audio- & Conversational-Szenario. Und das gleich in doppelter Hinsicht.

Erstens können Prime-Kunden über den Dienst Amazon Music die Bundesliga (sowohl in Konferenz als auch Einzelspiele) hören. Zweitens baut das ehemalige Handelsunternehmen mit der Hardware Amazon Echo und dem Digitalen Assistenten Alexa seinen Einfluss in den Haushalten der Konsumenten aus.

Über Skills (quasi Apps auf den so genannten Smart Speakern) können Kunden ohne Bildschirm relevante Neuigkeiten abfragen. Große Unternehmen haben bereits Skills entwickelt.

So gibt es natürlich einen Skill vom FC Bayern München und von Borussia Dortmund. Aber auch große Medien wie Sky, Kicker und Bild sind auf diesen Zug aufgesprungen.

Die Erfolgsaussichten werden in allen Branchen sehr hoch bewertet. Der Hauptgrund hierbei ist, dass die Kommunikation zwischen Unternehmen und Fan bzw. Konsumenten viel natürlicher abläuft als bisher.

Ich freue mich schon, wenn ich Tickets für ein Bundesligaspiel so bestellen kann.

Alexa, bestelle mir zwei Tickets für das Spiel des Hamburger SV gegen Werder Bremen am TT.MM.JJJJ in der zweiten Preiskategorie.

Auf genau diese Art der dialogbasierten Kommunikation bauen übrigens auch Chat-Bots. Diese verarbeiten und beantworten die Eingaben der Nutzer in verschiedenen Chat-Oberflächen (beispielsweise beim Facebook Messenger) automatisch.

Für uns Fans fühlt es sich dann viel natürlicher an, wenn wir mit einem Unternehmen kommunizieren.

Bis dahin ist zwar noch ein Weg zu gehen. Aber darauf freuen können wir uns trotzdem schon!

6. Sportmanagement Szenario: Virtuelle oder erweiterte Realität

Würdest Du Dir das Finale der Weltmeisterschaft 2018 in einer 360° Perspektive angucken? Ich ja!

In den letzten Monaten haben insbesondere die Anwendungen für erweiterte Realität (augmented Reality oder kurz AR) sich stark verbreitet. Neben der App des FC Bayern München nutzt auch Onefootball diesen Trend.

Sportmanagement 2018: AR-Funktion der Bayern-App
AR-Funktion der Bayern-App als möglicher Trend für das Sportmanagement Jahr 2018

Einzig und allein aus diesem Grund habe ich die App des Rekordmeisters auf meinem Smartphone installiert. Ich war neugierig und zeigte das Feature einigen Freunden.

Aufgrund der positiven Resonanz bin ich mir sicher, dass weitere Clubs versuchen werden, Features mit AR- oder VR-Komponenten zu entwickeln. Natürlich ist es dann noch ein weiter Weg bis zum perfekten VR- / AR-Erlebnis eines Fußballspiels.

Ich werde die neuesten Dinge jedoch weiterhin ausprobieren und Dir davon berichten – natürlich exklusiv :-).

Hierbei habe ich allerdings die These, dass die wirklich spannenden AR- und VR-Cases zuallererst aus der Spiele- und Gaming-Industrie kommen werden. Dann sollte die Bundesliga allerdings schnell sein und versuchen, diese gemeinsam mit den jeweiligen Partnern auf das Stadion- bzw. TV-Erlebnis zu übertragen.

7. Sportmanagement Szenario: Weiteres

Darüber hinaus kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich weitere aktuelle Entwicklungen noch mehr zuspitzen. Diese habe ich in einem Szenario zusammengefasst. Hierbei schätze ich die Eintrittswahrscheinlichkeit sehr hoch ein.

Ausgliederungen

Vor vier Wochen habe ich einen sehr ausführlichen Beitrag mit viel positiver Resonanz über die Ausgliederung im Fußball geschrieben.

Ich bin mir sicher, dass im Sportmanagement Jahr 2018 noch mehr Clubs über eine Ausgliederung nachdenken und mit ihren Mitgliedern diskutieren werden. Am 14. Januar lässt beispielsweise der Drittligist Preußen Münster seine Mitglieder über die Pläne zur Ausgliederung abstimmen.

Einbindung externer Investoren

Eine Ausgliederung erfüllt keinen Selbstzweck. Einer der vorwiegenden Gründe ist die Einbindung externer Investoren. Diese ist nicht zwangsläufig erforderlich. Da jedoch immer mehr Bundesligisten auf diese Finanzierungsalternative zurückgreifen, erhöht dies den Zugzwang auf den Rest.

Stichwort: Positionaler Wettbewerb.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch weitere Formen der Finanzierung.

Crowdfunding als Finanzierungsalternative

Im letzten Jahr habe ich mich das erste Mal an einem Kredit für einen Fußballclub beteiligt. Hertha BSC hat sich im Frühjahr 2017 1,5 Millionen Euro geliehen. Von der sagenumwobenen Crowd. Also ganz normalen Menschen wie Dir und mir. Hierbei handelt es sich um Fremd- und nicht um Eigenkapital. Anteile habe ich somit nicht bekommen.

Ich habe einen Teil dazu beigetragen. Vor allem, weil ich neugierig war. Und ich bin mir sicher, dass die Hertha es wieder tun würde. Und, dass weitere Clubs auf diesen Zug aufspringen. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in unteren Ligen.

Für den Sport gibt es bereits eigene Crowdfunding-Plattformen. Die größte dieser Art ist fairplaid.org. Neben einigen unterklassigen Fußballvereinen hilft die Plattform sogar Proficlubs im Basketball und Eishockey sowie Olympioniken.

Mega-Transfers

Das eingenommene Geld will ausgegeben werden. Zum Glück darf in einem Sportmanagement Ausblick auf das Jahr 2018 nicht die Prognose bezüglich Transfers fehlen. Ich bin mir sicher, dass wir im Sommer weitere bahnbrechende Transfers verzeichnen werden.

Angestoßen wird dabei alles durch den Wechsel von Kylian Mbappé zu PSG für 180 Millionen Euro, sofern die Pariser die Kaufoption im Leihvertrag ziehen. Dessen bin ich mir aber ziemlich sicher.

Dieses frische Geld wird mit Sicherheit dazu führen, dass weitere Clubs Transfers über der Grenze von 100 Millionen Euro stemmen. Noch bezweifle ich, dass wir einen nächsten Rekord-Transfer verzeichnen werden, der die Neymar-Grenze von 222 Millionen Euro erreicht.

Ausschließen kann ich es aber nicht. Was ich allerdings weiß, ist, dass die Top-Clubs der Bundesliga sich von diesem Rennen nicht beirren lassen und versuchen weiterhin seriös zu wirtschaften.

Unvorhersehbares

Sehr gerne würde ich Dir den perfekten Ausblick auf das Sportmanagement Jahr 2018 mit allem, was in den kommenden 12 Monaten passieren wird, präsentieren. Das kann ich aber nicht. Das kann keiner.

Glücklicherweise können wir immer nur versuchen, die Zukunft zu antizipieren. Gerade in der heutigen Zeit ist es unmöglich, von einer sicheren Zukunft zu sprechen. Das habe ich mir schon immer gedacht und finde es in einem Buch, was ich zu Weihnachten bekommen habe und gerade lese, bestätigt.

Disruptive Thinking: Das Denken, das der Zukunft gewachsen ist beschreibt eindrucksvoll, dass wir gelassener mit dem Nichtwissen über die Zukunft umgehen sollen.

Das ist zwar kein reines Fußballbuch, aber trotzdem hoch relevant für alles, was ich auf diesem Blog zur Digitalisierung des Fußballs schreibe.


Lade Dir mein kostenloses eBook herunter, um noch mehr über die Zukunft des Fan-Erlebnisses zu erfahren.

Digitalisierung des Fußballs

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4 thoughts on “7 fesselnde Szenarien für das Sportmanagement 2018

  • 3. Januar 2018 um 18:37
    Permalink

    In Hertha BSC investiert, ist nicht so ganz korrekt. Vielmehr hast Du dich an einem Kredit an den Club beteiligt. Richtige Investments (Mini-Bonds und vermutlich in Bälde auch in echtes Equity) in Clubs sind auf http://www.tifosy.com möglich.

    Antwort
    • 3. Januar 2018 um 19:32
      Permalink

      Hallo Klaus-Martin, vielen Dank für den Hinweis. Ich habe das im Text aktualisiert.

      Liebe Grüße
      Ralf

      Antwort
  • 4. Januar 2018 um 20:39
    Permalink

    Alles Liebe und Gute für dich und deinen Blog im neuen Jahr. Bitte bleib weiter so eifrig am Ball, wie bisher. Ich möchte deine Beiträge nicht mehr missen wollen. Du hast eine tolle Entwicklung als digitaler Autor gemacht. Die Einblicke und exklusiven Recherchen sind sehr verständlich aufbereitet und beschrieben.

    Dein Ausblick im hiesigen Beitrag ist ebenfalls sehr gelungen und macht schon wieder viel Lust auf die noch kommenden Artikel.

    Liebe Grüße nach HH aus Bee!

    Antwort
    • 5. Januar 2018 um 11:23
      Permalink

      Lieber Andreas, vielen Dank für den tollen Kommentar! Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn Du Dich hier zu Wort meldest! Sollte ich mal wieder in Berlin sein, melde ich mich auf jeden Fall.

      Liebe Grüße und einen super Start ins neue Jahr
      Ralf

      Antwort

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