Club-Entscheider wagen Blick in die Zukunft des Fußballbusiness

Club-Entscheider wagen Blick in die Zukunft des Fußballbusiness

Heute geht es um die Zukunft des Fußballbusiness. Dabei ist der Anlass für diesen Beitrag mal wieder eine Konferenz. Genauer gesagt die FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2019.

Diese fand am 12. September in Graz statt. Solltest Du mir schon etwas länger folgen, erinnerst Du Dich vielleicht daran, dass ich bereits im letzten Jahr über diese Konferenz geschrieben habe.

Genau wie damals habe ich dieses Jahr mehrere Panels moderiert und war somit Teil des Programms. Ich möchte Dir mit dem nun folgenden Beitrag wie immer das Gefühl geben, live dabei gewesen zu sein.

Dabei fokussiere ich mich auf den Teil der Konferenz, den ich über meine Moderation mitgestalten konnte. Der Hintergrund ist, dass ich mich auch inhaltlich auf diese Themen intensiv vorbereitet habe.

Themen der Konferenz

Wie der Name der Konferenz schon sagt, ging es um die Zukunft des Fußballbusiness. Ich war dabei insgesamt in sechs verschiedene Themen eingebunden.

Themen in Bezug auf die Zukunft des Fußballbusiness, bei denen ich eingebunden war
Themen in Bezug auf die Zukunft des Fußballbusiness, bei denen ich eingebunden war

Genau diese Themen möchte ich nun nach und nach mit Dir durchgehen.

Soft Skills für die Karriere

Am Vortag der Konferenz fand zum ersten Mal der Sportsbusiness Career Day statt. Dieser wurde vom selben Veranstalter organisiert.

Keynote zu Soft Skills beim ersten Sportsbusiness Career Day in Graz [Foto: Christof Hütter]
Keynote zu Soft Skills beim ersten Sportsbusiness Career Day in Graz [Foto: Christof Hütter]

Dort habe ich einen Vortrag über die Wichtigkeit von Soft Skills im Berufs- und Privatleben gehalten. Ich bin in diesem Vortrag insbesondere auf die Bereiche Zeitmanagement, Kommunikation und Präsentation eingegangen.

Dabei habe ich auf meine Berufserfahrung in meinem Vollzeitjob sowie die zahlreichen Moderationen und Keynotes zurückgegriffen.

Inhaltlich möchte ich auf die Themen an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da es hier ja um die Zukunft des Fußballbusiness gehen soll. Kontaktiere mich aber gerne per Mail, wenn Du mehr darüber erfahren möchtest.

Vermarktung des FC. St. Pauli

Meinen Auftakt bei der FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference 2019 hatte ich bei einem Fire-Side Chat mit Dirk Schluenz. Dirk ist beim FC St. Pauli für die Vermarktung zuständig.

Die meisten Fußballclubs haben die Vermarktung ihrer Sponsorings ausgelagert – beispielsweise an Lagardére Sports. Der Hamburger Kiezclub möchte sich jedoch selbst um den Vertrieb dieser Rechte kümmern.

Zukunft des Fußballbusiness
Interview mit Dirk Schluenz vom FC St. Pauli zur Eigen-Vermarktung [Foto: Kerstin Kronabether]

Dirk berichtete in dem kurzen Slot von seinen Erfahrungen nach einem Jahr in der Eigen-Vermarktung. Dabei warnte er davor, dass jeder Club ohne große Überlegung dem Beispiel folgt.

Die inhouse-Vermarktung ist nämlich eine große Aufgabe. Das interne Team muss unter anderem die langjährige Beziehung der externen Vermarkter mit potenziellen Marken-Partnern aufbauen.

Außerdem ist die Grundvoraussetzung für den Schritt in die Eigen-Vermarktung eine starke Marke. Dass der FC St. Pauli eine solche differenzierte Positionierung hat, steht dabei außer Frage.

Trotz der großen Herausforderung rechnet Dirk jedoch damit, dass weitere Clubs in Zukunft diesen Schritt gehen werden.

Zukunft des Europäischen Fußballs

Als nächstes habe ich eine Podiumsdiskussion moderiert. Unter einem ähnlichen Titel war ich bereits bei der Spielmacherkonferenz 2019 auf der Bühne und habe sogar mit Oliver Kahn darüber gesprochen.

Anders als in der damaligen Diskussion ging es jedoch dieses Mal nicht um konkrete Reformvorschläge. Durch die spannende Zusammensetzung des Panels wurde vor allem auf politischer Ebene diskutiert.

Das lag daran, dass sowohl Vertreter der ECA (European Club Association) und der European Leagues auf der Bühne saßen.

Die ECA vertritt dabei vor allem die Clubs, die aktuell – beziehungsweise in der jüngsten Vergangenheit – in den europäischen Wettbewerben spielen. Hingegen sehen sich die European Leagues als Vertreter aller Clubs und Ligen in Europa.

Zukunft des Fußballbusiness
Diskussion zur Zukunft des europäischen Fußballs [Foto: Christof Hütter]

In meiner Wahrnehmung erinnerte die Diskussion auf der Bühne einer politischen Auseinandersetzung. Ich habe selten so wenig Fragen gestellt, weil das Gespräch von alleine im Fluss war.

Beide Parteien sind sich dabei in Bezug auf das grundlegende Problem einig:

Der europäische Fußball ist aktuell ungerecht!

Startpunkt unserer Diskussionen zur Zukunft des europäischen Fußballs

Dennoch kommen sie zu komplett unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Während die ECA auf Solidarität von den großen Ligen hofft, erwarten die European Leagues diese Solidarität von den Clubs, die an den europäischen Wettbewerben teilnehmen.

Ich bin gespannt, wo dieser Diskurs in Zukunft hinführen wird. Die aktuellen Reformvorschläge, die ich hier schon kritisiert habe, finde ich wenig überzeugend.

Drei Clubs über die Digitalisierung

Auf das anschließende Panel habe ich mich besonders gefreut. In diesem berichteten drei Club-Vertreter von ihrer Reise in eine digitale Welt. Auf der Bühne waren dabei folgende Clubs vertreten:

  • FK Austria Wien
  • AIK Solna
  • Honvéd Budapest FC

In einer kurzen Präsentation von fünf Minuten haben die Vertreter den Status Quo ihrer Reise in eine digitale Zukunft geschildert. Dabei war es offensichtlich, dass die Clubs aktuell an unterschiedlichen Punkten dieser Reise stehen.

Austria Wien ist mit Sicherheit schon am weitesten. Das habe ich vor allem daran gemerkt, dass eine digitale Denkweise von allen Mitarbeitern erwartet wird und nicht nur von einer bestimmten Abteilung.

Alle Clubs waren sich jedoch einig, dass die Digitalisierung großen Einfluss auf die Zukunft des Fußballbusiness haben wird und alle Bereiche beeinflusst.

Aus dem Publikum kam die Frage, wie die teilweise sehr knappen Ressourcen eines Clubs am besten eingesetzt werden sollten. Die Vertreter auf der Bühne waren sich einig:

Auch auf der Reise in eine digitale Zukunft des Fußballbusiness gibt es sogenannte Quick Wins – also Erfolge, die leicht zu erreichen sind. Diese sehen sie vor allem in den Bereichen Medien und Kommunikation und spielen dabei sicherlich unter anderem auf soziale Medien an.

Diskussion zur Zukunft des Sponsorings

Für mich ging es quasi im Anschluss direkt weiter. Mit Vertretern von Club- und Markenseite, sowie dem Anbieter einer Sponsoring-Plattform für beide Seiten, habe ich über die Zukunft des Sponsorings gesprochen.

Die Beteiligten waren sich dabei nicht ganz einig, ob Sponsoring in Zukunft an Relevanz gewinnen wird. Während die sportliche Seite des Panels durchaus optimistisch war, reagierte Dominik Beier (CEO von Interwetten) eher zurückhaltend.

Zukunft des Fußballbusiness
Diskussion zur Zukunft des Sponsorings [Foto: Christof Hütter]

Für ihn ist Sponsoring ein Marketing-Kanal. Dieser wiederum ist nur solange attraktiv, wie er attraktive KPIs liefert. Sollte er seine Sponsoring-Ziele also mit einem anderen Kanal kosteneffizienter erreichen können, würde er weniger Geld für Sponsoring ausgeben.

Ich kann diese Sichtweise absolut nachvollziehen, zumal sich laut der anwesenden Experten die zukünftig vermarktbaren Sponsoring-Rechte in Grenzen halten.

Trotzdem könnte es in der Zukunft des Fußballbusiness noch weitere Vermarktungspotenziale geben. Genannt wurden insbesondere Sponsorings im Bereich der Online-Übertragung.

Besonders spannend fand ich, dass alle Experten die Vermarktung von Clubnamen an sich ansprachen. Ich kann mir vorstellen, dass die Fans in Deutschland diese Zukunft des Fußballbusiness nicht unterstützen würden.

Startups in der Zukunft des Fußballbusiness

Wenn es um die Zukunft des Fußballbusiness geht, dürfen Startups nicht fehlen. Aus diesem Grund fand am Abend noch ein Startup-Wettbewerb teil.

Hierbei haben fünf Gründer ihre Ideen vor dem Publikum und einer Jury vorgestellt. Ich war Teil dieser Jury. Neben der Bewertung der Startups durfte ich dabei auch Fragen stellen.

Ich stelle als Teil der Jury beim Innovation Award eine kritische Frage [Foto: Christof Hütter]

Gewonnen hat am Ende die App Just Football. Die App möchte FIFA ins reale Leben holen. Über verschiedene Herausforderungen kannst Du dort gegen Deine Freunde antreten und kannst Dich somit nach und nach verbessern.

Mir haben vor allem der spielerische Gedanke sowie die aktivierende Präsentation sehr gefallen.

Besonders amüsant ist, dass ich mit dem Gründer morgens beim sogenannten Business Breakfast noch gemeinsam gekickt habe.

In einer hochmodernen Trainingshalle (SkillsLab) haben wir eine komplexe Passübung absolviert und dabei viel Spaß gehabt.

In der innovativen Trainingshalle nach einem Spiel mit Just Football Gründer [Foto: Kerstin Kronabether]
In der innovativen Trainingshalle nach einem Spiel mit Just Football Gründer [Foto: Kerstin Kronabether]

Ich wünsche dem Team von Just Football für die Zukunft alles Gute und freue mich schon auf den Launch hier in Deutschland.

Auch die anderen Startups haben einen super Job gemacht und ich würde mich freuen, wenn wir von diesen auch in Zukunft was hören würden.

Die Jury sowie alle Teilnehmer des Innovation Awards [Foto: Christof Hütter]
Die Jury sowie alle Teilnehmer des Innovation Awards [Foto: Christof Hütter]

Fazit zur Zukunft des Fußballbusiness

Wir haben einen ganzen Tag lang über die Zukunft des Fußballbusiness gesprochen. Wie sich die europäischen Wettbewerbe und das Sponsoring im Allgemeinen entwickeln werden, können wir nicht mit Gewissheit sagen.

Trotzdem ist es hochgradig sinnvoll alle relevanten Entscheider unter der Fragestellung nach der Zukunft des Fußballbusiness zusammenzubringen.

Schließlich sind es genau diese Entscheider, die diese Zukunft maßgeblich beeinflussen können. Aus genau diesem Grund freue ich mich jetzt auch schon aufs nächste Jahr. Dann findet im September 2020 die FUTURE OF FOOTBALL BUSINESS Conference zum dritten Mal statt.


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